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Die besten Videos im August

Hier ist der 1. Vorschlag für den Monat August von unseren Admin “Micha” für einen ganz liebe Person!!!

CANNED HEAT

Canned Heat ist eine US-amerikanische Bluesrockband, deren Name von Tommy Johnsons klassischem „Canned Heat Blues“ aus dem Jahre 1928 stammt. Der Name (er bedeutet „Eingemachte Hitze“,Hitze in Dosen“) ist eine Anspielung auf gelierten Brennspiritus. Das Produkt wird unter dem Markennamen Sterno Canned Heat als Brennpaste in Blechdosen ausgeliefert, die gleichermaßen als Verpackung und als Rechaud dienen. Außerdem wird das Gel häufig mit Wasser verdünnt als billiger Schnapsersatz missbraucht.

 

Bandgeschichte

 
Die Gruppe wurde 1965 in Los Angeles gegründet (nach anderen Angaben 1966). Gründungsmitglieder der Band waren Bob „The Bear“ Hite (Gesang) und Alan „Blind Owl“ Wilson (Gitarre, Gesang, Mundharmonika). Henry „Sunflower“ Vestine (Gitarre, ehemals bei Frank Zappas The Mothers of Invention), Larry „The Mole“ Taylor (E-Bass) und Frank Cook (Schlagzeug) machten das Line-Up komplett, mit dem Canned Heat bekannt geworden ist. Zuvor spielten Stuart Brotmann, Mike Perlowin, John Fahey, Mark Andes (später bei Spirit und Jo Jo Gunne) und Keith Sawyer im Laufe des ersten Jahres kurzfristig zusammen mit Wilson und Hite in der Band.

Ihr erstes Album erschien 1967 nach ihrem Auftritt beim Monterey Pop Festival. Das zweite Album Boogie with Canned Heat von 1968 war erfolgreicher und machte Canned Heat zu einer der angesagtesten Bands der Hippie- und Bluesszene an der Westküste der USA. Der lange Refried Boogie (11:04) war von dem berühmten Bluessänger und -gitarristen John Lee Hooker inspiriert. Auf dem Album war die Hitsingle On the Road Again enthalten, die es bis auf Platz 16 der amerikanischen Charts schaffte. Außerdem ersetzte ab diesem Album Adolfo „Fito“ De La Parra, der bereits mit Etta James gespielt hatte, den Schlagzeuger Frank Cook. Im selben Jahr setzte sich die Band für Albert Collins ein, damit dieser einen Plattenvertrag bei Imperial Records erhielt.

1969 folgte das Doppelalbum Livin’ the Blues, das ihnen mit Goin’ up the Country den größten Hit bescherte , in dem Tank Harrigan (Ray Charles Band) die Flöte spielte. Außerdem trat die Band auch beim Woodstock-Festival auf. Dem dortigen Auftritt war ein Streit zwischen Henry „Sunflower“ Vestine und Larry „The Mole“ Taylor zwei Tage zuvor auf der Bühne des Fillmore West vorausgegangen, als dessen Folge Vestine die Band verlassen hatte. Diese sah sich genötigt, umgehend Harvey Mandel zu engagieren, um weitertouren zu können. Da sie nicht einmal in der Lage gewesen waren, zusammen zu proben, weigerte sich Adolfo „Fito“ De La Parra anfangs, bei Woodstock aufzutreten, und verließ kurzfristig sogar die Band. Allerdings gelang es dem Manager Skip Taylor mithilfe eines Generalschlüssels Zugang zu seinem Zimmer zu erhalten und ihn zusammen mit dem Rest der Band in den Helikopter zu befördern und zum Spielen zu bewegen. Die Band traf gleichzeitig mit den Roadies ein, denen es gelungen war, sich im LKW mit der Ausrüstung durch das Chaos zu bewegen, wobei sie für den Weg zwischen den Catskills und New York über 13 Stunden benötigten (normalerweise 2–3 Stunden). Die Band spielte während des Sonnenuntergangs und wurde vom Publikum gefeiert wie kaum eine andere während des Festivals. Ihr Song Goin’ up the Country wurde später zur inoffiziellen Hymne des Festivals.

Ebenfalls 1969 nahm Canned Heat das Album Halleluja auf, das komplexere Blues-Strukturen enthält, z. B. 13-taktige Song-Parts. Für Fito de la Parra ist es bis heute „die interessanteste Platte“ der Band.

Als Nächstes erschien die LP Future Blues, die den ersten Umweltschutz-Song der Band So Sad (The World’s in a Tangle) enthält, in dem der Smog über Los Angeles angeprangert wird.

Canned Heat hatte 1970 mit der Single-Auskopplung aus dieser LP Let’s Work Together, einer Coverversion von Wilbert Harrisons Let’s Stick Together aus dem Jahre 1962, einen letzten Top 30 Erfolg in den USA. In den Top Twenty in England erreichte der Song sogar die Nr. 2, aber der Höhenflug war vorbei. Im Mai 1970 nahm die Band allerdings zusammen mit John Lee Hooker das sehr beachtete Doppelalbum Hooker ’N’ Heat auf, das dessen erstes Album überhaupt wurde, das es im Februar 1971 bis in die Charts schaffte. Auf diesem Album spielt Alan Wilson eine Weltklasse-Harp – „the best harp-player ever“ (John Lee Hooker). Unglücklicherweise starb der an Depressionen leidende Alan Wilson am 3. September 1970 an einer Überdosis Tabletten. Der Tod Alan Wilsons hinterließ eine Lücke, die die Band nicht mehr schließen konnte. Zudem hatten Larry Taylor und Harvey Mandel einige Monate zuvor die Band verlassen, um sich John Mayall’s „USA Union“-Band anzuschließen. Canned Heat tourte zwar in den folgenden Jahren mit großem Erfolg, war aber nicht mehr in der Lage, weitere Hits einzuspielen.

Am 5. April 1981 starb als nächstes Bandmitglied Bob Hite durch Herzversagen nach Jahren exzessiven Drogenmissbrauchs. Er hatte bis dahin jedes Konzert mit den Worten „And don’t forget to boogie!“ beendet. Seitdem leitet Adolpho „Fito“ De La Parra die Band. Er sagt von sich: „I’m a survivor in charge“. Die Fans in Australien und auf der ganzen Welt hielten der Band weiter die Treue. Walter Trout wurde neuer Leadgitarrist. Mit ihm wurde 1983 das Album Boogie Assault [Live in Australia] eingespielt. 1988 erschien die hörenswerte, eher traditionell orientierte LP Reheated mit Junior Watson an der Gitarre und dem zurückgekehrten Larry Taylor. 1989 hatte die Band einen Gastauftritt auf Hookers Album The Healer, das sich zu einem großen Erfolg entwickelte. Am 20. Oktober 1997 starb mit Henry Vestine das dritte Gründungsmitglied „on the road“ nach einem Konzert am Pariser Flughafen. Auch er hatte über Jahrzehnte zuviele Drogen genommen.

Von 1999 bis 2005 überraschte Fito mit einem neuen Line-up: die Band mit ihm selbst am Schlagzeug, Greg Kage (E-Bass und Gesang), Dallas Hodge (Leadgitarre und Gesang), John Paulus (Rhythmus- und Leadgitarre sowie Gesang) und Stanley Behrens (Mundharmonika, Flöte, Saxophon und Gesang). Für viele die überzeugendste Canned Heat-Besetzung seit vielen Jahren. 2003 erschien ihr Album Friends In The Can, bevor 2005 Don Preston den Gitarristen John Paulus ersetzte.

Der Bluesmusiker John Mayall beschreibt in seinem Stück The Bear (1968 erschienen auf der LP Blues from Laurel Canyon) sein zeitweises Zusammenleben mit den Musikern von Canned Heat. Das Stück, das mit einem markanten Intro beginnt, das an die Canned Heat-Boogies erinnert und von Mick Taylor gespielt wird, ist gleichzeitig eine Hommage an Bob Hite.

Ab 2006 geht die Band in der Zusammensetzung Barry Levenson, Greg Kage, Robert Lucas und Fito De La Parra auf Tournee. Diese Besetzung wird im Juni 2007 von den noch lebenden Mitgliedern aus der Woodstock-Zeit, Larry Taylor und Harvey Mandel, bei zwei Festivals in Österreich unterstützt. Für das Jahr 2009 sind einige wenige weitere Konzerte in dieser Formation in Europa angekündigt.

Am 23. November 2008 starb Sänger und Slide-Gitarrist Robert Lucas an einer Überdosis Drogen, nachdem er die Band kurz vorher verlassen hatte, um seine Solokarriere fortzusetzen.

 

Diskographie
* 1966 Canned Heat (Vintage)
* 1967 Canned Heat
* 1968 Boogie With Canned Heat
* 1969 Living the Blues
* 1969 Live at Topanga Corral
* 1969 Hallelujah
* 1970 Canned Heat Cookbook (best of 1967–1969)
* 1970 ’70 Concert: Recorded Live in Europe
* 1970 Future Blues
* 1970 Hooker ’n Heat (with John Lee Hooker)
* 1971 Historical Figures and Ancient Heads
* 1973 Memphis Heat
* 1973 Gate’s on the Heat
* 1973 The New Age
* 1973 One More River to Cross
* 1977 The Ties That Bind (1970/1974/1977)
* 1977 Human Condition
* 1978 Hooker and Heat Live at Fox Venice
* 1979 Canned Heat in Concert King Biscuit … 10 years Woodstock
* 1980 In Memory of Bob The Bear Hite
* 1981 Kings of the Boogie
* 1982 Boogie Assault [Live In Australia]
* 1987 Boogie up the Country
* 1987 2. Blues Festival in Bonn
* 1988 Reheated
* 1989 The Healer
* 1990 Burnin’ Live
* 1992 Internal Combustion
* 1994 Uncanned, The Best of …
* 1996 Canned Heat Blues Band
* 1998 Let’s Work Together – Best (1967–70, Zounds, alle Titel digital remastert)
* 1999 Boogie 2000
* 1999 Live In Oz featuring Walter Trout [Live in Australia 1981]
* 2000 Live At The Kaleidoscope 1969
* 2003 Boogie House Tapes 1967–1976
* 2003 Friends in the Can
* 2004 Boogie House Tapes 1969–1999
* 2006 Instrumentals
* 2007 Under the Dutch Skies
* 2007 Christmas Album

 

Singles:

* 1969 Chipmonk Song/Christmas Blues
* 1969 Low Down/Time was
* 1970 Wooly Bully/My time ain’t long
* 1970 Poor Moon/Sic’em Pigs
* 1973 The Harder they come/Atlantic

DVDs:

* 2005 Canned Heat – On the Road Again
* 2006 Canned Heat – Live In Montreux 1973
* 2006 Canned Heat – Canned Heat EP (4 Songs)
* 2007 Canned Heat – Boogie With Canned Heat: The Canned Heat Story

Bootlegs:

* 1969 CH Live at Texas Intern. Pop festival
* 1969 Jammin’ with Kaleidoscope
* 1970 real Future Blues
* 1970 Let’s work together in Montreux
* 1971 The Owl under the Moon (Monterey Pop Festival)
* 1971 Live at Turku Rock Festival
* 1974 Hot Boogie Cannery (Montreux)
* One Step behind the Blues
* The Great Canned Heat
* Rolling and Tumbling
* The Magic Collection
* Dust My Broom
* On the Road Again
* Big Road Blues
* Rollin’ Guitar

dazu unzählige, nicht autorisierte CDs, Kompilationen, Best of-Alben u.v.m.

Literatur

* Fito De La Parra: Living The Blues. Little Big Beat Musikverlag, Lindewerra, 2001

Beliebteste Videos des Monats

ERIC BURDON

Eric Victor Burdon (* 11. Mai 1941 in Newcastle upon Tyne, England) ist ein britischer Rock-Musiker. Er war Sänger der Rockbands The Animals und War.

Burdon war 1962 in Newcastle Gründungsmitglied der Animals. Ab 1966 nannte sich die Band Eric Burdon and the Animals oder auch The New Animals. 1970 schloss sich Burdon der Latino/Funksoul-Combo War aus der San Francisco Bay-Area an, verließ die Band jedoch bereits 1971 und begann eine Solo-Karriere.

1976 und 1983 gab es kurzzeitige Wiedervereinigungen der Animals.

Im Laufe der Jahre spielte Burdon einige kleinere Rollen in (unter anderem auch deutschen) Filmen.

Biografie
1958 bis 1971

Burdons erste Band war 1958 The Pagan Jazz, wo er mit John Steel zusammenspielte. In den folgenden Jahren wechselten beide mehrmals die Band. 1961 sang Burdon auch für Alexis Korner und schloss sich dann Blues Incorporated an, wo er auf Alan Price traf.

Im Jahr darauf gründeten sie gemeinsam die Alan Price Rhythm & Blues Combo, aus der 1964 die Animals wurden. Es folgte die erfolgreichste Zeit in Burdons Karriere mit dem Nummer-eins-Hit House of the Rising Sun und mehreren weiteren Top-10-Hits. Nach der Trennung von Alan Price übernahm er die Führungsrolle in der Band und 1966 veröffentlichte die Band erstmals als Eric Burdon and the Animals die Single See See Rider, die die letzte der ursprünglichen Animals wurde.

Nachdem drei Mitglieder die Band verlassen hatten nahm Burdon sein erstes Soloalbum mit dem Titel Eric Is Here auf. Es enthielt den Song Help Me Girl, der in dem Film Die Platinbande verwendet wurde und sein erster Solohit war. Allerdings wurde er bei den Aufnahmen vom verbliebenen Schlagzeuger Barry Jenkins und weiteren Studiomusikern unterstützt, die auch unter dem Namen The Animals geführt wurden. Eine richtige Band mit fester Besetzung gab es wieder ab Ende 1966 und bis 1969 hatten sie als Eric Burdon and the Animals, teilweise auch als Eric Burdon and the New Animals bezeichnet, noch einige Hits, der bekannteste ist San Franciscan Nights aus dem Jahr 1967, Rückseite dieser Single war in Deutschland Good Times. Im gleichen Jahr (1967) wurde eine Single in GB von der Firma MGM veröffentlicht Good Times (MGM 1344), auf deren Rückseite eine weitere Filmmelodie veröffentlicht wurde: Ain’t that so aus dem Film Stranger In The House.

Nach dem endgültigen Ende der Animals, wollte der Sänger wieder solo weitermachen, fand aber nicht die Unterstützung eines Labels oder eines Produzenten. Auf dem Newport-Festival im März 1969 lernt er Lee Oskar von der Funk-Band Nightshift kennen. Er und die Band schlossen sich zusammen benannten sich in Eric Burdon & War um. Es folgte eine erfolgreiche Tournee, die im Juli 1969 vom Kritiker des New Musical Express mit „Die beste Live-Band, die ich jemals gesehen habe“ kommentiert wurde. Danach veröffentlichten sie das Erfolgsalbum Eric Burdon Declares “War” und mit The Black-Man’s Burdon noch eine zweite gemeinsame Platte, aber nach einem Asthmaanfall auf der Europatournee 1971 setzt die Band die Auftritte und schließlich auch die Karriere ohne Burdon fort. Einige gemeinsame Aufnahmen, die sie bereits gemacht hatten, erschienen noch im selben Jahr auf dem Album mit dem Titel Guilty!, das aber eigentlich als Gemeinschaftswerk von Burdon und Jimmy Witherspoon veröffentlicht wurde. Danach wurde es erst einmal ruhiger um den Sänger.

1973 bis heute

Erst ab Mitte 1973 gab er wieder Konzerte mit Gitarrist Aalon Butler, Drummer Alvin Taylor und Bassist Randy Rice. Durch Auftritte in kleineren Hallen oder auf Festivals arbeitete er sich wieder ins Rampenlicht zurück. 1974 wurde das Album Sun Secrets unter dem Namen The Eric Burdon Band veröffentlicht. Mit diesem und dem nächsten Album Stop (1975) schaffte er es in die amerikanischen Album-Charts.

Im selben Jahr schloss er sich auch noch einmal mit seinen Kollegen von der Ursprungsbesetzung der Animals zusammen und 1976 erschien nochmals ein gemeinsames Album, ebenso wie eine Kompilation aus unveröffentlichten Aufnahmen und B-Seiten aus seiner Zeit mit War.

1977 zog Burdon mit seiner Frau Rosie Marks und seiner Tochter Mirage nach Deutschland. Es entstand das Rockalbum Survivor, das er unter anderem mit Alexis Korner und Zoot Money als Begleitmusiker aufnahm. Nach der Veröffentlichung tourte er durch Holland und lernte durch seine Musikerkollegen Udo Lindenberg kennen, mit dem er auf eine Deutschlandtournee ging. 1980 veröffentlichte er gleich zwei Alben, das Soloalbum Darkness, Darkness und The Last Drive als Projekt mit anderen Musikern, unter anderem mit Bertram Engel von Lindenbergs Panikorchester, unter dem Namen Eric Burdon’s Fire Department.

Nachdem ihn zuvor schauspielerische Ambitionen zu einigen kleineren Filmauftritten gebracht hatten, übernahm Burdon 1981 die Hauptrolle in Christel Buschmanns Film Comeback, in der es um die Rückkehr eines ehemaligen Rockstars geht. Im Jahr darauf wurde er zusammen mit dem gleichnamigen neuen Doppelalbum herausgebracht. Es folgte eine erfolgreiche Welttournee mit einer neu zusammengestellten Eric Burdon Band. Nach der Tour wurde das Album Power Company fertiggestellt und veröffentlicht.

Kurz darauf folgte die zweite Wiedervereinigung der Animals mit einem weiteren kommerziell erfolgreichen Album. Am 7. September fand das erste Animals-Konzert seit Jahren im Mid-Hudson Civic Center in New York statt. Dieses und andere Konzerte wurden mitgeschnitten. Das Silvester-Konzert 1983 wurde im Londoner Wembley-Stadion aufgenommen und 1984 unter dem Namen Rip it to Shreds – Greatest Hits Live veröffentlicht. Die Band ging wieder auseinander, bevor sie ein zweites Album aufnehmen konnte, diesmal endgültig.

Die kommenden Jahre verliefen ruhiger für Burdon. Nach einigen Konzerten veröffentlichte er 1986 seine Autobiografie I Used to Be an Animal (deutsch Am Anfang war es tierisch…). Zwei Jahre später wurde auch ein Album mit diesem Titel veröffentlicht.

Nachdem er 1990/91 mit Robby Krieger auf Tour gegangen war, lernte Burdon 1992 Brian Auger kennen. Mit ihm formte er eine neue gemeinsame Band, brachte das Doppel-Live-Album Access All Areas (1993) heraus und war bis Ende 1994 auf Tour. Dann gab er Konzerte unter dem Namen Eric Burdon’s I Band. Diese trennte sich Ende 1997. Er stellte wieder eine völlig andere Band zusammen, Eric Burdon & the New Animals. Diese hielt bis 2002. Zwischendrin wurde seine zweite Autobiografie Don’t Let Me Be Misunderstood veröffentlicht. 2003 bis 2005 tourte er weltweit als Eric Burdon & The Animals.

2004 veröffentlichte er sein Studioalbum My Secret Life, 2005 das Live-Album Athens Traffic Live und anschließend im Januar 2006 das Album Soul of a Man. Zur selben Zeit stellt er eine neue Band zusammen. Mit dieser tourte er danach mit wechselnden Mitgliedern. Am 21. April 2008 trat Eric Burdon auch noch einmal mit War in der Royal Albert Hall, London auf. Allerdings hatte die Band nicht mehr dieselbe Besetzung wie Anfang der 70er.

Vom renommierten Magazin Rolling Stone wurde Eric Burdon 2008 in die Liste der besten Sänger und Sängerinnen aller Zeiten auf Platz 57 aufgenommen.

Sonstiges
* Eric Burdon war mit Jimi Hendrix befreundet; er war die vorletzte Person, die Hendrix vor seinem Tod in Monika Dannemanns Londoner Hotelzimmer sah.
* Seine Songs waren u. a. in Großproduktionen wie Casino (1995) (mit Robert De Niro) und Boogie Nights (mit Burt Reynolds) zu hören.
* Burdon war von 1967 bis 1978 zweimal verheiratet.
* Am 27. Februar 2008 hat Universal in den USA sechs unveröffentlichte Alben von Burdon herausgebracht.

Diskografie
Alben

mit den Animals (bis 1966)

* The Animals (1964 – UK: #6, US: #7)
* The Animals on Tour (1965 – US: #99)
* Animal Tracks (1965 – UK: #6 – US: #57)
* In the Beginning (Livealbum, 1965)
* Animalization (1966 – US: #20)
* Animalisms (1966 – UK: #4)
* Animalism (1966 – US: #33)

Eric Burdon and the Animals

* Eric Is Here (Eric Burdon, mit Studiomusikern, 1967 – US: #147)
* Winds of Change (1967 – US: #42)
* Every One of Us (1968)
* The Twain Shall Meet (1968 – US: #78)
* Love Is (Doppelalbum, 1968)

Eric Burdon & War

* Eric Burdon Declares “War” (1970 – US: #18)
* The Black Man’s Burdon (1970 – US: #80)

Veröffentlichungen ab 1971

* Guilty! (Eric Burdon & Jimmy Witherspoon, 1971)
* Sun Secrets (1974 – US: #51)
* Stop (1975 – US: #171)
* Love Is All Around (Eric Burdon & War, Kompilation, 1976 – US: #140)
* Before We Were So Rudely Interrupted (The Animals, 1977, erste Wiedervereinigung – US: 70, NL: 24)
* Survivor (1977)
* Darkness, Darkness (1980)
* The Last Drive (1980)
* The Comeback Soundtrack (Doppelalbum, 1982)
* Ark (The Animals, 1983, zweite Wiedervereinigung – US: 66)
* Power Company (1983)
* I Used to Be an Animal (1988)
* Wicked Man (1988)
* Access All Areas (mit der Brian Auger Band, Livealbum, 1993)
* Lost Within the Halls of Fame (1995)
* Live at the Roxy (1998)
* American Dream (1999)
* Live in Seattle 2002 (2002)
* My Secret Life (2004 – DE: #93)
* Athens Traffic Live (2005) (Live-Album)
* Soul of a Man (2006 – DE: #43)

Weitere erfolgreiche Kompilationen / Best-of-Alben

* The Best of the Animals (1966 – US: #6)
* The Most of the Animals (1966 – UK: #4)
* The Greatest of Eric Burdon & the Animals, Vol. II (1967 – US: #71)
* The Most of the Animals (1971 – UK: #18)
* The Best of the Animals (Doppelalbum, 1973 – US: #188)
* Rip It to Shreds: Their Greatest Hits Live (The Animals, 1984 – US: #193)

Singles

siehe auch The Animals / War

* Help Me Girl (1966 – UK: #14 – US: #29)
* When I Was Young (Eric Burdon & the Animals, 1967 – DE: 31 – UK: #31 – US: #15)
* Good Times (Eric Burdon & the Animals, 1967 – UK: #20)
* San Franciscan Nights (Eric Burdon & the Animals, 1967 – DE: 20 – UK: #7 – US: #9)
* Anything (Eric Burdon & the Animals, 1968 – US: #80)
* Sky Pilot (Eric Burdon & the Animals, 1968 – UK: #40 – US: #14)
* Monterey (Eric Burdon & the Animals, 1968 – US: #15)
* White Houses (Eric Burdon & the Animals, 1968 – US: #67)
* Ring of Fire (Eric Burdon & the Animals, 1969 – DE: #19 – UK: #35)
* Good Times (1988 – DE: #53)

DVDs/VHS

* Finally (1991) (Dokumentation)
* Live at the Coachhouse (1999)
* The Eric Burdon Band Live (2000)
* Yes, You Can Go Home – On the Road with Eric Burdon & the Animals (2003)
* Live at the Venture Beach California (2008) (mit Robby Krieger)

Filmografie

* Little Red Riding Hood (1965)
* Monterey Pop (1968)
* Gibby Westgermany (1980) Nebenrolle
* Comeback (1982) Hauptrolle
* The Doors (1991)
* Schnee in der Neujahrsnacht (1999)
* The Blue Hour

Bücher

* 1966: Wild Animals
* 1986: I Used to Be an Animal, but I’m Alright Now (Am Anfang war es tierisch, 1988) – Autobiografie
* 1989: The Last Poet
* 2001: Don’t Let Me Be Misunderstood (My Secret Life, 2004) – Autobiografie

Monterey Pop Festival

Das Musikfestival Monterey International Pop Festival wurde von John Phillips (The Mamas and the Papas), dem Produzenten Lou Adler und dem Publizisten Derek Taylor geplant. Im Organisationskomitee saßen zudem die Beatles und die Beach Boys. Es wurde vom 16. Juni bis zum 18. Juni 1967 auf dem Monterey County Fairground in Kalifornien veranstaltet.

Es gilt als musikalischer Auftakt zur sogenannten „Hippie-Kultur“ („Flower Power“, „Love and Peace-Generation“). Mehr als 200.000 Menschen besuchten das Festival.

Es traten viele der bekanntesten Interpreten der Rockmusik auf, unter anderem Jimi Hendrix, Otis Redding, The Who, Janis Joplin, Blood, Sweat & Tears, Electric Flag, The Butterfield Blues Band, Canned Heat, Eric Burdon and the New Animals, Jefferson Airplane und The Byrds. Ravi Shankar spielte klassische indische Raga-Musik auf der Sitar.

Die Konzerte wurden später teilweise als Live-Mitschnitte auf Langspielplatten veröffentlicht (z. B. Jimi Hendrix, Otis Redding und Ravi Shankar). Künstlerischer Leiter des Festivals war Tom Wilkes.

Absagen für das Festival

* Brian Wilson von den Beach Boys, der an der Konzepterstellung für das Konzert beteiligt war, zog die Beach Boys quasi in letzter Minute zurück. Die Gruppe hätte das Festival als Hauptattraktion beenden sollen.

* The Kinks wurden zum Konzert eingeladen und hatten auch zugesagt. Sie erhielten von den USA allerdings kein Visum, da sie mit der amerikanischen Musikergewerkschaft im Streit lagen.

* Donovan erhielt ebenfalls kein Einreisevisum in die USA, da er 1966 gegen das Suchtmittelgesetz verstoßen hatte.

* Cream sagte ebenfalls ab, da ihr Bandmanager für ihr Amerika-Debüt eine andere Auftrittsmöglichkeit im Sinn hatte.

* Dionne Warwick musste den Auftritt absagen, da sie an jenem Wochenende bereits Verpflichtungen hatte.

* Die Beatles nahmen die Einladung live zu spielen nicht an und wurden daraufhin auch aus dem Organisationskomitee entlassen.

* Auch die Rolling Stones traten nicht auf. Einzig Gitarrist Brian Jones machte die Bühnenansage für Jimi Hendrix.

Reihenfolge der Auftritte
Freitag 16. Juni

* The Association
* The Paupers
* Lou Rawls
* Beverly
* Johnny Rivers
* The Animals
* Simon and Garfunkel

Samstag 17. Juni

* Canned Heat
* Big Brother and the Holding Company
* Country Joe and the Fish
* Al Kooper
* The Butterfield Blues Band
* Quicksilver Messenger Service
* Steve Miller Band
* The Electric Flag
* Moby Grape
* Hugh Masekela
* The Byrds
* Laura Nyro
* Jefferson Airplane
* Booker T. & the M.G.’s
* Otis Redding

Sonntag 18. Juni
* Ravi Shankar
* The Blues Project
* Big Brother and the Holding Company
* The Group With No Name
* Buffalo Springfield
* The Who
* Grateful Dead
* The Jimi Hendrix Experience
* Scott McKenzie
* The Mamas and the Papas

Auswirkungen

Der Auftritt beim Monterey Pop Festival brachte für einige Musiker den großen Durchbruch, für Otis Redding auch außerhalb der Soulszene, für Jimi Hendrix und The Who, die bereits in England erfolgreich waren, nun auch in den USA und für Janis Joplin mit Big Brother and the Holding Company war es der Durchbruch überhaupt. Das Festival selber war das erste in der Reihe der großen (Rock-)Festivals.

Eric Burdon & the New Animals veröffentlichten später das Lied Monterey. Im Liedtext erwähnt Eric Burdon einige der teilnehmenden Musiker oder Bands und musikalisch werden dazu die jeweiligen Stile kurz imitiert.

The Beatles

The Beatles waren eine britische Rockband, bestehend aus John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr. Die Gruppe gehört mit bisher rund 1,3 Milliarden verkauften Tonträgern zu den kommerziell erfolgreichsten Bands des 20. Jahrhunderts.

The Beatles

Gründung 1960
Auflösung 1970
Genre Rock, Pop, Beat
Website www.thebeatles.com

Letzte Besetzung
John Lennon(† 1980) Gesang, Rhythmusgitarre,Tasteninstrumente, Mundharmonika
Paul McCartney Gesang, Bass, Gitarre,Tasteninstrumente, Schlagzeug
George Harrison(† 2001) Gesang, Leadgitarre, Sitar, Tasteninstrumente
Ringo Starr(ab 1962) Schlagzeug, Perkussion, Gesang

Frühe Mitglieder
Stuart Sutcliffe († 1962) Bass
Pete Best(bis 1962) Schlagzeug

Umfeld
Brian Epstein(† 1967) Manager
George Martin Produzent
Norman Smith(bis 1965) Tontechniker
Geoff Emerick(ab 1966) Tontechniker

Geschichte
Frühe Jahre 1956-1960
Die späteren Beatles entwickelten sich Ende der 1950er-Jahre aus einer Reihe von Vorläuferbands um den Liverpooler Schüler John Lennon. Der musikbegeisterte 16-Jährige gründete gegen Ende des Jahres 1956 in Liverpool die Skiffle-Gruppe The Quarrymen, benannt nach der Quarry Bank High School, die er besuchte. Erste Mitglieder dieser Schülerband waren neben Lennon (Gesang/Gitarre) der Gitarrist Eric Griffiths, der Schlagzeuger Colin Hanton, der Banjo-Spieler Rod Davis, der Bassist Len Garry und Pete Shotton am Waschbrett. Die Besetzung der Quarrymen, die bei privaten Feiern und Schulfesten ihre ersten Auftritte absolvierte, wechselte allerdings ständig, was nicht unwesentlich am exzentrisch-launischen Bandleader lag. Zum Repertoire der Gruppe gehörten Stücke damaliger Musik-Größen wie Buddy Holly, Eddie Cochran und Lonnie Donegan.

Der wohl wichtigste Tag der noch jungen Bandgeschichte ist der 6. Juli 1957, als die Quarrymen bei einem Gartenfest der Pfarrgemeinde von Liverpool-Woolton auftraten. Nach dem ersten der zwei Konzerte wurde John Lennon von seinem Schulfreund Ivan Vaughan dem 15-jährigen Paul McCartney vorgestellt. Lennon war beeindruckt, als McCartney textsicher eine Version des Cochran-Stücks Twenty Flight Rock zum Besten gab. Einige Tage später wurde er in die Gruppe aufgenommen. Der erste gemeinsame Auftritt fand am 18. Oktober 1957 in der Liverpooler New Clubmoor Hall statt.Die Aufnahme von Paul McCartney bedeutete für John Lennon einerseits den Verlust seiner unumschränkten Führungsposition, andererseits aber eine künstlerische Konkurrenz auf Augenhöhe und eine gewinnbringende Quelle der Inspiration. Im Sommer 1957 begannen Lennon und McCartney mit dem gemeinsamen Komponieren eigener Stücke, zu den ersten gehörten Too Bad About Sorrows und Just Fun.
Am 6. Februar 1958 besuchte George Harrison, ein 14-jähriger Freund von Paul McCartney, ein Konzert der Quarrymen in der Wilson Hall von Liverpool-Garston. Nachdem er während einer Busfahrt John Lennon das Instrumentalstück Raunchy vorgespielt hatte, wurde auch er in die Gruppe aufgenommen. Aufgrund seines eher zurückhaltenden Charakters und des leichten Altersunterschiedes blieb er aber bis auf weiteres im Schatten von Lennon und McCartney, deren Freundschaft noch enger wurde, nachdem Lennons Mutter Julia am 15. Juli 1958 bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. McCartneys Mutter war bereits 1956 an Brustkrebs gestorben.

Ungefähr im Frühling oder Sommer 1958 nahmen The Quarrymen, die inzwischen aus Lennon, McCartney, Harrison, Colin Hanton und dem Klavierspieler John Lowe bestanden, zu privaten Zwecken die Lieder That’ll Be the Day (eine Buddy-Holly-Komposition) und In Spite of All the Danger (eine McCartney/Harrison-Komposition) im Homerecording-Studio von Percy Phillips in Liverpool auf. Die Lieder wurden direkt auf eine Schellackplatte aufgezeichnet. Die Schallplatte mit diesen ersten Aufnahmen der späteren Beatles wurde im Jahr 1981 von Lowe an Paul McCartney verkauft und 1995 im Rahmen der Anthology erstmals veröffentlicht.

Um sich für einen Auftritt im britischen Fernsehen zu qualifizieren, nahmen die Bandmitglieder im Oktober 1959 unter ihrem neuen Namen Johnny and the Moondogs an einem Talentwettbewerb des Unternehmers Carroll Levis teil. Nachdem sich die Gruppe für die Endrunde am 15. November 1959 in Manchester qualifizieren konnte, schien ein Sieg möglich, doch fand das Finale ohne die Moondogs statt, da die Gruppe aus finanziellen Gründen den letzten Zug nach Liverpool nehmen musste.

Im Januar 1960 stieß John Lennons Freund von der Kunstschule, der angehende Maler Stuart Sutcliffe, als Bassist zu den Moondogs. Der musikalisch unbedarfte Sutcliffe hatte sich auf Lennons Anraten hin vom Erlös eines seiner Gemälde eine Bassgitarre gekauft. Kurze Zeit später wurde die Gruppe in Anlehnung an die Buddy-Holly-Band The Crickets (Die Grillen) in The Silver Beatles umbenannt, wobei Beatles eine gedankliche Verbindung des Musikstils Beat und dem englischen Wort für „Käfer“, beetles, herstellt. In einem Artikel, den Lennon für das Liverpooler Musikmagazin Mersey Beat verfasste, behauptete er, die Idee sei ihnen durch einen Mann auf einem flambierten Kuchen gekommen, der ihnen in einer Vision erschienen sei.

“Many people ask what are Beatles? Why Beatles? Ugh, Beatles, how did the name arrive? So we will tell you. It came in a vision – a man appeared on a flaming pie and said unto them ‘From this day on you are Beatles with an «A»’. ‘Thank you, Mister Man’, they said, thanking him.”

„Viele Leute fragen, was sind Beatles? Warum Beatles? Hä? Beatles? Wie seid ihr auf den Namen gekommen? Also werden wir es Ihnen sagen. Der Name entstand in einer Vision – ein Mann erschien auf einem brennenden Kuchen und sprach zu ihnen: ‚Von diesem Tag an seid ihr Beatles, mit einem «A»‘. Vielen Dank, Herr Mann, sagten sie, um ihm zu danken.“

– John Lennon: Mersey Beat, 1961

Im Mai 1960 begleiteten die Silver Beatles den Sänger Johnny Gentle auf einer Schottland-Tournee, die durch die Vermittlung des Managers Larry Parnes zustandegekommen war. Doch der erhoffte Durchbruch entwickelte sich zum Fiasko. Während der einwöchigen Reise musste sich die noch unbekannte Gruppe mit spärlichem Publikum, Hunger und Erschöpfung auseinandersetzen. Eines der zum Teil verwahrlosten Hotels musste wegen Geldmangels Hals über Kopf verlassen werden. Zudem wurde der damalige Schlagzeuger Tommy Moore bei einem Autounfall verletzt.

Im darauffolgenden August verzichtete die Gruppe auf den Zusatz Silver im Namen und nannte sich fortan The Beatles.

Lehrjahre in Hamburg und Liverpool (1960–1961)

Auf der Suche nach englischen Musikgruppen für seine Hamburger Nachtlokale wandte sich der deutsche Veranstalter Bruno Koschmider im Sommer 1960 an seinen Liverpooler Geschäftspartner Allan Williams. Dieser hatte zeitweise das Management der Beatles übernommen und bot ihnen ein entsprechendes Engagement an. Am 16. August 1960 kamen John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Stuart Sutcliffe sowie der wenige Tage zuvor rekrutierte Schlagzeuger Pete Best in Hamburg an.
Vom 18. August 1960 an spielten die Beatles täglich im Indra Club an der berüchtigten Großen Freiheit. Nach und nach passten sich die Gruppenmitglieder dem spannungsgeladenen Umfeld aus Gewalt, Alkohol, Drogen und Sex an. Durch die bis zu neun Stunden dauernden Arbeitstage wurden Repertoire, Spontaneität und Selbstbewusstsein vergrößert. Die Aufforderung des Clubbesitzers, eine „Schau“ zu machen, mündete in wüsten Bühnenauftritten, die das Publikum anlockten und die Band zum angesagtesten Geheimtipp der Großen Freiheit machen.

In Hamburg lernten die Beatles die Fotografen Astrid Kirchherr und Jürgen Vollmer sowie den angehenden Künstler Klaus Voormann kennen, die später den Stil und das Auftreten der Gruppe in Bezug auf Kleidung und Frisuren („Pilzkopf“, engl. moptop) entscheidend prägten. Zudem war Kirchherr, die sich besonders mit dem zurückhaltenden Bassisten Sutcliffe anfreundete, die erste, die die Band im Rahmen professioneller Fotoaufnahmen ablichtete. Der Beatles-Haarschnitt, die sogenannte „Pilzkopf“-Frisur, wurde von dem deutschen Fotografen Jürgen Vollmer kreiert. Er selbst hatte sich diese Frisur geschnitten, lange bevor ihn Astrid Kirchherr und Klaus Voormann kennenlernten. In der Paul McCartney-Biografie Many years from now von Barry Miles wird McCartney wie folgt zitiert:

“…to get back to the haircut. I should know! We saw a guy in Hamburg, whose hair we liked. John and I were hitchhiking to Paris. We asked him to cut our hair like he did his. He was living in Paris. He was sort of an artsy guy, a photographer friend of everyone. His name was Jürgen…”

„…um noch einmal auf den Haarschnitt zurückzukommen. Das sollte ich wissen! Wir haben einen Typen in Hamburg gesehen, dessen Frisur wir mochten. John und ich sind nach Paris getrampt. Wir haben ihn gebeten, uns die Haare genau wie seine zu frisieren. Er lebte in Paris. Er war so eine Art Künstler, ein befreundeter und bei allen beliebter Fotograf, der Jürgen hieß…“

Auch in einem von John Lennon 1967 gegebenem Interview – zitiert in The Beatles Anthology – heißt es:

“Jürgen had a flattened-down hairstyle with a fringe in the front, which we rather took to. We went over to his place and there and then he cut – hacked would be a better word – our hair into the same style.”

„Jürgen hatte nach unten gekämmte Haare mit Pony, was uns ziemlich gut gefiel. Wir sind zu seiner Wohnung und wurden dort von ihm auf die gleiche Art frisiert – wobei das Wort ‚zerschnippelt‘ wohl passender wäre.“

Vollmer erinnerte sich in einem Interview an das Treffen mit Lennon und McCartney im September 1961:

“They glanced at my hair and said ‚Yes, we want that funny haircut too‘.”

„Sie blickten auf meine Frisur und sagten ‚Ja, so einen komischen Haarschnitt möchten wir auch‘.“

Weil der Indra Club wegen Ruhestörung geschlossen werden musste, zogen die Beatles Anfang Oktober in den Kaiserkeller um. Hier trat auch die ebenfalls aus Liverpool stammende Gruppe Rory Storm & the Hurricanes mit ihrem Schlagzeuger Ringo Starr auf. Am 15. Oktober 1960 vereinigten sich die beiden Gruppen zu einer privaten Aufnahme des Titels Summertime in einem kleinen Studio an der Kirchenallee. Im Laufe der Jahre gingen allerdings alle neun gepressten Platten dieser ersten gemeinsamen Produktion von Lennon, McCartney, Harrison und Starr verloren.

Ende November mussten die Beatles wegen der Minderjährigkeit von George Harrison (der zu diesem Zeitpunkt erst 17 Jahre alt war) und einer angeblichen Brandstiftung durch Paul McCartney und Pete Best Deutschland verlassen. Nur Stuart Sutcliffe blieb bei seiner Freundin Astrid Kirchherr in Hamburg, wo er am 10. April 1962 im Alter von nur 21 Jahren an einer Hirnblutung starb. In den folgenden zwei Jahren absolvierten die Beatles noch vier weitere Spielzeiten in der Hansestadt, davon eine im Top Ten Club, die restlichen im renommierten Star-Club.

Am 27. Dezember 1960 spielten die Beatles ein Konzert in der Liverpooler Litherland Town Hall, bei dem die Gruppe ihren Status als „beste Band der Stadt“ festigte und erste Anzeichen der aufkommenden Popularität zu spüren bekam. Bei diesem Auftritt wurde Sutcliffe durch den Studenten Chas Newby vertreten. Wenig später übernahm Paul McCartney endgültig die Rolle des Bassisten, und die Beatles wurden zu einer Vier-Mann-Band.
Die nachhaltige Wirkung ihres Konzertes in der Litherland Town Hall ermöglichte den Beatles Auftritte in zahlreichen Clubs von Liverpool und die damit verbundene Steigerung ihres Bekanntheitsgrades. Am 9. Februar 1961 feierten Lennon, McCartney, Harrison und Best ihr Debüt im Cavern Club, einem rauchig-düsteren Kellerlokal in der Mathew Street, das schnell zum Stammlokal der Gruppe wurde und heute durch 292 nachgewiesene Auftritte einen Kultstatus innehat.
Erste Schallplatte der Beatles als Begleitband von Tony Sheridan unter dem Namen The Beat Brothers, 1961

Während ihres zweiten Deutschland-Aufenthaltes begleiteten die Beatles im Juni 1961 den britischen Sänger Tony Sheridan bei einigen Aufnahmen für die Plattenfirma Polydor in der Friedrich-Ebert-Halle in Hamburg-Heimfeld, darunter befanden sich die Stücke My Bonnie, Ain’t She Sweet und das Harrison/Lennon-Instrumentalstück Cry for a Shadow. Diese ersten professionellen Aufnahmen der Gruppe (später auf den deutschen Veröffentlichungen als The Beat Brothers bezeichnet) wurden von dem deutschen Komponisten und Bandleader Bert Kaempfert produziert.

Brian Epstein und George Martin (1961–1962)

Am 28. Oktober 1961 beauftragte ein Kunde Brian Epstein, den Liverpooler Geschäftsführer der Plattenfirma NEMS, ein Exemplar der in Deutschland erschienenen Tony Sheridan/Beatles-Single My Bonnie zu beschaffen. Nach weiteren Anfragen recherchierte Epstein den Aufenthaltsort der Gruppe. Am 9. November 1961 besuchte er mit seinem Assistenten Alistair Taylor ein Beatles-Konzert im Cavern Club. Er war beeindruckt von der Ausstrahlung der Bandmitglieder und bot ihnen einige Wochen später an sie zu managen. Die Übernahme des Managements durch Brian Epstein bedeutete für John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Pete Best, die bisher in Lederkluft und ohne festes Programm aufgetreten waren, weitreichende Stilveränderungen. Epstein bestand auf ordentlichen Anzügen, einem festen Bühnenprogramm und angemessenem Verhalten auf der Bühne. Am 9. Dezember 1961 gaben die Beatles im Palais Ballroom von Aldershot vor gerade mal achtzehn Zuschauern ihr Südengland-Debüt.
Brian Epstein ermöglichte den Beatles einen Vorspieltermin bei der Plattenfirma Decca in London, wo die Gruppe am 1. Januar 1962 fünfzehn Stücke zum Besten gaben (darunter Money, Till There Was You und Besame Mucho). Schließlich entschieden sich die Decca-Geschäftsführer Mike Smith und Dick Rowe aber doch für Brian Poole & The Tremeloes, da nach ihrer Meinung „Gitarrengruppen aus der Mode kommen“ würden.

Am 7. März 1962 produzierten die Beatles in Manchester zum ersten Mal Stücke für eine Radiosendung der BBC. Drei Monate später, am 6. Juni 1962, stand ein weiterer Vorspieltermin in den Londoner Abbey Road Studios an, bei dem die Gruppe vor den Parlophone-Produzenten George Martin und Ron Richards auftrat. Lennon, McCartney, Harrison und Best spielten Besame Mucho, Love Me Do, P.S. I Love You und Ask Me Why. Nach dem Vorspielen bot Martin, der eigentlich nach einem Solokünstler mit Begleitgruppe im Stile von Cliff Richard und The Shadows für sein Label gesucht hatte, den Beatles einen Plattenvertrag an.
Kurz vor den ersten Plattenaufnahmen entließen die Beatles überraschend den beim Publikum beliebten Schlagzeuger Pete Best und ersetzten ihn durch Ringo Starr, der mit seiner Gruppe Rory Storm & the Hurricanes gerade in Skegness aufgetreten war. Die Gründe für die Trennung von Best wurden nie vollständig geklärt. Der Schlagzeuger war wegen mangelnder Kontaktfreudigkeit wohl eher ein Außenseiter innerhalb der Band, zudem hatte sich George Martin nach den ersten Probeaufnahmen ebenfalls für einen Wechsel ausgesprochen. Das erste gemeinsame Konzert von Lennon, McCartney, Harrison und Starr fand am 18. August 1962 in der Hulme Hall von Birkenhead statt.

Am 22. August 1962 wurden die Beatles bei einem Auftritt im Cavern Club von einem Granada-TV-Team gefilmt – der erste Fernsehauftritt der Gruppe. Zu Silvester spielte die Gruppe ihr letztes Konzert im Star-Club in Hamburg.

Der Durchbruch (1962–1964)

Am 5. Oktober 1962 erschien mit Love Me Do die erste offizielle Single der Beatles in Großbritannien. Ringo Starr war zunächst bei der Aufnahme von Produzent George Martin durch den erfahrenen Studiomusiker Andy White ersetzt worden, um den Schlagzeugteil einzuspielen. Letztlich erklärte Martin sich dann aber doch mit Ringo Starrs Beitrag einverstanden.

Love Me Do, eine Eigenkomposition, die John Lennon und Paul McCartney gegen das von Martin favorisierte How Do You Do It durchgesetzt hatten, stieg bis auf Rang 17 der britischen UK Top 40. Die zweite Single Please Please Me wurde am 11. Januar 1963 veröffentlicht und schaffte es bis auf Rang 2 der UK-Hitlisten.

Die Erfolge ihrer ersten Platten und die daraus resultierenden Radio- und Fernsehauftritte ermöglichten den Beatles zunehmend Gastspiele auch außerhalb des Einzugsgebietes Liverpools. Die neuen Roadmanager Neil Aspinall – ein alter Freund von Paul McCartney – und Malcolm „Mal“ Evans, der ehemalige Türsteher des Cavern Club, transportierten die Gruppenmitglieder mit ihren Instrumenten in einem gebraucht erstandenen Kleinbus zu ihren Auftrittsorten.

Am 2. Februar 1963 starteten die Beatles im Gaumont von Bradford als Vorgruppe der 16-jährigen Sängerin Helen Shapiro ihre erste professionelle Tournee durch Großbritannien. Mit dabei waren auch Dave Allen, Danny Williams und Kenny Lynch. Die zweite Tour zeigte die Band vom 9. März an neben Tommy Roe und Chris Montez. Nach ersten Zuschauerreaktionen wurden die Beatles bereits einen Tag später als Hauptgruppe angekündigt. Es folgen hochkarätige Auftritte bei der Show Swinging Sound in der Londoner Royal Albert Hall (18. April 1963) und vor 10.000 Zuschauern im Rahmen des NME-Poll-Winners-Konzerts im Empire Pool von Wembley (21. April 1963).

Das erste offizielle Beatles-Album Please Please Me erschien am 22. März 1963. Lennon, McCartney, Harrison und Starr hatten die LP am 11. Februar innerhalb von nur zwölf Stunden in den Abbey-Road-Studios aufgenommen und dabei vorwiegend Stücke aus ihrem Live-Repertoire verwendet, darunter I Saw Her Standing There, Do You Want to Know a Secret und Twist and Shout. Please Please Me stieg, wie alle folgenden Beatles-LPs bis 1970 (mit Ausnahme von Yellow Submarine 1969), an die Spitze der britischen Hitlisten.

Die dritte Single From Me to You erschien am 11. April 1963. Die A-Seite war von John Lennon und Paul McCartney im Tourbus komponiert worden. Die Platte erreichte wenig später mit 650.000 verkauften Exemplaren die Spitze der britischen Hitpararade und stellte den Beginn einer eindrucksvollen Erfolgsserie dar: Bis zum Februar 1967 würden die Beatles mit ihren Singles ohne Ausnahme den ersten Platz der britischen Hitlisten erobern.

Das erste Treffen der Beatles mit den noch eher unbekannten Rolling Stones, die kurz vor der Veröffentlichung ihrer ersten Single standen, fand am 14. April 1963 im Crawdaddy Club des Londoner Station-Hotels statt. Später überließen John Lennon und Paul McCartney, die sich mit Mick Jagger und Keith Richards angefreundet hatten, der Gruppe ihre Komposition I Wanna Be Your Man. Der Titel erschien als zweite Single der Rolling Stones und erreichte Platz 12 der britischen Hitparade.

Vom 18. Mai bis zum 9. Juni 1963 absolvierten die Beatles ihre dritte England-Tournee, diesmal an der Seite von Roy Orbison und Gerry & The Pacemakers. Auch Orbison trat nach der ersten Show zugunsten der Beatles als Headliner zurück. Während der Tour erhielt die Gruppe mit Pop Go To The Beatles eine eigene, wöchentlich ausgestrahlte Radiosendung bei der BBC. Im Juli und August folgten fünf je einwöchige Gastspiele in Ferienorten (u. a. in Margate und Bournemouth).

Wegen der Aufnahmesessions in den Abbey-Road-Studios und den zahlreichen Auftritten in Radiosendungen hatten die Beatles bereits zu Beginn des Jahres ihren Lebensmittelpunkt nach London verschoben. Besuche in Liverpool wurden wegen des eng gestrickten Terminplans immer seltener. Am 3. August 1963 spielte die Gruppe vor 274 Zuschauern ihr letztes Konzert im Cavern Club.

Mit dem stetig steigenden Bekanntheitsgrad machte der Gruppe die ekstatische und zunehmend außer Kontrolle geratende Verehrung seitens der weiblichen Fans zu schaffen, die nach der Veröffentlichung der nächsten Single She Loves You am 23. August 1963 ungeahnte Ausmaße erreicht. Öffentliche Auftritte gerieten zu Massenveranstaltungen, viele der Konzerttheater konnten nur noch mit starkem Polizeischutz erreicht und wieder verlassen werden. She Loves You avanciert mit 1,6 Millionen verkauften Exemplaren zur bis dato meistverkauften britischen Single.

Der endgültige Durchbruch gelang den Beatles am 13. Oktober 1963 mit einem Auftritt in der populären ATV-Sendung Sunday Night At The London Palladium, den fünfzehn Millionen Menschen sahen. Hunderte von kreischenden Fans verursachten ein Verkehrschaos vor dem Theater. Nach ausgiebigen Fernseh-, Radio- und Presseberichten wurde die Hysterie, genannt „Beatlemania“, zum Selbstläufer.

Ende Oktober 1963 absolvierten die Beatles eine kurze Schweden-Tournee, die Auftritte in Stockholm, Borås und Eskilstuna einschloss, dazu Rundfunk- und Fernsehaufnahmen für die örtliche Presse. Als sie am 31. Oktober wieder in Heathrow landeten, wurde der amerikanische Showmaster Ed Sullivan zufällig Zeuge eines phänomenalen Empfangs. Trotz strömenden Regens warteten tausende kreischende Fans auf die Heimkehrer. Sullivan hatte noch nie von den Beatles gehört, buchte sie aber sofort für seine Show. Am Tag darauf ging die Gruppe erneut auf Großbritannien-Tournee, diesmal von Anfang an als Hauptgruppe. Die teilweise chaotische Tour wurde von starken Polizeikräften begleitet, die den hysterischen Sympathiebekundungen weiblicher Anhänger entgegenwirken sollten. Um den Fans zu entkommen, verkleideten sich die Beatles in Birmingham als Polizisten. In Plymouth gelang die Flucht durch das Kanalsystem der Stadt, während die Polizei auf den Straßen Wasserwerfer einsetzte.

Am 4. November 1963 spielten die Beatles im Rahmen der alljährlichen Royal Command Performance vor der britischen Königinmutter Elizabeth, Lord Snowdon und Prinzessin Margaret im Londoner Prince of Wales Theatre. Zum Programm gehörten auch Auftritte von Marlene Dietrich und Harry Secombe. Das letzte Stück, Twist and Shout, kündigte John Lennon mit den Worten an:

“For our last number I’d like to ask your help: Will the people in the cheaper seats clap your hands? And the rest of you, if you’ll just rattle your jewellery!”

„Für unser letztes Stück bitte ich Sie um Ihre Mithilfe: Könnten die Leute auf den billigen Plätzen mitklatschen? Der Rest von Ihnen klappert einfach mit den Juwelen!“

Das zweite Beatles-Album With the Beatles erschien am 22. November 1963. Die LP enthielt neben sieben Coverversionen (u. a. Roll Over Beethoven von Chuck Berry) die Lennon/McCartney-Stücke All My Loving und I Wanna Be Your Man sowie die erste George-Harrison-Komposition Don’t Bother Me. Am 29. November folgte die Single I Want to Hold Your Hand, für die es allein in England eine Million Vorbestellungen gab.

Vom 24. Dezember 1963 bis zum 11. Januar 1964 traten die Beatles im Rahmen einer eigens einstudierten Christmas Show mit Musik und Sketchen im Londoner Finsbury Park Astoria auf. Mit dabei waren unter anderem Cilla Black und Billy J. Kramer & the Dakotas. Anschließend folgte ein dreiwöchiges Gastspiel im Olympia Theater von Paris, dort allerdings nur als Vorgruppe der damals in Frankreich sehr populären Künstler Trini Lopez und Sylvie Vartan. In den örtlichen Pathé-Marconi-Studios nahmen die Beatles die Stücke Can’t Buy Me Love sowie Komm Gib Mir Deine Hand und Sie Liebt Dich auf, die für eine Veröffentlichung auf dem deutschen Markt gedacht waren.

Amerika und die Welt (1964–1965)

Bereits kurz nach den ersten Erfolgen der Beatles hatte ihr Manager Brian Epstein versucht, die Gruppe auch auf dem US-amerikanischen Markt zu etablieren. Das US-Plattenlabel Capitol Records, das eigentlich die US-Vertriebsrechte für EMI wahrnahm, lehnte jedoch zunächst die Veröffentlichung von Beatles-Platten ab. Im August 1962 sprang Vee-Jay Records ein, das die Singles Please Please Me / From Me to You und Do You Want To Know A Secret / Thank You Girl übernahm und hastig zwei LPs veröffentlichte. Dann folgten einige Rechtsstreitigkeiten, die einen systematischen Vertrieb der Beatles-Singles in den USA behinderten. Folge war, dass gleich vier Plattenfirmen Beatles-Platten konkurrierend herausbrachten. Erst ab Juli 1964 war diese Situation beseitigt und Capitol Records bekam gerichtlich die Alleinvertriebsrechte für Beatles-Platten in den USA zugesprochen. Britische Musiker hatten es diesbezüglich in den USA traditionell schwer. Doch Capitol machte Promotion, Zeitungen schrieben über die seltsame Gruppe aus England und die Radio-DJs fingen an, ihre Single zu spielen. Völlig unerwartet erreichte die Gruppenmitglieder am 17. Januar 1964 in ihrem Pariser Hotelzimmer die Nachricht, dass mit I Want to Hold Your Hand die Eroberung der Spitzenposition in den US-Charts gelungen war. Günstigerweise hatten sie nun also einen Hit im Gepäck, als sie kurz darauf nach Amerika flogen, um bei Ed Sullivan aufzutreten, der sie bereits Monate zuvor gebucht hatte.

Am 7. Februar 1964 landeten die Beatles in einem PanAm-Flugzeug auf dem New Yorker Flughafen, wo 5000 Fans und 200 Journalisten sie auf dem Rollfeld empfingen. Im Flughafengebäude fand eine große Pressekonferenz statt, die die Gruppe auf humorvolle Art und Weise meisterte:

Q: “Will you sing something?” („Singen Sie etwas für uns?“)
Lennon: “No, we need money first.” („Nein, nicht ohne vorherige Bezahlung.“)
Q: “What is the secret of your success?” („Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?“)
Starr: “We have a press agent.” („Wir haben einen Pressesprecher.“)
Q: “What do you think of the campaign in Detroit to stamp out the Beatles?” („Was meinen Sie zur Kampagne in Detroit, die Beatles auszulöschen?“)
McCartney: “We have a campaign to stamp out Detroit.” („Wir haben eine Kampagne, um Detroit auszulöschen.“)
Q: “What do you believe is the reason you are the most popular singing group today?” („Was ist Ihrer Meinung der Grund dafür, dass Sie momentan die populärste Musikgruppe sind?“)
Lennon: “We’ve no idea. If we did we’d get four long-haired boys, put them together, and become their managers.” („Wir haben keine Ahnung. Wenn wir es wüssten, würden wir vier langhaarige Jungs suchen und sie managen.“)
Q: “What do you do when you’re cooped up in a hotel room between shows?” („Was machen Sie, während Sie im Hotelzimmer auf ihre Auftritte warten?“)
Harrison: “We ice-skate.” („Wir laufen Schlittschuh.“)
Q: “How did you find America?” ([hier sind zwei Deutungen möglich, Lennon antwortete absichtlich auf die vom Fragesteller nichtgemeinte Möglichkeit.] „Wie fanden Sie Amerika?“ [der Frager wollte eigentlich wissen: „Wie gefällt Ihnen Amerika?“])
Lennon: “We went to Greenland and made a left turn.” („Wir sind bei Grönland links abgebogen.“)

Am 9. Februar 1964 traten die Beatles mit fünf Stücken (All My Loving; Till There Was You; She Loves You; I Saw Her Standing There; I Want to Hold Your Hand) in der populären Ed Sullivan Show auf. 73,7 Millionen Zuschauer an den Fernsehschirmen verfolgten die Live-Sendung.Während der Show verlas der Moderator Ed Sullivan ein Glückwunschtelegramm von Elvis Presley und dessen Manager Tom Parker. Nach Konzerten in Washington und in der New Yorker Carnegie Hall flog die Gruppe nach Miami Beach (Florida), wo während eines Kurzurlaubs ein Treffen mit dem Boxer Cassius Clay stattfand. Nach einem weiteren Auftritt in der Ed Sullivan Show am 16. Februar kehrten die Beatles am 22. Februar 1964 nach London zurück.

Bis heute unerreicht war die musikalische Dominanz, mit der die Beatles im April 1964 die Hitlisten beherrschten: In den USA besetzten sie am 4. April die ersten fünf Plätze der Single-Hitparade (an der Spitze die am 16. März 1964 mit 1,7 Millionen Vorbestellungen veröffentlichte Single Can’t Buy Me Love), in Australien waren es sogar die ersten sechs Ränge. Zudem war die Gruppe mit sieben weiteren Stücken in den US-Top 100.

Wegen des anhaltenden Erfolges wurde den Beatles geraten, sich auch im Filmgeschäft zu versuchen. Am 2. März 1964 begannen auf dem Londoner Marylebone-Bahnhof unter der Regie von Richard Lester die Dreharbeiten für die Musikkomödie Yeah Yeah Yeah (Originaltitel: A Hard Day’s Night). Das Titelstück A Hard Day’s Night komponierte John Lennon nach einer von Ringo Starr erfundenen Redewendung: Jener ging nach einem langen Arbeitstag aus dem Aufnahmestudio und wollte sagen „It’s been a hard day“, doch noch während er es sagte, bemerkte er, dass es bereits dunkel war und fügte in seiner typischen Art ein „’s night“ an. Der Schwarzweißfilm feierte am 6. Juli 1964 in London Weltpremiere und wurde zu einem Kassenschlager. Am 10. Juli erschienen das dazugehörige Soundtrack-Album, das erstmals nur Kompositionen von Lennon und McCartney enthielt (unter anderem Things We Said Today, I Should Have Known Better, And I Love Her und If I Fell), und die Single A Hard Day’s Night.
Nach einem knapp einmonatigen Urlaub gingen die Beatles ab 4. Juni 1964 erstmals auf Welttournee. Da Ringo Starr an einer schweren Mandelentzündung litt, wurde er bei den Auftritten in Europa und Hongkong durch den Session-Schlagzeuger Jimmie Nicol ersetzt. Erst in Sydney traf Starr wieder mit der Band zusammen. In Adelaide wurde die Gruppe von 300.000 Fans in der Innenstadt empfangen – die größte Menschenmenge, die sich bis dato in Australien versammelt hatte.

Am 10. Juli 1964 kehrten die Beatles für die Nordengland-Premiere von Yeah Yeah Yeah nach Liverpool zurück, wo sie von 203.000 Menschen an den Straßen begrüßt wurden. Zum Ende des Monats war die Gruppe erneut in Schweden zu Gast.

Vom 19. August bis 20. September 1964 absolvierten die Beatles ihre erste große US-Tournee, die einem Triumphzug glich. Neben Auftritten in San Francisco, Kansas City, Dallas und New Orleans spielte die Gruppe am 23. August in der Hollywood Bowl von Los Angeles. Am 28. August besuchte Bob Dylan die Band in ihrer Hotel-Suite in New York und führte sie in den Genuss von Marihuana ein.
Nur drei Wochen nach ihrer Rückkehr starteten die Beatles am 9. Oktober 1964 eine weitere, einmonatige Großbritannien-Tournee. Am 23. November wurde die Single I Feel Fine veröffentlicht. Das Album Beatles for Sale erschien am 4. Dezember 1964 und offenbarte nach Meinung von Kritikern erste Ermüdungserscheinungen. Nur acht von vierzehn Stücken waren Eigenkompositionen, darunter Eight Days a Week, Baby’s in Black und I’m a Loser. Tatsächlich hatten die vielen Konzerte und anderen Verpflichtungen den vier kaum Zeit gelassen neue Songs zu schreiben, was der Grund für die sechs Cover-Versionen auf dem Album war. Das Jahr endete mit der zweiten Auflage der Beatles Christmas Show im Londoner Hammersmith Odeon, die 39 Auftritte in drei Wochen beinhaltete.

Am 23. Februar 1965 begannen auf den Bahamas die Dreharbeiten für den zweiten Beatles-Film Hi-Hi-Hilfe!, diesmal in Farbe. Regisseur war erneut Richard Lester, zu den Nebendarstellern gehören Victor Spinetti und Eleanor Bron. Weitere Aufnahmen entstanden in Obertauern, London und auf dem Salisbury Plain in der Nähe von Stonehenge. Die eher seichte Slapstick-Komödie feierte am 29. Juli 1965 im Beisein von Prinzessin Margaret in London Weltpremiere. Die Single Help! erschien am 19. Juli, das gleichnamige Soundtrack-Album Help! (u. a. mit You’ve Got to Hide Your Love Away, Another Girl und You’re Going to Lose that Girl) am 6. August 1965.

Die neunte Beatles-Single Ticket to Ride war bereits am 6. April 1965 veröffentlicht worden. Zwei Monate später, am 14. Juni produzierte die Gruppe in den Abbey-Road-Studios mit Yesterday eines ihrer bekanntesten Stücke. Paul McCartney hatte die Ballade mit dem Arbeitstitel Scrambled Eggs („Rühreier“) nach einer Melodie geschrieben, die ihm eines Tages beim Aufwachen im Haus seiner Freundin Jane Asher eingefallen war. Das als McCartney-Solo aufgenommene und mit Streichern unterlegte Lied wurde nicht als Single, sondern im Rahmen der Help!-LP und auf einer EP veröffentlicht. Es gehört heute zu den berühmtesten Pop-Stücken der Musikgeschichte.

Vom 20. Juni bis zum 3. Juli 1965 absolvierten die Beatles eine zweiwöchige Europa-Tournee. Nur einen Monat später ging es erneut in die Vereinigten Staaten. Am 15. August 1965 spielte die Gruppe im ausverkauften New Yorker Shea Stadium vor 55.600 Zuschauern (darunter Mick Jagger, Keith Richards, Barbara Bach und Linda Eastman) den größten Live-Auftritt ihrer Karriere. Es war das erste Mal, dass eine Popgruppe in einem offenen Stadion auftrat und die bis dahin größte zahlende Zuschauermenge bei einem Konzert. Der Lärmpegel der weiblichen Fans war während der 30-minütigen Show so hoch, dass weder die Zuschauer noch die Beatles die Musik hören konnten.

Nachdem sich die Beatles während der Tournee bereits mit Stars wie Bob Dylan, Del Shannon, Joan Baez, Peter Fonda und Peter, Paul and Mary getroffen hatten, fand am 27. August 1965 das langerwartete Treffen mit ihrem Idol Elvis Presley in dessen Haus in Bel Air statt. Man unterhielt sich und ging schließlich zu einer Jamsession über. Angeblich wurde dabei eine Coverversion von You’re My World auf Band mitgeschnitten.

Am 12. Juni 1965 gab das britische Königshaus bekannt, dass die Beatles wegen ihrer Verdienste um die britische Exportindustrie von Königin Elisabeth II. mit dem MBE-Orden ausgezeichnet werden würden. Die Ehrung fand am 26. Oktober 1965 im Londoner Buckingham Palace statt. 4000 Fans und Journalisten harrten vor dem Gebäude aus. Die Hysterie um die Ordensverleihung blieb allerdings nicht ohne Folgen. Vornehmlich Militärs waren es, die ihre jahrzehntelange Pflichterfüllung im Dienste der Krone durch die Verleihung desselben Ordens an eine Popgruppe herabgesetzt sahen und daraufhin ihre MBE-Orden zurückgaben.

Neue Klänge und das Ende der Tourneen (1965–1967)

Am 3. Dezember 1965 veröffentlichten die Beatles die Doppel-A-Seiten-Single We Can Work It Out/Day Tripper und das Album Rubber Soul. Die Stücke der LP (unter anderem Drive My Car, Nowhere Man, Girl und In My Life) lassen erste Anzeichen eines musikalisch-geistigen Reifungsprozesses der Gruppenmitglieder erkennen. Bei Norwegian Wood (This Bird Has Flown) spielte George Harrison auf einer Sitar, einem indischen Instrument, das er während der Dreharbeiten zu Hi-Hi-Hilfe! kennenlernte. Paul McCartney steuerte mit Michelle eine englisch-französische Ballade bei. Zu einigen der Lieder drehen die Beatles erstmals sogenannte „Promofilme“, ein Vorläufer des Musikvideos.

Zur selben Zeit starteten die Beatles ihre sechste und letzte Großbritannien-Tournee (unter anderem mit The Moody Blues als Vorgruppe). Während dieser Tour bestritten sie auch den letzten Auftritt in ihrer Heimatstadt Liverpool am 5. Dezember 1965. Viele ihrer Freunde und Verwandten saßen im Publikum.

Am 1. Mai 1966 standen die Beatles im Rahmen des NME-Poll-Winners-Konzerts zum letzten Mal auf einer britischen Konzertbühne. Einige Aufregung verursachte im Juni 1966 die Veröffentlichung des US-Albums Yesterday and Today. Das Coverfoto zeigte die Beatles inmitten von rohem Fleisch und zerbrochenen Puppen (Butcher Cover). Nach scharfen Protesten aus der Öffentlichkeit wurde die LP zurückgezogen und erschien mit einem neuen Cover. Am 10. Juni 1966 kam die Single Paperback Writer in die Läden.

Vom 24. Juni bis zum 4. Juli 1966 absolvierten die Beatles eine weitere Welt-Tournee, die auch sechs Konzerte an drei Tagen in Deutschland umfasste (München, Essen und – zum letzten Mal am 26. Juni – Hamburg). Für Unfrieden sorgten Proteste von Traditionalisten in Japan, die einen Auftritt der Gruppe im Budōkan, einer vorwiegend der Kampfkunst vorbehaltenen Halle in Tokio, ablehnten. In Manila spielte die Gruppe zwei Konzerte vor insgesamt 80.000 Zuschauern. Die Tour endete mit einem Eklat, als Brian Epstein im Namen der Band eine Einladung der philippinischen Diktatoren-Gattin Imelda Marcos zum Abendessen ablehnte. Während der darauffolgenden hastigen Abreise wurden die Beatles und ihre Mitarbeiter auf dem Flughafen der Hauptstadt von „Sicherheitskräften“ attackiert. Ringo Starr ging nach einem Kinnhaken zu Boden, ein Chauffeur erlitt einen Rippenbruch.

Die Veröffentlichung der LP Pet Sounds durch die Beach Boys spornte Lennon und McCartney zu neuen Höchstleistungen an. Am 5. August 1966 erschien das Album Revolver, mit dem die Beatles in Bezug auf Klang und instrumentale Bandbreite musikalisches Neuland betraten. Das Cover des Albums wurde von Klaus Voormann, dem Freund aus Hamburger Tagen, gestaltet. Die langwierig ausgefeilten, teilweise auch unter Drogeneinfluss entstandenen Stücke, darunter Eleanor Rigby, Taxman, Good Day Sunshine, I’m Only Sleeping, For No One und das psychedelisch angehauchte Tomorrow Never Knows, waren aufwendig mit klassischen Elementen und Tonbandschleifen aus dem Studio angereichert worden. Gleichzeitig wurde die populäre Single Yellow Submarine veröffentlicht, ein Kinderlied, das Paul McCartney für den stimmlich etwas eingeschränkten Ringo Starr komponiert hatte. Die Single erreichte in den USA „nur“ Rang 2 der Hitlisten.

Am 12. August 1966 starteten die Beatles in Chicago ihre vierte US-Tournee. Die Vorkommnisse in Asien und die Tatsache, dass durch den enormen Lärmpegel während der Auftritte kaum noch Musik zu hören war, sorgten bei den Gruppenmitgliedern zunehmend für Verdrossenheit. Neue Aufregung entstand durch die Veröffentlichung einer Bemerkung John Lennons aus einem früheren Interview, wonach die Beatles „schon jetzt populärer als Jesus“ wären. Nach nervenaufreibenden Pressekonferenzen, öffentlichen Plattenverbrennungen und Demonstrationen des Ku-Klux-Klans entschloss sich die Gruppe, nicht mehr auf Tournee zu gehen und ihre Arbeit ausschließlich ins Studio zu verlegen. Die Tournee endete am 29. August 1966 mit einem Konzert vor 25.000 Zuhörenden (Eintrittspreis damals fünf US-Dollar) im Candlestick Park von San Francisco.

Im Herbst 1966 gönnten sich die Beatles einen fast dreimonatigen Urlaub, der einen radikalen Imagewandel nach sich zog. John Lennon wurde in Celle, wo er für den Richard-Lester-Film Wie ich den Krieg gewann vor der Kamera stand, der Pilzkopf gestutzt. Die Anzüge der Liveshows gehörten der Vergangenheit an und wurden durch farbenfrohe Kleidung ersetzt. Zudem ließen sich die vier Bandmitglieder einen Schnurrbart stehen.

Allen Trennungsgerüchten zum Trotz begann die Gruppe am 24. November 1966 mit den Aufnahmen für ein neues Album. Am 13. Februar 1967 erschien die Doppel-A-Seiten-Single Strawberry Fields Forever/Penny Lane, auf der sich die Beatles musikalisch-nostalgisch ihrer Heimatstadt Liverpool widmen. Erstmals seit 1963 erreichte die Platte nicht die Spitze der britischen Hitparade, sondern blieb auf Rang 2 stehen, was darauf zurückzuführen ist, dass die Verkaufszahlen der Single durch zwei geteilt wurden, um somit als zwei einzelne Singles in den britischen Charts geführt werden zu können.

Fünf Monate lang arbeiteten Lennon, McCartney, Harrison und Starr in den Abbey-Road-Studios an ihrer LP Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, die als eines der ersten Konzeptalben in die Musikgeschichte einging. Die unbegrenzt verfügbare Aufnahmezeit ermöglichte es den Beatles, alle Studio-Ressourcen einzusetzen und wochenlang an einzelnen Musik- oder Text-Passagen zu feilen. Es entstanden Stücke wie With a Little Help from My Friends, Lucy in the Sky with Diamonds und When I’m Sixty-Four. An den Aufnahmen zu A Day in the Life wirkte ein 41-köpfiges Orchester mit. Für das Coverfoto ließen sich die Beatles in Kostümen vor einer Bilderwand berühmter Persönlichkeiten (unter anderem Stan Laurel, Mae West, Bob Dylan, Shirley Temple, Aleister Crowley und Marlon Brando) ablichten. Begleitet von großem Medieninteresse wurde Sgt. Pepper am 1. Juni 1967 veröffentlicht.

Peace & Revolution (1967–1968)

Nachdem Bob Dylan die Beatles 1964 mit der Droge Marihuana bekannt gemacht hatte, griffen die Gruppenmitglieder im Laufe der Zeit auch zu stärkeren Drogen. John Lennon und George Harrison waren bereits 1965 mit LSD in Kontakt gekommen. Paul McCartney gab im Juni 1967 während eines Fernsehinterviews öffentlichkeitswirksam bekannt, viermal LSD konsumiert zu haben.

Am 25. Juni 1967 traten die Beatles mit der von Lennon komponierten Friedenshymne All You Need Is Love in der per Satellit weltweit übertragenen BBC-Fernsehsendung Our World Live auf, die von 400 Millionen Zuschauern gesehen wurde. Zu den Gästen in den Abbey-Road-Studios, wo die Aufnahmen stattfanden, gehörten Mick Jagger, Keith Richards, Eric Clapton, Keith Moon und Marianne Faithfull. Die Single All You Need Is Love wurde am 7. Juli 1967 veröffentlicht. Sie brachte die Gruppe beiderseits des Atlantiks an die Spitze der Hitparaden zurück.

Ende Juli 1967 verbrachten die Mitglieder der Beatles mit ihren Frauen einen gemeinsamen Urlaub in Griechenland. Die Idee zum Kauf einer privaten Insel und die damit verbundene Einrichtung eines Aufnahmestudios wurde verworfen, nachdem die griechische Regierung den Besuch als Touristenwerbung missbrauchte. Am 19. August 1967 wurde Ringo Starrs zweiter Sohn Jason in London geboren.

Auf Pattie Harrisons Anregung hin besuchten die Beatles am 24. August 1967 einen Vortrag des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi, der in London für die Techniken der Transzendentalen Meditation warb. Die Gruppe wurde zu einem Einführungs-Wochenende nach Bangor eingeladen. Mit dabei waren auch Mick Jagger und Marianne Faithfull. Während des Kurses erhielten die Beatles die Nachricht, dass ihr Manager Brian Epstein am 27. August 1967 tot in seiner Wohnung aufgefunden worden war.

Schockiert vom Tod ihres Freundes begannen die Beatles am 11. September 1967 mit den Dreharbeiten für ihren dritten Film Magical Mystery Tour. Die psychedelische Komödie nach einer Idee von Paul McCartney entstand völlig ohne Drehbuch. McCartney übernahm weitgehend die Rolle des Regisseurs, was bei Lennon und Harrison für Verstimmungen sorgte. Das Soundtrack-Album Magical Mystery Tour (unter anderem mit The Fool on the Hill und I Am the Walrus) wurde am 27. November in den USA veröffentlicht. Die Single Hello, Goodbye erschien bereits am 24. November. Am 26. Dezember 1967 feierte Magical Mystery Tour im BBC-Fernsehen Weltpremiere, um kurz darauf – als erster Misserfolg – von Presse und Kritikern zerrissen zu werden.

Mitte Februar 1968 reisten die Beatles mit ihren Frauen nach Rishikesh (Indien), wo ein mehrwöchiger Meditationskurs des Maharishi stattfand. Weitere Teilnehmer waren Mia Farrow, Mike Love und Donovan. Ringo Starr kehrte bereits Anfang März nach England zurück, Paul McCartney folgte drei Wochen später. John Lennon und George Harrison verließen Indien erst Mitte April, nachdem Lennons Freund Yanni „Magic Alex“ Alexis Mardas das Gerücht verbreitet hatte, der Maharishi habe Mia Farrow und andere weibliche Kursteilnehmer sexuell belästigt – ein Gerücht, das von Farrow selbst nie bestätigt wurde und für das sich George Harrison später bei Maharishi entschuldigt haben soll. Während der Indien-Reise erschien am 15. März 1968 die an den Stil von Fats Domino angelehnte Single Lady Madonna. Der Aufenthalt in Rishikesh war nach Ansicht von Paul Saltzman, Autor eines Bildbandes über jene Tage, die kreativste Zeit der Beatles: 48 Songs seien in diesen sieben Wochen komponiert worden.

Am 11. Mai 1968 flogen John Lennon und Paul McCartney nach New York, wo sie bei Pressekonferenzen und Fernsehauftritten das neue Beatles-Unternehmen Apple vorstellen. Der Konzern mit Abteilungen für Musik, Film und Kunst sollte sich vorrangig der Entdeckung und Förderung von Talenten aller Art widmen. In der Folgezeit entwickelte sich Apple jedoch durch den mangelnden Geschäftssinn der Beatles und ihrer Mitarbeiter zum Millionengrab. Bereits im November 1967 war in London eine Apple-Boutique eröffnet worden, die jedoch mangels Einnahmen nach wenigen Monaten geschlossen werden musste. Zu den wenigen Lichtblicken gehörten die Entdeckung der Sängerin Mary Hopkin und der Gruppe Badfinger durch Paul McCartney.
Die fortschreitende Liebesbeziehung John Lennons zu Yoko Ono – er hatte die japanische Avantgarde-Künstlerin am 9. November 1966 bei einer ihrer Londoner Ausstellungen kennengelernt – führte im Mai 1968 zur Trennung von Ehefrau Cynthia. Die äußerst enge Verbindung des jungen Paares wirkt sich schließlich auch negativ auf die Zusammenarbeit Lennons mit den anderen Beatles aus, da Ono darauf bestand, bei sämtlichen Studio-Aufnahmen der Gruppe anwesend zu sein.

Am 30. Mai 1968 begannen die Beatles mit den Aufnahmen zu einem neuen Album. In Anbetracht der Fülle der in Indien komponierten Stücke entschloss man sich zur Produktion einer Doppel-LP. Die Arbeiten, die wegen des Termindrucks teilweise getrennt stattfanden, wurden von einer zunehmend schlechten Stimmung zwischen den Gruppenmitgliedern geprägt. Neben der offenen Abneigung, die McCartney, Harrison und Starr gegenüber Yoko Ono hegten, war man sich auch über die Single-Auskopplung des Lennon-Songs Revolution uneinig. Nach einem heftigen Streit verließ Ringo Starr die Gruppe, konnte aber zur Rückkehr überredet werden. Trotz aller Schwierigkeiten bewerkstelligten die Beatles die Aufnahme von Liedern wie Back in the USSR, Ob-La-Di, Ob-La-Da, Dear Prudence, Helter Skelter und Happiness Is a Warm Gun. Bei George Harrisons Komposition While My Guitar Gently Weeps wurde die Gruppe von Eric Clapton unterstützt, der das E-Gitarren-Solo spielte.

Yellow Submarine, ein Zeichentrickfilm, der auf dem gleichnamigen Lied basiert, feierte am 17. Juli 1968 in London Weltpremiere. Das dazugehörige Soundtrack-Album erschien erst am 13. Januar 1969 und ist die einzige Beatles-LP, die nicht die Spitze der Charts erreichte – möglicherweise, weil die zweite Seite des Albums nur Instrumentalmusik im „Klassikstil“ von George Martin enthält.

Mit der Veröffentlichung von Hey Jude am 26. August 1968 (jetzt auf dem Apple-Label) gelang der Gruppe ein weiterer Welterfolg. Das von Paul McCartney komponierte Stück über die Situation von John Lennons Sohn Julian nach der Trennung seiner Eltern wird zur erfolgreichsten Beatles-Single überhaupt. Am 4. September spielte die Gruppe das Lied in der britischen Fernsehsendung Frost on Sunday – der letzte gemeinsame Fernsehauftritt der Beatles. Das Album The Beatles, wegen seines vollständig weißen Covers auch als „White Album“ bekannt, erschien am 22. November 1968. Die ersten Auflagen des Albums waren mit einer fortlaufenden Nummerierung versehen, sodass jedes Cover ein Unikat war.

Am 1. November 1968 veröffentlichte George Harrison sein erstes Soloalbum Wonderwall Music, das den Soundtrack zum Film Wonderwall darstellt. Am 12. November folgten John Lennon und Yoko Ono mit ihrer Avantgarde-LP Unfinished Music No.1: Two Virgins, die vor allem wegen des Coverbildes, das Lennon und Ono nackt zeigt, für Aufregung sorgte.

Die Trennung (1969–1970)

Am 2. Januar 1969 begannen die Beatles in den Filmstudios von London-Twickenham mit den Dreharbeiten für die Musik-Dokumentation Get Back (später: Let It Be). Nach der Idee von Paul McCartney sollte die Gruppe bei der Produktion eines neuen Albums und der Ausarbeitung einer Live-Show von Kameras beobachtet werden. Die Stücke sollten ohne Orchesterbegleitung und Doppelspur-Aufnahmen eingespielt werden. Regisseur war Michael Lindsay-Hogg. Schon nach wenigen Tagen bildeten sich erneut Spannungen zwischen den Bandmitgliedern. Während sich John Lennon zunehmend unbeteiligt zeigte und bei Entscheidungen Yoko Ono für sich sprechen ließ, übernahm Paul McCartney wiederholt die Rolle des Produktionsleiters. George Harrison und Ringo Starr debattierten über das Ausmaß der geplanten Live-Show. Am 10. Januar 1969 verließ Harrison das Aufnahmestudio, nachdem er von McCartney vor laufenden Kameras für sein Gitarrenspiel kritisiert worden war. Nach einem klärenden Gespräch setzten Lennon, McCartney, Harrison und Starr die Dreharbeiten zwölf Tage später in den neu eingerichteten Londoner Apple-Studios fort. Mit dabei war der Keyboarder Billy Preston, der zur Beruhigung der Situation beitrug.

Der geplante Live-Auftritt fand schließlich am 30. Januar 1969 statt: Auf dem Dach der Apple-Studios in der Londoner Savile Row spielten die Beatles (mit Billy Preston) unter freiem Himmel ihr letztes öffentliches Konzert. Nachdem aufgrund der zahllosen Schaulustigen ein Verkehrschaos drohte und sich einige Anwohner wegen Ruhestörung belästigt fühlten, wurde die Show nach 42 Minuten von der Polizei abgebrochen. Das Konzert endete mit John Lennons Worten:

I’d like to say thank you on behalf of the group and ourselves and I hope we passed the audition.”

„Ich möchte mich im Namen der Gruppe und uns selbst bedanken – und ich hoffe, wir haben das Vorspielen bestanden.“

Nach dem Ende der Dreharbeiten wurde das Get Back-Projekt im Februar vorläufig auf Eis gelegt. Am 12. März 1969 heiratete Paul McCartney die Fotografin Linda Eastman in London. Gleichzeitig wurden George und Pattie Harrison von dem Rauschgiftfahnder Norman Pilcher, der im Herbst 1968 bereits John Lennon und Yoko Ono verhaftet hatte, wegen Drogenbesitzes festgenommen und später zu Geldstrafen verurteilt.

John Lennon und Yoko Ono heirateten am 20. März im britischen Konsulat von Gibraltar. Anstatt einer Hochzeitsreise entschloss sich das Paar, eine Woche lang in einem Hotelbett in Amsterdam für den Frieden zu demonstrieren (Bed-in). Später folgten weitere Friedensproteste, darunter ein weiteres Bed-in in Montreal, mehrere Auftritte in Säcken (Bagism) und die Rückgabe von Lennons MBE-Orden.

Im Frühling 1969 nahmen die geschäftlichen Probleme der Beatles überhand, als Dick James und dessen Partner Charles Silver ohne Wissen der Gruppenmitglieder ihre Anteile an Northern Songs Ltd., die die Lennon/McCartney-Kompositionsrechte beinhalten, an die Associated Television Corporation (ATV) verkaufen. Im Laufe der Bemühungen zu einem Rückkauf stellte sich heraus, dass Paul McCartney seine Anteile ohne das Wissen von John Lennon erhöht hatte. Für zusätzliche Verwicklungen sorgten Lennon, Harrison und Starr am 8. Mai, als sie den Geschäftsmann Allen Klein gegen den Willen von McCartney als neuen Beatles-Manager einsetzten.

Am 11. April 1969 veröffentlichten die Beatles ihre Single Get Back. Bereits am 29. Mai folgte das ausschließlich von John Lennon und Paul McCartney eingespielte Stück The Ballad of John and Yoko.

Trotz der persönlichen und geschäftlichen Differenzen begannen die Beatles am 16. April 1969 mit den Aufnahmen für ein neues Album. Durch die von den Gruppenmitgliedern angestrebte Konzentration auf ihre Musik und die von Produzent George Martin unterstützte Rückbesinnung auf die Machart früherer Arbeiten verlief die Produktion weitgehend harmonisch. Unter einer spürbaren sentimentalen Abschiedsstimmung entstehen Klassiker wie Come Together, Golden Slumbers, Oh! Darling, Octopus’s Garden (eine Komposition von Ringo Starr) und Here Comes the Sun (Harrison). Am 20. August 1969 waren die Beatles zum letzten Mal zu viert im Studio, und zwei Tage später fanden im Tittenhurst Park die letzten gemeinsamen Fotoaufnahmen statt.
Paul und Linda McCartneys erste Tochter Mary wurde am 29. August 1969 in London geboren
Am 20. September 1969 unterzeichneten John Lennon, Paul McCartney und Ringo Starr in London einen neuen Tantiemen-Vertrag mit der EMI und Capitol Records. Als McCartney während des Treffens eine Reihe weiterer Beatles-Konzerte vorschlug, erklärte John Lennon seinen Ausstieg aus der Gruppe. Sechs Tage später wurde das Album Abbey Road, auf dessen berühmten Cover die Beatles den Zebrastreifen der Londoner Abbey Road überquerten, veröffentlicht. Die LP endet nach einem mehrteiligen Medley mit dem Stück The End, das mit den Worten schließt:

“And in the end the love you take is equal to the love you make.”

„Und am Ende ist die Liebe, die du empfängst, gleich der Liebe, die du gibst.“

Die Dreharbeiten für den Promofilm zur Single Something, die am 6. Oktober erschien, und die Aufnahme einer Weihnachtsplatte für die Fanclubs im November gingen bereits getrennt vonstatten.

Nach einer Fernseh- und Presse-Umfrage wurde John Lennon am 2. Dezember 1969 neben John F. Kennedy und Mao Zedong zum Mann des Jahrzehnts gewählt.

Während sich John Lennon mit seiner Frau Yoko Ono in Dänemark aufhielt, arbeiteten Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr am 3. Januar 1970 in den Abbey Road-Studios an der Harrison-Komposition I Me Mine. Einen Tag später vollendete McCartney sein Stück Let It Be, das am 6. März 1970 als Single veröffentlicht wurde. Am 27. März 1970 erschien Ringo Starrs erstes Soloalbum Sentimental Journey.

Ohne das Wissen von Paul McCartney hatte John Lennon den Produzenten Phil Spector mit der Abmischung der Filmbänder vom Januar 1969 beauftragt. Dieser veränderte den ursprünglichen Get back-Gedanken einer einfachen Aufnahmetechnik und versetzte die Stücke mit klassischer Begleitung und Gesangsdoppelungen. Im Rahmen dieser Arbeiten fand am 1. April 1970 die letzte Beatles-Aufnahmesitzung statt, als Ringo Starr in den Abbey Road-Studios für drei der Stücke Schlagzeug-Overdubs einspielte. Das Soundtrack-Album wurde schließlich als Let It Be am 8. Mai 1970 veröffentlicht. Der gleichnamige Film feierte am 20. Mai in London Weltpremiere und wurde ein Jahr später mit einem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet.

Am 10. April 1970 schickte Paul McCartney der britischen Presse ein in den Vorab-Exemplaren seiner ersten Solo-LP McCartney enthaltenes Interview, in dem er die Trennung der Beatles bekanntgab:

Q: “Are you planning a new album or single with the Beatles?” („Sind neue Veröffentlichungen geplant?“)
PM: “No.” („Nein.“)
Q: “Have you any plans for live appearances?” („Sind Live-Auftritte in Planung?“)
PM: “No.” („Nein.“)
Q: “Is your break from the Beatles temporary or permanent, due to personal differences or musical ones?” („Trennen Sie sich vorübergehend oder permanent, und liegen der Trennung persönliche oder musikalische Differenzen zugrunde?“)
PM: “Personal differences, business differences, musical differences, but most of all because I have a better time with my family. Temporary or permanent? I don’t know.” („Persönliche, geschäftliche und musikalische Differenzen, aber vor allem damit ich mehr Zeit für meine Familie habe. Vorübergehend oder permanent? Das weiß ich nicht.“)
Q: “Do you see a time when Lennon/McCartney becomes an active songwriting partnership again?” („Sehen Sie eine Zukunft für die musikalische Zusammenarbeit von ‚Lennon/McCartney‘?“)
PM: “No.” („Nein.“)

Am gleichen Abend erschien die letzte offizielle Presseerklärung der Beatles:

April 10, 1970
“Spring is here and Leeds play Chelsea tomorrow and Ringo and John and George and Paul are alive and well and full of hope. The world is still spinning and so are we and so are you. When the spinning stops – that’ll be the time to worry. Not before. Until then, the Beatles are alive and well and the beat goes on, the beat goes on…”

10. April 1970
“Der Frühling ist da, und Leeds spielt morgen gegen Chelsea, und Ringo und John und George und Paul sind am Leben und wohlauf und voller Hoffnung. Die Welt dreht sich weiter, so wie wir und so wie ihr. Erst wenn sie aufhört sich zu drehen – das wird der Zeitpunkt sein, sich zu sorgen. Vorher nicht. Bis dahin sind die Beatles am Leben und wohlauf, und der Beat geht weiter, der Beat geht weiter…“

Die Zeit nach der Trennung (1970–1993)

Nach den Querelen um Let It Be und Paul McCartneys Alleingang bei der Bekanntgabe der Trennung war das Verhältnis zwischen ihm und den restlichen Beatles zu Beginn der 1970er-Jahre zerrüttet. Keines der Gruppenmitglieder war bei der Weltpremiere des Films anwesend. John Lennon, der das Ende der Beatles in seiner Komposition God verarbeitete, zerstreute in einem Interview mit Jann Wenner vom Magazin Rolling Stone jegliche Hoffnungen auf eine baldige Wiedervereinigung. Am 31. Dezember 1970 verklagte McCartney die restlichen Ex-Beatles und Apple vor dem Londoner High Court auf Beendigung der Geschäftsbeziehungen untereinander. Der Prozess endete am 12. März 1971 zugunsten McCartneys.

Trotz der Beatles-Trennung blieben John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr in den 1970er-Jahren in mehr oder weniger engem Kontakt. Zu einem gemeinsamen Treffen aller vier kam es jedoch nicht mehr.

John Lennon schrieb und produzierte für Ringo Starr dessen Stücke I’m the Greatest (1973), Goodnight Vienna (1974) und Cookin’ (1976). Paul McCartney unterstützte Starr musikalisch bei den Aufnahmen zu You’re Sixteen und Six O’Clock (1973) und Pure Gold (1976). George Harrison arbeitete 1971 mit Lennon an der LP Imagine und mit Starr an Ringo (1973) und Ringo’s Rotogravure (1976). Ringo Starr selbst war auf mehreren Solo-Alben seiner ehemaligen Kollegen vertreten, darunter John Lennon/Plastic Ono Band (Lennon 1970), All Things Must Pass (Harrison 1970) und Living in the Material World (Harrison 1973).

Am schwierigsten gestaltete sich die Beziehung zwischen John Lennon und Paul McCartney. McCartney griff seinen ehemaligen Partner 1971 auf einigen Stücken seines Albums Ram persönlich an. Lennon konterte seinerseits mit der bösartigen Komposition How Do You Sleep?. Erst 1972 kam es zu einer Versöhnung. Die enge Freundschaft aus Beatles-Tagen sollte sich jedoch nicht wiederbeleben lassen.

Am 12. Mai 1971 besuchten Paul McCartney und Ringo Starr die Hochzeit von Mick Jagger und Bianca Morena de Macías in Saint-Tropez. Starr spielte am 1. August auf George Harrisons Konzert für Bangladesch im New Yorker Madison Square Garden.

1972 nahmen Ringo Starr, George Harrison und John Lennon gemeinsam mit Klaus Voormann (Bass) und Billy Preston (Orgel) den Titel I’m the Greatest auf. Er erscheint 1973 auf dem Solo-Album Ringo.

Im März des folgenden Jahres nahmen die drei an einer Geschäftsbesprechung von Capitol Records in New York teil. Am 2. April 1973 wurden die äußerst erfolgreichen Greatest-Hits-Alben 1962–1966 und 1967–1970, auch bekannt als „Rotes“ und „Blaues Album“, veröffentlicht. Im Herbst kaufte Ringo Starr das Anwesen Tittenhurst Park von John Lennon, der mit Ono nach New York gezogen war. Am 2. November verklagten Lennon, Harrison und Starr ihren Ex-Manager Allen Klein wegen der Unterschlagung von Tantiemen-Zahlungen. Der Prozess wurde ein Jahr später zu ihren Gunsten entschieden.

Am 1. April 1974 nahmen John Lennon, Paul McCartney und Ringo Starr an einer Jamsession in einem Strandhaus in Santa Monica (Kalifornien) teil. Mit dabei waren unter anderem Keith Moon, Harry Nilsson und Klaus Voormann. Es war das letzte Mal, dass Lennon und McCartney gemeinsam Musik machten. Am 19. Dezember versäumte John Lennon einen gemeinsamen Termin im New Yorker Plaza Hotel, bei dem die Auflösung der Beatles-Geschäftspartnerschaft offiziell besiegelt werden sollte. Er unterzeichnete den Vertrag erst eine Woche später.

Der ehemalige Roadie und enge Beatles-Freund Mal Evans wurde am 4. Januar 1976 in Los Angeles von der Polizei erschossen. Am 26. Januar lief der Beatles-Plattenvertrag mit der EMI endgültig aus. Nach einer Wiederveröffentlichung aller Beatles-Singles in Großbritannien war die Gruppe im April mit 23 Songs in den Top-100-Charts vertreten. Am 24. April, einige Wochen nachdem den Beatles eine siebenstellige Summe für eine Wiedervereinigung angeboten worden war, war Paul McCartney bei John Lennon in dessen Wohnung im New Yorker Dakota-Haus zu Gast. Abends sahen sie sich gemeinsam die NBC-TV-Sendung Saturday Night Live an, als Moderator Lorne Michaels den Beatles „den tariflichen Mindestlohn“ (rund 1000 US-Dollar) anbot, wenn sie noch während der Show vorbeikämen. Die beiden hielten die Idee für „cool“, aber entschieden sich dann doch gegen einen spontanen Auftritt. Einen Tag später kam McCartney erneut zu Besuch, wurde aber von Lennon an der Tür abgewiesen. Es war das letzte Treffen der beiden Musiker.

Am 2. Mai 1977 wurde der Mitschnitt des letzten Beatles-Konzerts im Hamburger Star-Club von 1962 auf einem Album veröffentlicht. Vier Tage später folgte die LP The Beatles at the Hollywood Bowl, die Live-Aufnahmen aus den Jahren 1964/1965 enthält.

Die Beatles-Parodie The Rutles – All You Need Is Cash (unter anderem mit George Harrison, Eric Idle, Bill Murray, Dan Aykroyd und John Belushi) feierte am 22. März 1978 auf NBC Premiere. Im selben Jahr verklagte Apple Corps die damals aufstrebende Computerfirma Apple wegen Verletzung von Markenrechten. Eine Einigung wird erzielt, in der sich die Computerfirma verpflichtete, sich auf den Bereich der Computer zu beschränken und nicht im Musikgeschäft tätig zu werden.

Am 19. Mai 1979 besuchten Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr die Hochzeit von Eric Clapton und Harrisons Ex-Frau Pattie Boyd in Ewhurst (Surrey). Während der Feier spielten die drei Ex-Beatles ein Überraschungskonzert mit mehreren Rock-’n’-Roll-Klassikern. Paul McCartney wurde am 24. Oktober in London als „erfolgreichster Komponist aller Zeiten“ vom Guinness-Buch der Rekorde mit einer Rhodium-Schallplatte ausgezeichnet.

John Lennon und George Harrison besuchten am 28. September 1980 eine Aufführung der Comedy-Truppe Monty Python in der Hollywood Bowl. Am 28. November stimmte Lennon mit seiner Unterschrift einer eidesstattlichen Erklärung zu, die ein einmaliges Beatles-Konzert als Werbekampagne für den geplanten Dokumentarfilm The Long and Winding Road vorsah.

Am 8. Dezember 1980 wurde der 40-jährige John Lennon, der gerade mit dem Album Double Fantasy sein musikalisches Comeback gefeiert hatte, vor seinem Haus in New York von dem psychisch gestörten Fan Mark David Chapman erschossen. Paul McCartney (gerade in London), George Harrison (in Henley-on-Thames) und Ringo Starr (auf den Bahamas) wurden telefonisch über den Tod ihres Ex-Partners informiert. Starr flog am 9. Dezember mit seiner Freundin Barbara Bach nach New York und besuchte Yoko Ono und Sean Lennon im Dakota-Haus. Eine Woche später trafen sich die restlichen Ex-Beatles mit Ono im Plaza Hotel, um die geschäftlichen Konsequenzen von Lennons Ermordung zu diskutieren.

“After all we went through together I had and still have great love and respect for him. I am shocked and stunned. To rob life is the ultimate robbery in life. This perpetual encroachment on other people’s space is taken to the limit with the use of a gun. It is an outrage that people can take other people’s lives when they obviously haven’t got their own lives in order.”

„Nach allem, was wir durchgemacht haben, mag und respektiere ich ihn immer noch sehr. Ich bin bestürzt und fassungslos. Jemandem das Leben zu nehmen ist der schlimmste Raub, den man im Leben begehen kann. Dieses ewige Eingreifen in den Freiraum anderer Menschen wird durch den Gebrauch einer Waffe aufs Äußerste getrieben. Es ist ein Gräuel, dass man das Leben eines anderen beenden kann, wenn man sein eigenes Leben nicht im Griff hat.“

– Presseerklärung von George Harrison

Als Ringo Starr am 27. April 1981 die Schauspielerin Barbara Bach in London heiratete, gehörten auch Paul und Linda McCartney sowie George und Olivia Harrison zu den 70 Gästen. Während der Feier traten McCartney, Harrison und Starr mit Harry Nilsson und Ray Cooper als All-Star-Band auf. Am 11. Mai veröffentlichte George Harrison die John Lennon-Tribut-Single All Those Years Ago, die musikalische Beiträge von Paul McCartney und Ringo Starr enthält. Starrs Album Stop and Smell the Roses vom 27. Oktober beinhaltete je zwei McCartney- und Harrison-Kompositionen.

Die am 26. April 1982 veröffentlichte Paul McCartney-LP Tug of War enthält das John-Lennon-Tribut-Stück Here Today. Ringo Starr spielte bei Take It Away Schlagzeug. Am 24. Mai besuchten George Harrison und Ringo Starr die Aufführung des Films The Cooler (mit Starr und McCartney) auf dem Filmfestival von Cannes. Am 23. Juni spielten Paul McCartney und Ringo Starr ein gemeinsames Konzert vor Fanclub-Mitgliedern in den Elstree Film-Studios in Hertfordshire.

Den möglichen Rückkauf der Firma Northern Songs erörterten Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr bei einem Treffen am 25. Juli 1983 im Londoner Gore-Hotel. Im September klagten die drei Ex-Beatles gegen eine Veröffentlichung der Beatles-Fan-Club-Weihnachtssingles aus den Jahren 1963 bis 1969. Bei einem weiteren Geschäftstreffen mit Yoko Ono am 1. Dezember wurde über die Zukunft von Apple diskutiert.

Am 25. Oktober 1984 feierte der Paul McCartney-Kinofilm Give My Regards to Broad Street in New York Weltpremiere. Film und Soundtrack entstanden in enger Zusammenarbeit mit Ringo Starr. Im Dezember verhinderten die drei Ex-Beatles die Veröffentlichung des Albums The Beatles Sessions, das bisher unveröffentlichte Aufnahmen enthalten hätte.

Im Jahr 1985 flammten die geschäftlichen Auseinandersetzungen zwischen den Ex-Beatles erneut auf. Am 25. Februar wurde Paul McCartney von George Harrison, Ringo Starr und Yoko Ono verklagt, da er angeblich seine Tantiemen-Quoten an den Beatles-Platten heimlich erhöht hatte. Am 10. August kaufte Michael Jackson für 47,5 Millionen Dollar die Rechte an allen 251 Lennon/McCartney-Kompositionen. Der unterlegene Bieter Paul McCartney war entsetzt, da Yoko Ono ihm versichert hatte, ein Angebot von fünf Millionen Dollar würde ausreichen.

Ab dem 26. Februar 1987 wurden sämtliche Beatles-Alben auf CD neu veröffentlicht. Dabei stieg Sgt. Pepper zum 20-jährigen Jubiläum bis auf Rang 3 der britischen Hitparade. Am 5. Juni traten George Harrison und Ringo Starr gemeinsam bei der Prince’s Trust Rock Gala in der Londoner Wembley Arena auf. Auf dem am 2. November veröffentlichten Harrison-Album Cloud Nine, das auch den Beatles-Tribut-Song When We Was Fab enthält, spielte Starr Schlagzeug.

George Harrison und Ringo Starr nahmen am 20. Januar 1988 an der Einführung der Beatles in die Rock and Roll Hall of Fame[34] im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel teil. Paul McCartney blieb wegen der andauernden geschäftlichen Differenzen fern. Harrison und Starr gaben mit Bob Dylan, Mick Jagger, Bruce Springsteen und Mike Love ein All-Star-Konzert. Am 8. März wurden die Alben Past Masters Vol. 1 & 2 veröffentlicht, die eine Zusammenfassung aller Beatles-Singles und EPs enthalten.

Am 8. November 1989 wurden die Plattenfirmen EMI und Capitol dazu verurteilt, 100 Millionen US-Dollar unbeglichene Tantiemen an die Ex-Beatles nachzuzahlen. Ende des Monats enthielt eine Presseerklärung von George Harrison das Zitat, die Beatles würden sich nicht wiedervereinigen „solange John Lennon tot bleibt“.

Im April 1990 wurden vier in den Jahren 1983/1984 entdeckte Asteroiden von der Internationalen Astronomischen Union in Lennon, McCartney, Harrison und Starr umbenannt. Im Oktober 1991 endete der zweite Rechtsstreit zwischen Apple Corps und der Computerfirma Apple in einer außergerichtlichen Einigung.

Am 6. April 1992 trat Ringo Starr auf einem von George Harrison organisierten Wohltätigkeitskonzert zugunsten der Meditiations-Organisation Natural Law Party in der Londoner Royal Albert Hall auf. Am 8. Oktober trafen sich McCartney, Harrison und Starr mit Yoko Ono zu einer Geschäftsbesprechung in der Londoner MPL-Zentrale.

Anthology (1994–2001)

Bereits 1970 und 1980 hatte es Pläne für eine groß angelegte TV-Dokumentation unter dem Arbeitstitel The Long and Winding Road gegeben, bei der Neil Aspinall die Geschichte der Beatles aufarbeiten sollte. Kurz vor der Ermordung John Lennons waren die Verhandlungen mit den Ex-Mitgliedern, die als Teil der Werbekampagne sogar einem gemeinsamen Live-Auftritt zugestimmt hatten, weit fortgeschritten. Im Oktober 1987 einigten sich McCartney, Harrison und Starr bei einem Treffen in London schließlich auf eine Verwirklichung des Projekts The Beatles Anthology, das neben der Fernsehproduktion und einem Buch auch drei Alben und drei neue Singles vorsah. Unter der Regie von Geoff Wonfor begannen im Mai 1992 die Dreharbeiten für die aufwendige Dokumentation, in der die Ex-Beatles in stundenlangen Interviews, die mit Originalton- und -filmaufnahmen untersetzt sind, ihre eigene Geschichte erzählen. Neben Kommentaren der engen Vertrauten George Martin, Neil Aspinall und Derek Taylor wurden auch Archiv-Zitate von John Lennon eingefügt.

Am 19. Januar 1994 wurde John Lennon posthum in Anwesenheit von Paul McCartney und Yoko Ono im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel als Solo-Interpret in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Auf der anschließenden Pressekonferenz bestätigte McCartney die Gerüchte um eine bevorstehende Beatles-Reunion. Ono übergab McCartney vier von Lennon in den 1970er-Jahren angefertigte Demobänder, die bis dato unveröffentlichte Stücke enthielten.
Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr begannen am 11. Februar 1994 in McCartneys Heimstudio in Peasmarsh (Sussex) mit den Aufnahmen für die erste neue Beatles-Single seit 25 Jahren. Unter der Produktion von Jeff Lynne wurden dabei die neu eingespielten Gesangs- und Instrumental-Spuren mit Hilfe modernster Technik dem digital gesäuberten Free as a Bird-Demoband von John Lennon hinzugefügt.

“It’s crazy really, because when you think about a new Beatles record, it is impossible, because John is not around. So, I invented a little scenario; he’s gone away on holiday and he’s just rung us up and he says, just finish this track for us, will you? I’m sending the cassette – I trust you.‘”

„Das ist echt verrückt, denn wenn man daran denkt, ein Beatles-Album aufzunehmen, ohne dass John zugegen ist, ist es unmöglich. Also hab ich mir eingeredet, er ist in den Urlaub gefahren und rief uns an, um uns zu sagen: ‚Stellt einfach diese Aufnahme fertig, einverstanden? Die Kassette schick ich euch zu – ich vertrau euch.‘“

– Paul McCartney

Ein Querschnitt der Beatles-Rundfunkaufnahmen aus den Jahren 1963 bis 1965 wurde am 30. November 1994 auf dem Doppel-Album Live at the BBC veröffentlicht, das die Spitze der britischen Hitparade erreichte. Ringo Starrs Ex-Frau Maureen Cox starb am 30. Dezember im Alter von 48 Jahren in Los Angeles an den Folgen einer Leukämie-Knochenmarktransplantation.

Am 6. Februar 1995 nahm die Gruppe in Peasmarsh die Arbeit zu ihrer zweiten neuen Single Real Love auf. Die Produktion gestaltete sich diesmal schwieriger, da die Tonqualität des Demobandes katastrophal war. Die Vollendung der weiteren neuen Stücke, Now and Then und Grow Old with Me, wurde einen Monat später wegen Meinungsverschiedenheiten abgebrochen.

In Anwesenheit von George Martin begannen die Beatles am 22. Mai 1995 in den Londoner Abbey-Road-Studios mit der Auswahl und Abmischung der Stücke für die geplanten drei Anthology-Alben, die Outtakes und unveröffentlichte Stücke der Gruppe enthalten sollten. Ihr langjähriger Freund Klaus Voormann wurde mit der Covergestaltung beauftragt. Im Oktober und November fanden Dreharbeiten für die Video-Clips zu Free as a Bird und Real Love statt.

Begleitet von einer monströsen Werbekampagne feierte am 19. November 1995 der erste Teil der fünfstündigen Dokumentation The Beatles Anthology im US-Fernsehen Weltpremiere. Zwei Tage später wurde das Doppel-Album Anthology 1 mit Titeln aus den Jahren 1958 bis 1964 veröffentlicht. Es erreichte die Spitze der US-Hitparade. Am 4. Dezember kam die Single Free as a Bird in die Läden, die entgegen allen Erwartungen hinter Michael Jacksons Earth Song auf Rang 2 der britischen Hitlisten stehen blieb.

Am 4. März 1996 erschien die zweite Comeback-Single Real Love, die vom britischen BBC-Rundfunk wegen „tontechnischer Gründe“ aus dem Programm verbannt wurde. Anthology 2 (mit Titeln von 1965 bis 1968) erschien am 18. März und stieg beiderseits des Atlantiks an die Spitze der Hitlisten. Der Beatles-Produzent George Martin wird am 15. Juni zum Ritter geschlagen. Am 7. Oktober erschien die Anthology auf einer achtteiligen Video-Box.

In einer Presseerklärung gaben McCartney, Harrison und Starr am 17. Oktober 1996 bekannt, dass es keine weiteren gemeinsamen Aufnahmen geben würde. Das am 28. Oktober veröffentlichte Doppel-Album Anthology 3 (mit Titeln von 1968 bis 1970) erreichte wiederum Rang 1 der US-Hitlisten. Die Beatles sind damit die einzige Gruppe, von denen zweimal innerhalb von zwölf Monaten drei Alben die Spitze der US-LP-Hitparade erreichten (1964 und 1996). Insgesamt wurde die Gruppe für die dreiteilige Anthology mit 15 Multi-Platin-Schallplatten und drei Grammy Awards ausgezeichnet.

Am 11. März 1997 wurde Paul McCartney im Londoner Buckingham Palace von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen. Zwei Monate später veröffentlichte er das Album Flaming Pie (benannt nach Lennons Äußerung zur Entstehung des Namens „Beatles“), das musikalische Beiträge von Ringo Starr enthält. McCartney revanchierte sich ein Jahr später bei dessen CD Vertical Man. Am 14. Oktober besuchten die beiden Ex-Beatles gemeinsam die Weltpremiere von McCartneys Orchesterwerk Standing Stone in der Royal Albert Hall.

Im Mai 1998 klagten Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr gegen eine Plattenfirma, die den Mitschnitt eines Star-Club-Konzerts der Beatles auf CD veröffentlicht hatte. Am 8. Juni nahmen McCartney, Harrison und Starr in London an der Trauerfeier für Linda McCartney teil, die am 17. April in Tucson (Arizona) ihrem Brustkrebsleiden erlegen war. Am 28. Dezember wurden die Beatles mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame verewigt.

Am 14. September 1999 wurde der digital restaurierte Zeichentrickfilm Yellow Submarine auf DVD veröffentlicht. Gleichzeitig erschien ein neu zusammengestelltes und abgemischtes Soundtrack-Album. Zum Ende des Jahres wurden die Beatles in einer landesweiten Umfrage unter 600.000 britischen Bürgern zu den Bedeutendsten Künstlern und zur Besten Musikgruppe des 20. Jahrhunderts gewählt. Sgt. Pepper’s gewann die Wahl zum Besten Album.

Am 30. Dezember wurde George Harrison bei einem Messer-Attentat in seiner Villa in Henley-on-Thames im Brustbereich verletzt.

George Harrison und Ringo Starr waren am 17. September 2000 bei einer Party des Formel 1-Piloten Damon Hill in Hambledon (Surrey) zu Gast, wo sie zusammen mit Leo Sayer ein kurzes Konzert gaben. Am 5. Oktober erschien das Buch The Beatles Anthology mit den Abschriften der Interviews für die gleichnamige Fernsehdokumentation. Mit dem am 17. November veröffentlichten Greatest Hits-Album 1 kehrten die Beatles noch einmal in 34 Ländern (unter anderem in Deutschland, Großbritannien und den USA) an die Spitze der Charts zurück. Die bestverkaufte CD des Jahres qualifizierte sich allein in der ersten Woche weltweit für 35 Platin-Schallplatten und verkaufte sich bis zum Jahr 2006 über 24 Millionen Mal.

Bereits im August/September 1997 hatte sich George Harrison nach der Entfernung eines geschwollenen Lymphknotens in London einer Radium-Strahlentherapie unterzogen. Im Januar 1998 folgte eine Behandlung in der renommierten Mayo Clinic von Rochester (Minnesota). Am 21. März 2001 wurde Harrison mit Verdacht auf Lungenkrebs erneut ins Krankenhaus eingeliefert. Bei der anschließenden Operation wurde ein bösartiges Krebsgeschwür von der Lunge entfernt. Paul McCartney besuchte seinen Ex-Kollegen am 8. Mai während dessen Erholungsurlaubs in der Toskana. Nur eine Woche später diagnostizierten Ärzte der Krebsklinik von Bellinzona einen schweren Hirntumor. Das letzte Treffen von Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr fand am 12. November im University Hospital von Staten Island (New York) statt, wo Harrison mit einer starken Chemotherapie behandelt wurde.

Am 29. November 2001 starb George Harrison im Alter von 58 Jahren in Los Angeles (Kalifornien).

“His music will live on forever, as will his personality. We had just so many beautiful times together and that is what I am going to remember him by. He was just my baby brother and he will sorely missed. I understand the end was a very peaceful, golden moment – that’s a blessing.”

„Seine Musik wird ewig weiterleben, genauso wie seine Persönlichkeit. Wir hatten so eine schöne gemeinsame Zeit und das ist es, woran ich mich immer erinnern werde. Er war wie mein kleiner Bruder und wird mir sehr fehlen. Wie ich weiß, war das Ende ein friedlicher und goldener Moment – Das ist ein Segen.“

– Paul McCartney

Jüngste Entwicklung (seit 2002)

Paul McCartney und Gerry & The Pacemakers traten am 24. Februar 2002 bei einem Gedenkkonzert für George Harrison im Empire Theatre von Liverpool auf. Im Juli desselben Jahres nahmen die beiden Ex-Beatles McCartney und Starr mit George Martin an einer Gedenkveranstaltung für Harrison in dessen Haus in Henley-on-Thames teil. Am 29. November wurde in der Londoner Royal Albert Hall das Concert for George veranstaltet. Mit dabei waren neben Paul McCartney und Ringo Starr u. a. Eric Clapton, Tom Petty, Jeff Lynne, Billy Preston und die Comedy-Truppe Monty Python.

Das am 25. März 2003 veröffentlichte Ringo-Starr-Album Ringo Rama enthält das George-Harrison-Tribut Never Without You. Die Beatles-Anthology-Dokumentation erschien am 31. März in einem 5er-DVD-Set. Am 24. September besuchten Paul McCartney, Ringo Starr und Yoko Ono eine Vorab-Premiere des Films Concert for George in den Warner Brothers-Studios von Burbank (Kalifornien). Am 17. November erschien unter dem Titel Let It Be… Naked eine „Roh-Version“ des Beatles-Albums von 1970.

Am 9. September 2004 wurden die Beatles in die UK Music Hall of Fame aufgenommen. Der ehemalige Quarrymen-Gitarrist Eric Griffiths starb am 29. Januar 2005 im Alter von 64 Jahren in Edinburgh an Magenkrebs. Am 15. Dezember des gleichen Jahres verklagte die Firma Apple Records im Namen der Ex-Beatles den EMI-Konzern wegen Hinterziehung von Beatles-Tantiemen in Höhe von 30 Millionen Pfund.

Nach dem erneuten Aufflammen des Konflikts im Jahr 2003 begann am 29. März 2006 vor dem Londoner High Court der Prozess zwischen der Beatles-Firma Apple Corps und dem gleichnamigen Computer-Konzern. Das Gericht erkannte jedoch nicht an, dass die Elektronik-Firma das von den Beatles entworfene und geschützte Apfel-Logo für Musik verwendet. Das Apple-Logo würde lediglich für Hardware-Programme um einen Online-Musikdienst, jedoch nicht für den Musikverkauf an sich genutzt.

Der ehemalige Beatles-Keyboarder Billy Preston starb am 6. Juni 2006 im Alter von 59 Jahren in Scottsdale (Arizona). Paul McCartney und Ringo Starr besuchten am 30. Juni 2006 die Weltpremiere der in Zusammenarbeit mit dem Cirque du Soleil entstandenen offiziellen Beatles-Musical-Show Love im The Mirage von Las Vegas.

Im August 2006 wurde das Album Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band nach einer BBC-Umfrage zum „besten Album aller Zeiten“ gewählt. In den Top-Ten dieser Umfrage finden sich drei weitere Beatles-Alben, Revolver (Rang 6), Abbey Road (8) und The Beatles („Weißes Album“) (10). Die Hörer durften anlässlich der seit 50 Jahren bestehenden Album-Hitparade aus allen Alben wählen, die sich an der Spitzenposition platzieren konnten.

Am 17. November 2006 erschien Love. Es handelt sich bei diesem Album um neue Abmischungen bekannter Beatles-Stücke durch George Martin und dessen Sohn Giles Martin. Die Grundlage für dieses Album bildet die gleichnamige Show des Cirque du Soleil in Las Vegas.

Am 5. Februar 2007 verkündete die Aktiengesellschaft Apple Inc. unter der Führung von CEO Steve Jobs, dass sie mit der Beatles-Firma Apple Corps Ltd. einen neuen Vergleich erzielt habe. Die Apple Inc. ist dem Vergleich zufolge Eigentümerin aller Markenrechte, die mit dem Namen Apple zu tun haben und wird bestimmte Rechte an die Beatles-Firma lizenzieren. Finanzielle Details wurden nicht genannt. Bereits im Zuge der Präsentation von Apples markenrechtlich ebenfalls umstrittenen iPhone auf der Macworld Conference & Expo 2007 zeichnete sich ab, dass mit Apple Records zumindest Verhandlungen geführt wurden, da u. a. in Verbindung mit dem Mobiltelefon das Schallplattencover Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band der Beatles dargestellt wurde, deren Musik bislang nicht über den wettbewerbsrechtlich umstrittenen iTunes-Store zu beziehen ist. Neil Aspinall zufolge sollen alle dreizehn Alben der Beatles, die 1987 auf CD veröffentlicht wurden, zum gleichen Zeitpunkt bei allen Internetdiensten heruntergeladen werden können. Damit ist die Kompilation Hey Jude aus dem Jahr 1969 weiterhin nur als Vinyl-Version verfügbar.

Im November 2007 erschien eine Neuveröffentlichung des Films Help! aus dem Jahr 1965. Der Film wurde in einer Doppel-DVD-Special-Edition veröffentlicht. Ein Making-Of und eine Dokumentation über die Restauration des Films sind unter anderem als Extramaterial enthalten.

Aus Anlass des 40. Jahrestages der Aufnahme des Beatles-Songs Across the Universe strahlte die NASA am 4. Februar 2008 um 19 Uhr EST (5. Februar 2008, 1 Uhr MEZ) den Song in Richtung Polarstern, Sternbild Ursa Minor (Kleiner Bär), über ihre Madrider – zum Deep Space-Antennennetz gehörende – Anlage aus. Das Datum markiert drei weitere Ereignisse: 50 Jahre zuvor war die NASA gegründet worden, 45 Jahre zuvor gründete sie das Deep Space-Projekt, und 40 Jahre zuvor hatten die USA mit Explorer 1 ihren ersten NASA-Satelliten ausgesetzt. Das als MP3 kodierte, etwa vier Minuten lange Lied benötigt 431 Jahre, bis es im Jahr 2439 die 2,5 Billiarden Kilometer entfernte Polarstern-Region erreicht haben wird. Geschrieben hatte das Stück John Lennon, der es später als eine seiner besten Kompositionen bezeichnen sollte. Paul McCartney bat in einer Grußbotschaft an die NASA, seine „Grüße an die Aliens“ zu schicken. Yoko Ono sprach vom „Beginn eines neuen Zeitalters, in dem wir mit Milliarden von Planeten kommunizieren werden“. Beatles-Fans riefen den 4. Februar 2008 zum Across the Universe Day aus und spielten den Song zum Zeitpunkt der Übertragung weltweit mit. Das Ereignis wurde von der NASA via Internet live übertragen, untermalt mit einem Video, das den Song illustriert.

Bei einem Benefizkonzert der David Lynch Foundation for Consciousness-Based Education and World Peace am 4. April 2009 in der Radio City Music Hall, New York City, betraten Paul McCartney und Ringo Starr zum ersten Mal seit 2002 wieder gemeinsam die Bühne. Das Konzert stand unter dem Motto „Change Begins Within“; mit den Einnahmen will die Stiftung sozial benachteiligten Kindern die Möglichkeit geben, Transzendentale Meditation zu erlernen: jener Meditationstechnik, die die Beatles 1968 im indischen Rishikesh bei Maharishi Mahesh Yogi erlernt hatten. Mit von der Partie: Donovan und Paul Horn (Weggefährten auf der damaligen Indien-Reise), Ben Harper, Sheryl Crow, Pearl Jams Frontmann Eddie Vedder, Moby, Bettye LaVette und Jim James.

Kurz nach dem Benefizkonzert in New York wurde berichtet, dass Paul McCartney und Ringo Starr weiter musikalisch zusammenarbeiten wollen. Noch in diesem Jahr solle ein gemeinsames Album fertig gestellt werden.

Nach vierjähriger Vorbereitung erschienen am 9. September 2009 alle 13 Studioalben der Beatles in einer neu gemasterten Fassung. Erstmalig sind damit alle Beatles-Alben in Stereo auf CD erhältlich. Die CDs gibt es einzeln oder als Box mit 16 CDs. Auch eine Mono-Version der Alben, die ursprünglich als Monoversion veröffentlicht wurden, ist im neuen Mastering erhältlich.

Rekorde in der Musik
Die Beatles haben während ihrer musikalischen Karriere eine beachtliche Anzahl von Rekorden aufgestellt, von denen einige bis heute Bestand haben.

Obwohl sie nur über einen Zeitraum von acht Jahren Plattenaufnahmen machten, sind die Beatles die Gruppe mit den meistverkauften Tonträgern der Welt. Laut Angaben ihrer Plattenfirma EMI beläuft sich die Menge der verkauften Einheiten auf ca. 1,3 Milliarden.

Die Beatles haben mehr Multi-Platin-Auszeichnungen erhalten als jeder andere Künstler (13 in den USA).

Die Beatles hatten mehr Nr.-1-Singles als alle anderen Gruppen oder Sänger (22 in den USA, 23 in Australien, 23 in den Niederlanden, 22 in Kanada, 21 in Norwegen, 18 in Schweden, 12 in Deutschland). Einen weiteren Nr.-1-Hit verhinderten die Beatles kurioserweise selbst, da sie Penny Lane und Strawberry Fields Forever zusammen als Doppel-A-Single veröffentlichten. Das führte dazu, dass die Verkaufszahlen und die Radioeinsätze zwischen den zwei Songs geteilt wurden. Damit verfehlten sie den Spitzenplatz der UK-Charts.

Die Beatles hatten mehr Nr.-1-Alben als andere Einzelkünstler und Gruppen (19 in den USA und 15 in Großbritannien).

Die Beatles verbrachten die meisten gezählten Wochen auf Platz 1 in den Album-Charts (132 in den USA und 174 in Großbritannien).

Die erfolgreichste erste Woche von Verkäufen für ein Doppel-Album erreichten die Beatles mit The Beatles Anthology Volume 1. Im Zeitraum vom 21. November bis 28. November 1995 wurde das Album 855.797 mal in den USA verkauft.

Lennon und McCartney sind die bisher erfolgreichsten Komponisten der Pop-Geschichte mit 28 Nr.-1-Singles in den USA für McCartney und 21 für Lennon (19 Titel wurden gemeinsam geschrieben). Lennon war verantwortlich für 21 Nr.-1-Singles in Großbritannien, und McCartney hatte dort 23 Erfolge (18 Titel wurden gemeinsam geschrieben).

Während der ersten Aprilwoche 1964 hielten die Beatles die ersten fünf Plätze der Billboard Hot 100, was niemandem zuvor gelungen war. Die fünf Titel waren Can’t Buy Me Love, Twist and Shout, She Loves You, I Want to Hold Your Hand und Please Please Me.

In der Woche des 11. April 1964 hielten die Beatles vierzehn Plätze in den Billboard Hot 100. Vor den Beatles war neun die höchste Anzahl von Titeln eines Interpreten in den Hot 100 auf einmal (Elvis Presley, 19. Dezember 1956).

Die Beatles waren die einzigen, die sich selbst zweimal auf dem ersten Platz der Billboard Hot 100 ablösten. Dieses Kunststück gelang ihnen Anfang des Jahres 1964. Dem Titel I Want to Hold Your Hand folgte She Loves You, und nach dieser Single kam Can’t Buy Me Love auf Platz 1. Boyz II Men, OutKast und Elvis Presley gelang es jeweils einmal, sich selbst direkt mit einem eigenen Titel von Platz 1 abzulösen, aber lediglich den Beatles gelang ein Three-Peat.

Die Beatles waren die ersten, die ein Lied während einer weltweiten Fernsehübertragung aufgenommen haben. Diese fand unter der Beteiligung von 26 Ländern am 25. Juni 1967 statt und hatte in aller Welt 600 Millionen Zuschauer. Jedes Land lieferte einen Beitrag, so konnte man zum Beispiel eine Geburt in Mexiko miterleben. Und man war dabei, als in England der Song der Beatles All You Need Is Love live aufgenommen wurde, und zwar im Studio 1 der Abbey Road Studios, wo sie von 1962 bis 1970 die meisten ihrer Titel aufnahmen. Viele Freunde der Beatles sangen am Ende des Songs mit, als dieser langsam ausgeblendet wurde, z. B. Mick Jagger, Keith Richards, Marianne Faithfull, Eric Clapton und Keith Moon.

In den USA wurden sie am 14. Juni 2005 zum sechsten Mal mit einem Diamond Award ausgezeichnet, den die Recording Industry Association of America (RIAA) für mehr als zehn Millionen in den USA verkaufte Alben verleiht. Die im Jahr 2000 erschienene Greatest-Hits-Compilation 1 hatte diese imposante Zahl vor kurzem überschritten. Das in den USA bestverkaufte Beatles-Album ist noch immer das 1968 erschienene The Beatles („White Album“). Insgesamt belaufen sich die Verkäufe von Tonträgern der Beatles in den USA auf 170 Millionen Alben (Stand 2008).

Musikalische Bedeutung

Die Beatles werden vielfach als wichtigste Pop-Band der 1960er-Jahre bezeichnet und haben nahezu alle Genres der Pop-/Rockmusik nachhaltig beeinflusst. Bis zum Jahr 2003 hatten sie ca. 1,3 Milliarden Tonträger verkauft. Anfänglich standen sie namengebend für die Musikrichtung des Beats. Dies war ein gitarrenlastiger Musikstil, der sich durch schnellen 4/4-Takt und eingängige Melodien auszeichnete. Seine Bedeutung liegt darin, dass er zum ersten Mal einen eigenständigen Rockstil in Großbritannien etablierte und damit eine musikalische Unabhängigkeit von den US-amerikanischen Vorbildern ermöglichte.

Ab 1964 begannen die Beatles, sich musikalisch weiterzuentwickeln und mit anderen Musikstilen zu experimentieren. So zeigt das Album Beatles for Sale deutliche Einflüsse aus der Folk- und Country-Musik. Das folgende Album Help! enthält erstmals Gastmusiker, und zwar – wie nachfolgend regelmäßig – aus dem klassischen Bereich: unter anderem ist mit der Ballade Yesterday ein Stück zu hören, in dem der Sänger (McCartney) neben seiner Akustikgitarre nur von einem Streichquartett begleitet wird. Auf dem 1965 veröffentlichten Album Rubber Soul wurden erstmals indische Einflüsse hörbar. Das 1966er-Album Revolver beeindruckte durch ein breites Panoptikum unterschiedlichster Pop-Derivate. Darin zeigte sich eine wesentliche Stärke der Beatles: Sie vermochten verschiedenste Geschmäcker zu bedienen, ohne dabei ihren eigenen Charakter zu verlieren. Mit dem Album Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band von 1967 legten sie eines der ersten Konzeptalben der Popgeschichte vor, das auch von Pet Sounds der Beach Boys inspiriert ist. Sgt. Pepper war auch die erste Platte in der Popgeschichte, auf deren Cover die Texte der Lieder abgedruckt waren. Mit der Doppel-LP The Beatles – wegen des Covers gemeinhin „White Album“, das „Weiße Album“, genannt – demonstrierten die Beatles noch einmal ihr gesamtes musikalisches Spektrum, unter anderem mit Helter Skelter, einem der ersten Hard-Rock-Stücke der Rock-Geschichte.

Bedeutung für die Popkultur

Bis zu den Beatles hatten lediglich Frank Sinatra in den 1940er- sowie in den 1950er-Jahren Elvis Presley eine ähnliche Welle der Begeisterung und fanatischen Verehrung losgetreten. Dabei nahmen die Beatles gegenüber den Rolling Stones die Rolle der „braven Jungs“ ein und blieben auch textlich noch recht lange dem harmlosen Schlager treu. Doch im Rahmen der geistigen und gesellschaftlichen Veränderungen der späten 1960er-Jahre änderten die Beatles ihren Stil. Ab 1965 wurden die Texte, inspiriert durch Bob Dylan, allmählich tiefgründiger und persönlicher. Die Kompositionen und Arrangements wurden zunehmend komplexer.

In Liedern wie She Said, She Said verarbeiteten sie die ab 1966 gemachten Erfahrungen mit LSD. Sie beschäftigten sich mit indischer Spiritualität und bekannten sich 1967 zu dem Guru Maharishi Mahesh Yogi und seiner Meditationstechnik. Letztlich verstanden es die Beatles meisterhaft, sich den jeweiligen gesellschaftlichen Strömungen anzupassen, ohne sich zu sehr zu exponieren. So experimentierten sie zwar 1967 mit psychedelischen Elementen in der Musik, blieben dabei aber wesentlich gemäßigter als etwa Pink Floyd zur selben Zeit. Nicht zuletzt durch ihre Filme – insbesondere durch Yellow Submarine (1968) – übten sie einen nachhaltigen Einfluss auf die Popkultur aus und trugen zur Entwicklung des Musikvideos bei, da sie zeitweise kurze Filme speziell für ihre neuen Single-Erscheinungen drehten und diese an die Fernsehsender schickten. Ihre Clips für Paperback Writer, Rain, Strawberry Fields Forever und Penny Lane waren somit die ersten Musikvideos der Popgeschichte, in denen die Band nicht einfach ihren Song spielte, sondern in denen auch andere Dinge passierten. Allerdings waren sie damals noch auf Film aufgenommen und nicht auf Video. Starr und Harrison sagten später dazu, sie hätten diese Filme gedreht, um ihre Titel nicht mehr live in Fernsehstudios präsentieren zu müssen.

Diskografie

→ Hauptartikel: Diskografie der Beatles

Die Diskografie der Beatles variierte bis Ende der 1980er-Jahre weltweit, was dem Umstand einer international unterschiedlichen Veröffentlichungspolitik geschuldet ist. Seit dem Jahr 1987, in dem alle Beatles-Alben erstmals auf CD veröffentlicht wurden, ist die Diskografie einem sogenannten „Beatles-Kanon“ unterworfen, d. h. international werden die Studioalben der Beatles einheitlich so veröffentlicht, wie sie ursprünglich in Großbritannien erschienen.

Studioalben
* 1963: Please Please Me
* 1963: With the Beatles
* 1964: A Hard Day’s Night
* 1964: Beatles for Sale
* 1965: Help!
* 1965: Rubber Soul
* 1966: Revolver
* 1967: Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band
* 1967: Magical Mystery Tour
* 1968: The Beatles
* 1969: Yellow Submarine
* 1969: Abbey Road
* 1970: Let It Be

Wichtige Kompilationen und sonstiges

* 1966: A Collection of Oldies … but Goldies
* 1973: 1962–1966 / 1967–1970
* 1988: Past Masters Volume One und Two
* 1994: Live at the BBC
* 1995/1996: Anthology (drei Doppelalben)
* 2000: 1
* 2003: Let It Be… Naked
* 2006: Love
* 2009: The Beatles Stereo Box Set

Auszeichnungen (Auswahl)

* 1965: Zwei Grammy Awards (Best New Artist und A Hard Day’s Night)
* 1965: Silberner Bravo Otto
* 1966: Goldener Bravo Otto
* 1967: Zwei Grammy Awards (Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band)
* 1967: Silberner Bravo Otto
* 1968: Silberner Bravo Otto
* 1969: Silberner Bravo Otto
* 1970: Oscar für den Film Let It Be in der Kategorie Beste Filmmusik
* 1970: Goldener Bravo Otto
* 1996: Ein Grammy Award (Best Music Video The Beatles Anthology)
* 1997: Zwei Grammy Awards (Free As A Bird)
* 2008: Zwei Grammy Awards (LOVE)

Filme

* 1964: Yeah Yeah Yeah (A Hard Day’s Night)
* 1965: Hi-Hi-Hilfe! (Help!)
* 1967: Magical Mystery Tour
* 1968: Yellow Submarine
* 1970: Let It Be

United Artists war für den Kinovertrieb dieser Filme zuständig. Die Soundtracks wurden vom Tochterunternehmen United Artists Records auf den Markt gebracht.

Videospiele
* The Beatles: Rock Band

Literatur

* The Beatles: The Beatles Anthology. ISBN 3-550-07132-9.
* Andy Babiuk: Der Beatles Sound. PPVMEDIEN, Bergkirchen, ISBN 3-932275-36-5.
* Michael Baur & Steve Baur (Hrsg.): Die Beatles und die Philosophie – Klüger werden mit der besten Band aller Zeiten, übersetzt von Susanne Held und Christoph Trunk, Tropen/Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2010 ISBN 978-3-608-50402-6
* Rolf Berger: Die Kompositionsstile von John Lennon und Paul McCartney. ISBN 3-923486-81-2.
* Hunter Davis: A Hard Day’s Night – The Beatles. Die einzige autorisierte Biographie. Update 2002. ISBN 3-85445-089-3.
* Geoff Emerick/Howard Massey: Here, There and Everywhere: My Life Recording the Music of the Beatles. ISBN 1-59240-179-1.
* George Harrison: I, Me, Mine. Genesis Publications, ISBN 0-7538-1734-9.
* Mark Hertsgaard: A Day In The Life: The Music and Artistry of the Beatles. ISBN 0-333-62824-1.
* Thorsten Knublauch und Axel Korinth: Komm, Gib Mir Deine Hand. Die Beatles in Deutschland 1960–1970. Books on Demand GmbH, 2008, ISBN 978-38334-8530-5.
* George Martin: Summer of Love. Wie Sgt. Pepper entstand. ISBN 3-89487-271-3.
* Ian MacDonald: The Revolution in the Head. The Beatles Records and the Sixties. ISBN 1-84413-828-3.
* Rainer Moers, Claus-Dieter Meier, Matthias Bühring, Franz Budéus: Die Beatles, Geschichte und Chronologie. ISBN 3-88619-698-4.
* Mark Lewisohn: The Complete Beatles Recording Sessions: The Official Story of the Abbey Road Years. ISBN 0-600-61207-4.
* Mark Lewisohn: The Complete Beatles Chronicle. ISBN 0-600-61001-2.
* Steve Turner: A Hard Day’s Write. The Beatles. Die Geschichte zu jedem Song. ISBN 3-927638-10-2.
* Klaus Voormann: Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John?. Heyne, München 2003, ISBN 3-453-87313-0.

The Byrds

The Byrds waren eine avantgardistische US-amerikanische Country-/Folk-/Rockband.

The Byrds

Gründung 1964
Auflösung 1973
Genre Folk, Rock, Country

Gründungsmitglieder
Gesang, Gitarre Roger McGuinn
Gesang, Gitarre Gene Clark (bis 1966)
Gesang, Gitarre David Crosby (bis 1967)
bass Chris Hillman (bis 1968)
Schlagzeug Michael Clarke (bis 1967)

Letzte Besetzung

Gesang, Gitarre Roger McGuinn
Gesang, Gitarre Gene Clark (wieder seit 1973)
Gesang, Gitarre David Crosby (wieder seit 1973)
Gesang, Bass Chris Hillman (wieder seit 1973)
Schlagzeug Michael Clarke (wieder seit 1973)

Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug Kevin Kelley (1968)
Gesang, Gitarre Clarence White (1969–1972)
Gesang, Bass John York (1968–1969)
Gesang, Bass Skip Battin (1969–1972)
Gesang, Gitarre, Keyboards Gram Parsons (1967–1968)
Gesang, Schlagzeug, Gitarre, Banjo, Mandoline, Mundharmonika Gene Parsons (1968–1972)

……und jetzt nochmal mit Gesang

Bandgeschichte

Anfänge
Anfang der sechziger Jahre fanden sich in Los Angeles einige junge und talentierte Folk- und Bluegrass-Musiker zusammen. Der aus Chicago stammende Roger McGuinn (* 13. Juli 1942 als James Joseph McGuinn III, kurz: Jim McGuinn) hatte bereits mit zahlreichen Bands und Musikern zusammengearbeitet und beherrschte mehrere Instrumente. Ursprünglich aus der Folk-Bewegung hervorgegangen, wurde er vor allem von den Beatles beeinflusst. Er änderte seinen Vornamen 1967 in Roger, nachdem ein indischer Guru ihm das geraten hatte.

Der im ländlichen Tipton/Missouri geborene Gene Clark (* 17. November 1944 als Harold Eugene Clark) begeisterte sich in seiner Kindheit für Country und Bluegrass, wechselte dann aber zur Folk-Musik. Er war ein talentierter Songwriter, der erstmals im Alter von vierzehn Jahren einen Titel verkaufen konnte. 1963 schloss er sich den New Christy Minstrels an, die sich in diesen Jahren auf dem Höhepunkt ihrer Popularität befanden. Anfang 1964 zog er nach Los Angeles, wo er in einem Club auf McGuinn traf. Die beiden entdeckten ihre gemeinsame Vorliebe für die Beatles und beschlossen, fortan als Duo aufzutreten.

Im gleichen Club trat gelegentlich auch der aus Los Angeles stammende David Crosby (* 14. August 1941 als David van Cortlandt Crosby) auf. David war der verwöhnte und rebellische Sohn wohlhabender Eltern. Er wurde von mehreren Schulen verwiesen und kam bereits früh mit dem Gesetz in Konflikt. Die Folk-Musik bot ihm schließlich die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Crosby, Clark und McGuinn verstanden sich auf Anhieb. Der Produzent und Manager Jim Dickson, der kurz zuvor mit seinem Partner Eddie Tickner und 200 Dollar die Firma Tickson Music gegründet hatte, bot dem Trio seine Hilfe an. Dickson besaß den unschätzbaren Vorteil, dass er nachts Zugang zum Hollywooder World-Pacific-Aufnahmestudio hatte, das einem Freund gehörte. So konnten seine Schützlinge, die sich den Namen „Jet Set“ gaben, ungestört proben und Demo-Bänder einspielen.

Um den zu weichen Gitarrensound klanglich abzurunden, wurde der Schlagzeuger Michael Clarke (* 3. Juni 1946 als Michael James Dick) angeheuert, der von Kindheitstagen an ein leidenschaftlicher Drummer war. Es fehlte allerdings noch ein Bassist. Crosby, der zwar talentiert war, aber den anderen gegenüber einen musikalischen Entwicklungsrückstand hatte, schaffte es nicht, die Bassgitarre angemessen zu beherrschen. Jim Dickson überredete schließlich Chris Hillman (* 4. Dezember 1944), einen hochbegabten jungen Mandolinen-Spieler, bei „Jet Set“ einzusteigen. Der Bluegrass-Musiker Hillman hatte sich als Mitglied der Golden State Boys (später umbenannt in „The Hillmen“) bereits einen Namen gemacht, wo er mit dem Brüderpaar Rex und Vern Gosdin authentische Country-Musik spielte.

Im Oktober 1964 erschien beim unabhängigen Elektra- Label die Single Please Let Me Love You, die allerdings weitestgehend unbeachtet blieb. Um der Band einen britischen Touch zu verleihen, änderte das Label den Gruppennamen in „Beefeaters“.

1964–1966 Erste Erfolge mit Folk-Rock

In langwierigen Studiosessions, begleitet von endlosen Streitereien, entwickelte die Band allmählich einen charakteristischen Sound, der von der zwölfsaitigen Rickenbacker-360-Gitarre Roger McGuinns und einem dreistimmigen Harmoniegesang geprägt wurde. Gene Clark schrieb die meisten Songs, zum Teil gemeinsam mit McGuinn. Eines Tages macht Jim Dickson den Vorschlag, den Bob Dylan Titel Mr. Tambourine Man einzuspielen. Die drei Wortführer McGuinn, Clark und Crosby waren entschieden dagegen. Erst als Bob Dylan persönlich im Studio auftauchte und sein Interesse an der neuen Band bekundete, änderten die Musiker ihre Meinung.

In den Clubs der näheren Umgebung bestritt man erste Auftritte. Das Columbia-Label wurde auf die Nachwuchsmusiker aufmerksam und nahm sie im November 1964 unter Vertrag, in den zunächst nur McGuinn, Clark und Crosby einbezogen waren. Hillman und Clarke folgten erst ein halbes Jahr später. Zunächst wurde ein neuer Name gesucht. Man entschied sich für Birds (engl: Vögel oder auch junge Mädchen). Um Zweideutigkeiten zu vermeiden, ersetzte man das „i“ durch ein „y“ (in Anlehnung an das y in Bob Dylan).

Unter Anleitung des jungen Produzenten Terry Melcher, einem Sohn der Schauspielerin und Sängerin Doris Day, wurde am 20. Januar 1965 Mr. Tambourine Man aufgenommen. Chris Hillman und Michael Clarke wurden dabei durch erstrangige Session-Musiker vertreten. Die Gene-Clark-Komposition I Knew I’d Want You wurde als B-Seite ausgewählt. Das konservative CBS-Management schreckte aber vor einer Veröffentlichung der Single zurück. Erst eine erneute Intervention Bob Dylans führte zu einem Meinungswechsel. Am 12. April endlich wurde mit fast dreimonatiger Verspätung Mr. Tambourine Man veröffentlicht. Es dauerte nur wenige Wochen, bis Platz Eins der Billboard Charts erreicht war. Ein Engagement als Vorgruppe der Rolling Stones trug zusätzlich zu ihrer Popularität bei.

Bereits am 21. Juni 1965 wurden das Debütalbum Mr. Tambourine Man und die nächste Single, die Dylan-Komposition All I Really Want To Do, veröffentlicht. Der Song schaffte es aber nur bis Platz 40 der Billboard-Top-100. Im August wurden die Byrds unmittelbar nach einer strapaziösen USA-Tournee nach England verfrachtet, wo sie als „Amerikas Antwort auf die Beatles“ angekündigt wurden. Praktisch ohne Erholungspausen folgten Konzerte, Clubauftritte, Pressekonferenzen und Fernsehshows aufeinander. Die gereizten Musiker, die mit gesundheitlichen Problemen und einer unzureichenden Ausrüstung zu kämpfen hatten, trafen auf ein oft ablehnendes Publikum. Auch die Presse berichtete meist negativ.

Die dritte Single der Byrds, der Pete Seeger Song Turn! Turn! Turn!, der zuvor bereits von Judy Collins interpretiert worden war, erschien nach langen und beschwerlichen Aufnahmesessions Anfang Oktober 1965 und erreichte Platz Eins der Billboard-Charts. Unter erheblichen Zeitdruck der Schallplattenfirma, die das Weihnachtsgeschäft nicht verpassen wollte, wurde anschließend ein Album gleichen Namens fertiggestellt. In der Band gab es häufig Streitereien, die zum Teil in Handgreiflichkeiten ausarteten. Auslöser war gewöhnlich der egozentrische David Crosby, der sich gegenüber den musikalischen Anführern Roger McGuinn und Gene Clark zurückgesetzt fühlte. Machtkämpfe innerhalb der Gruppe führten schließlich auch zur Ablösung des erfolgreichen Produzenten Terry Melcher, dem es nie gelungen war, eine echte Beziehung zu den einzelnen Musikern (mit Ausnahme McGuinns) aufzubauen.

Die Byrds begannen sich zunehmend von ihren Folk-Wurzeln und ihrem Mentor Bob Dylan zu lösen. Die Beatles, John Coltrane und vor allem der Inder Ravi Shankar wurden zu neuen musikalischen Leitbildern. Die Sitar wurde dabei durch die zwölfsaitige Rickenbacker McGuinns adaptiert. Am 14. März 1966 wurde die Single Eight Miles High veröffentlicht, ein von Gene Clark geschriebenes Meisterstück, das ein sicherer Kandidat für einen Nummer-Eins-Hit war. Der Titel bezog sich auf einen Flug von Los Angeles nach London („acht Meilen hoch“), wurde aber von vielen als Verklausulierung eines LSD-Trips verstanden. Der psychedelisch klingende Sound tat ein Übriges: Zahlreiche Radiostationen boykottierten den Song. Die Single schaffte es auf Platz 14.

1966–1967 Die Byrds ohne Gene Clark

Im März 1966 verließ der begabte Songwriter Gene Clark die Byrds. Hauptgründe waren Flugangst und Tourneestress. Allerdings fühlte er sich oft nicht ausreichend von den anderen Gruppenmitgliedern anerkannt, die ihn wegen seiner Erfolge als Songwriter (und den damit verbundenen Tantiemen) beneideten. Ein Rolle dürften auch die Aggressionen Crosbys gespielt haben, die oft den labilen Clark zum Ziel hatten.

Inzwischen waren mit Gruppen wie The Lovin’ Spoonful, Simon and Garfunkel oder The Mamas and the Papas Konkurrenten aufgetaucht, die in das von den Byrds musikalisch erschlossene Terrain des Folk-Rocks eindrangen. Ihre nächste Single, der McGuinn-Song Fifth Dimension, erreichte nur einen mittleren Platz der Billboard-Top-100. Unter großen Mühen wurde anschließend ein Album gleichen Namens fertiggestellt, das musikalisch gegenüber seinen beiden Vorgängern deutlich abfiel. Es drohte ein Abstieg oder gar ein endgültiges Auseinanderfallen des Quartetts.

In dieser Situation fanden sich Musiker und Management noch einmal zusammen und konzentrierten sich auf die Produktion des nächsten Albums, Younger Than Yesterday, das Ende 1966 innerhalb von nur elf Tagen eingespielt wurde. Es enthielt den kurz vorher als Single veröffentlichten Song So You Want To Be A Rock’n Roll Star, mit dem die Byrds auf bissig-ironische Art die Entstehungsgeschichte der Monkees kommentierten. Weitere Titel wurden von Chris Hillman beigesteuert, der erstmals als Songwriter in Erscheinung trat. Auch der Gitarrist Clarence White, der bei zwei Songs mitwirkte, gab hier sein Debüt bei den Byrds. Nach dem Abgang von Clark hatte sich Crosby mehr und mehr in den Vordergrund gespielt und konkurrierte mit McGuinn um die musikalische Vorherrschaft in der Gruppe. Er ließ mehrfach verlauten, dass namhafte Musiker (wie etwa Stephen Stills) an einer Zusammenarbeit mit ihm interessiert seien.

Trotz aller internen Probleme gelang der Band im Juni 1967 ein triumphaler Auftritt auf dem Monterey Pop Festival. Allerdings stand der rebellische Crosby, ohne sich mit den anderen abzusprechen, gemeinsam mit Buffalo Springfield auf der Bühne und leitete damit seinen Ausstieg aus der Band ein. Die folgenden Wochen waren von Streitigkeiten und Eifersüchteleien bestimmt. Auf Betreiben Crosbys wurde Manager Jim Dickson durch Larry Spector ersetzt. Im Oktober teilten McGuinn und Hillman Crosby mit, dass er bei den Byrds nicht mehr erwünscht sei.

Kurze Zeit setzten die Byrds ihre Karriere als Trio fort. Eine Rückkehr von Gene Clark scheiterte an dessen psychischen Problemen. Ende 1967 trennte man sich vom Schlagzeuger Michael Clarke. Die Byrds bestanden nur noch aus Roger McGuinn und Chris Hillman.

1968 Gram Parsons und Country-Musik

Bereits im Januar 1968 wurde mit Kevin Kelley ein neuer Schlagzeuger angeheuert. Kelley war ein Cousin Hillmans und hatte bereits mit Ry Cooder zusammengearbeitet. Wenig später wurde das Album The Notorious Byrd Brothers veröffentlicht, das zuvor von McGuinn, Hillman, Clarke (und bei einigen Songs Crosby) und Studiomusikern eingespielt worden war.

Es wurde ein weiterer Musiker gesucht, auf Wunsch von McGuinn ein Jazzpianist. Auf Vermittlung Hillmans wurde Anfang 1968 der hochtalentierte Multiinstrumentalist Gram Parsons (* 5. November 1946 in Winter Haven, Florida) engagiert, der zuvor bei der International Submarine Band gespielt hatte. McGuinn war nur unzureichend über die Vergangenheit Parsons als Country-Musiker informiert. Diesem gelang es bald den Bluegrass-Enthusiasten Hillman auf seine Seite zu ziehen. Gemeinsam überzeugte man McGuinn, die Verschmelzung von Country-Musik und Rock zu versuchen. McGuinn war grundsätzlich bereit, musikalisches Neuland zu betreten und verschob seine Jazz-Pläne auf einen späteren Zeitpunkt. Gram Parsons, der innerhalb kürzester Zeit die Byrds musikalisch dominierte, setzte einen Ortswechsel nach Nashville durch, dem erzkonservativen Zentrum der Country-Musik. Mit merklich gekürzten Haaren hatte man sogar einen Auftritt in der Grand Ole Opry. Im örtlichen CBS-Studio wurde mit Unterstützung namhafter Session-Musiker der Country-Szene das Album Sweetheart of the Rodeo eingespielt. Noch nie hatte eine etablierte Band einen derartig radikalen Stilwechsel vollzogen. Auf dem Album waren klassische Country-Instrumente wie Fiddle und Steel Guitar zu hören. Einige Songs hatten religiöse Inhalte. Die Byrds waren wieder einmal allen anderen einen Schritt voraus. Dylans Nashville Skyline sollte erst später folgen. Doch trotz überwiegend guter Kritiken verkaufte sich das Album nicht allzu gut.

Für die Öffentlichkeit war McGuinn weiterhin uneingeschränkter Frontmann, musikalisch hatte aber Gram Parsons die Oberhand gewonnen. Dieser bemühte sich weiterhin nach Kräften, die Byrds auf Country-Kurs zu halten. Ein Versuch, den Steel-Gitarristen Jay Dee Maness (und wenig später Sneaky Pete Kleinow) als offizielles Mitglied der Byrds zu etablieren, scheiterte am Widerstand McGuinns.

Im Juli 1968 stand eine Tournee durch Südafrika an. Am Abend vor dem Abflug nach Johannesburg sprang Gram Parsons ab. Die Bemerkung seines Idols Keith Richards, „man fährt nicht nach Südafrika“, hatte diesen Schritt ausgelöst. Chris Hillman bekam einen Wutanfall, Roger McGuinn war dagegen erleichtert, den dominanten Parsons loszuwerden. Die Tournee wurde zu einem Desaster. Die bekannt schwache Live-Performance der Byrds verschlechterte sich durch den Verlust ihres musikalischen Genies dramatisch. Glücklicherweise traf man auf ein dankbares und anspruchsloses Publikum, so dass sich die negativen Folgen in Grenzen hielten.

1968–1969 Die Byrds ohne Chris Hillman

Bereits im August 1968 wurde mit dem Bluegrass-Musiker Clarence White (* 7. Juni 1944 in Lewiston, Maine) ein würdiger Nachfolger für Gram Parsons gefunden. White war zuvor Mitglied der Kentucky Colonels gewesen und hatte 1966 die Gruppe Nashville West gegründet. Hier war auch der Drummer Gene Parsons (*4. September 1944 in Los Angeles, nicht verwandt mit Gram Parsons) Mitglied, der Kevin Kelley ersetzte.

Fast zeitgleich mit dem Engagement Gene Parsons gab Chris Hillman auf. Schon längere Zeit mit den chaotischen Verhältnissen innerhalb der Band unzufrieden, war ein Streit mit Manager Larry Spector letzter Auslöser. Das Gründungsmitglied der Byrds zog sich verbittert zurück, um dann gemeinsam mit Gram Parsons und Sneaky Pete Kleinow die Flying Burrito Brothers wiederauferstehen zu lassen. Als Ersatz wurde John York (* 3. August 1946 in White Plains New York (Bundesstaat)) angeheuert, der zuvor bereits mit Clarence White zusammengearbeitet hatte.

Die ständigen Personal- und Stilwechsel wirkten sich zwangsläufig negativ auf das Öffentlichkeitsbild der Band aus. Nach den enttäuschenden Verkaufszahlen des letzten Albums geriet man sogar in finanzielle Schwierigkeiten. Dennoch gelang es, mit Dr. Byrds & Mr. Hyde ein akzeptables Album einzuspielen, das erneut Country-Rock-orientiert war und mit Drugstore Truck Drivin’ Man ein Stück enthielt, das McGuinn noch mit Gram Parsons geschrieben hatte. Es war außerdem das einzige Album der Byrds, auf dem McGuinn alle Lead Vocals sang.

1969–1973 Erfolge als Live-Band

Während die Byrds ums Überleben kämpften, feierte David Crosby mit seinen neuen Weggefährten Stephen Stills, Graham Nash und Neil Young beim Woodstock-Festival einen triumphalen Einstand. McGuinn dagegen war weiterhin mit seiner Band unzufrieden. Im September ersetzte er den Bassisten John York durch Skip Battin. Im November erschien das Album Ballad Of Easy Rider, das sich an den durch den Film Easy Rider ausgelösten Trend anzuhängen versuchte, in Wirklichkeit aber ein Mix aus unterschiedlichen Stilrichtungen war. Nur drei Songs stammten von Bandmitgliedern selbst.

Nach einer erfolgreichen Europatournee im Sommer 1970 begannen die Byrds die Arbeiten an ihrem nächsten Album Untitled, das aus einer Studio- und einer Live-LP bestand. Es konnte fast wieder an das Niveau der ersten Alben angeknüpft werden. Der Erfolg des mittlerweile zum Superstar aufgestiegenen Crosby hatte noch einmal den Ehrgeiz der Gruppe geweckt. Erfreulicherweise war das neue Werk auch kommerziell sehr erfolgreich (u.a. mit der Single “Chestnut Mare”). Die Idee, eine gemischtes Doppelalbum zu produzieren, hatte die Byrds wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. 1971 konnten die Byrds während ihrer erfolgreichen Englandtournee endgültig ihren einstmals miserablen Ruf als Live-Band ablegen. Mitte des Jahres erschien das Album Byrdmaniax, das wegen seiner zweifelhaften Qualität für Streit sorgte. Die Byrds warfen dem Produzenten Terry Melcher vor, die Songs durch eigenmächtiges Hinzufügen von Background-Gesängen und Streicher-Einlagen verdorben zu haben. Dieser rechtfertigte sein Handeln mit der Behauptung, er habe dadurch ein musikalisch zweitklassiges Album aufgewertet.

Als Reaktion auf Byrdmaniax wurde nur einige Monate später das Album Farther Along eingespielt. Um Einmischungen der Schallplattenfirma zu vermeiden, produzierte man es in einem Londoner Studio. Die Streitigkeiten innerhalb der Gruppe nahmen weiter zu. Im Juli feuerte McGuinn Schlagzeuger Gene Parsons. Dieser hatte sich häufig über die ungerechte Verteilung der Gelder beklagt, offenbarte gleichzeitig aber deutliche musikalische Schwächen. Bei Aufnahmesessions und Konzerten wurde einige Monate lang John Guerin eingesetzt. Der Bassist Skip Battin wurde im Mai 1972 entlassen. Die Band bestand damit nur noch aus Roger McGuinn und Clarence White. Anfang 1973 beschlossen beide, fortan getrennte Wege zu gehen. Die Byrds hatten aufgehört zu existieren.

1973 Kurzzeitige Wiedervereinigung in Urbesetzung

Parallel zu den Aktivitäten der Byrds hatte Roger McGuinn schon seit längerem an den Vorbereitungen zur Produktion eines Reunion-Albums mit den Originalmitgliedern gearbeitet. Sein Traum war, zukünftig in jährlichen Abständen zusammenzukommen, um ein gemeinsames Album einzuspielen und einige Konzerte zu geben. Die Schallplattenfirmen verhielten sich kooperativ. Der finanzielle Erfolg war nahezu garantiert. Das erste gemeinsame Album, Byrds, erschien im April 1973 beim Asylum-Label, bei dem David Crosby unter Vertrag stand. Fast jedes Bandmitglied hatte Songs beigesteuert. Die Reaktion der Öffentlichkeit war nicht allzu positiv. Man hatte von den Stars mehr erwartet. Auch die Byrds selbst standen ihrem eigenen Werk kritisch gegenüber. Sie räumten ein, für das Einspielen der Songs nicht ausreichend Zeit aufgebracht und so nur ein mittelmäßiges Ergebnis erreicht zu haben. Die Enttäuschung war so groß, dass Pläne für eine große USA- und Nordamerika-Tournee fallengelassen wurden.

McGuinn, der Inhaber der Namensrechte, hatte kein Interesse mehr, die Byrds wieder aufleben zu lassen. Stattdessen produzierte er ein ambitioniertes Solo-Album, das sich aber, trotz Mitwirkens von Bob Dylan, nur ausgesprochen schlecht verkaufte. Im Juli 1973 kam es zu einem tragischen Unfall. Clarence White, der in den vergangen Jahren neben McGuinn wichtigster musikalischer Leistungsträger war, wurde nach einem Konzertauftritt von einer betrunkenen Autofahrerin überfahren und tödlich verletzt. Nur wenige Monate später starb Gram Parsons an einer Überdosis Drogen und Alkohol.

1977 Zweite Wiedervereinigung (als McGuinn, Clark & Hillman)

Im September 1977 beschlossen Roger McGuinn und Gene Clark, als Duo zusammenzuarbeiten. Ende des Jahres schloss sich Chris Hillman an. Den Namen Byrds wollten sie nicht mehr verwenden, weil McGuinn diesen nur noch für die komplette Urbesetzung für angemessen hielt und McGuinn, Clark und Hillman glaubten, so mit ihrer neuen Musik sowohl alte als auch neue Fans ansprechen zu können. Nach einigen internationalen Tourneen erschien im Februar 1979 ihr erstes gemeinsames Album, McGuinn, Clark & Hillman. Es hatte nur wenig mit dem Sound der Byrds gemeinsam und wurde vom Publikum recht positiv aufgenommen. Es enthielt mit Don’t You Write Her Off sogar einen kleineren Hit. Nach Produktion des zweiten Albums, City, stieg Clark aus und McGuinn und Hillman arbeiteten für kurze Zeit als Duo weiter. Sie veröffentlichten noch das weitgehend unbeachtete Album McGuinn-Hillman.

1990 Dritte Wiedervereinigung (McGuinn, Crosby, Hillman)

Im Jahr 1990 fanden sich Roger McGuinn, David Crosby und Chris Hillman zu einer kurzlebigen Byrds-Reunion zusammen, die zu vier neuen Studioaufnahmen und einem spektakulären und dokumentierten Konzert im Rahmen des Roy Orbison Tribute führten. Beim Konzert wirkte, wie schon 1965, Bob Dylan mit. Mit diesem Projekt sollte erreicht werden, dass die beiden restlichen Gründungsmitglieder, Gene Clark und Michael Clarke, nicht weiterhin als „The Byrds“ tourten. Ein entsprechender, nachfolgender Prozess ging für McGuinn, Crosby und Hillman jedoch verloren. Gene Clark verzichtete bis zu seinem Tod 1991 zwar auf den Namen, Michael Clarke trat jedoch, bis zu seinem Tod 1992, unter demselben auf. 1991 trafen sich, anlässlich ihrer Erwählung in die Rock and Roll Hall of Fame[1], alle 5 Original-Byrds zum letzten Mal auf der Bühne.

Bedeutung

Im Jahr der Bandgründung 1964 spiegelten die musikalischen Vorerfahrungen der Byrds die musikalische Welt der Weißen in den U.S.A. wider. Roger McGuinn hatte mit Folktrios, Judy Collins und auch Bobby Darin gearbeitet, der in den 1950er Jahren zu den prominenten Rock’n Roll Stars gehört, sich später dann dem Jazz zugewandt hatte. Gene Clark war Mitglied der New Christy Minstrels gewesen, einem typisch amerikanischen Jugendchor, der es mit modernen Bearbeitungen von Folksongs zu größerer Beliebtheit brachte. David Crosby war von seinem Bruder Ethan vom Jazz überzeugt worden und verband sein frühes Solorepertoire mit Folk und Blues. Chris Hillman war Mandolinist in Bluegrass-Formationen gewesen.

Diese Stilrichtungen entsprachen zwar nicht dem allgemeinen Musikgeschmack, wohl aber dem Bedürfnis vieler Jugendlicher, sich von der seicht gewordenen populären Musik abzusetzen. Im Zusammenhang mit sozialen und politischen Prozessen in der Gesellschaft, gründete sich eine Art „Bohème“, mit Zentren wie Greenwich Village, in denen sich Künstler aller Couleur austauschten. Die „Beatlemania“ wurde von diesen Kreisen zunächst als kommerziell und anspruchslos abgelehnt, hatte auf die jungen Musiker schließlich aber eine höchst attraktive Wirkung, die dazu führte, dass Elemente der Beatmusik (Merseybeat) mit Folk, Blues, Jazz oder Country adaptiert wurden. Dies geschah im Fall der Byrds vorwiegend mit amerikanischem Folk, vor allem in der Ausprägung der populären Folkmusiker Bob Dylan, Pete Seeger u.a.

Die Byrds ließen sich auch von der Tendenz der Beatles ab 1965 inspirieren, das Publikum nicht mit Altvertrautem zu bedienen, sondern neue Wege zu gehen. Gene Clarks Song Eight Miles High wurde mit dem Jazz von John Coltrane verbunden, das Gedicht des türkischen Dichters Nazim Hikmet I Come And Stand At Every Door wurde von McGuinn vertont, David Crosby machte mutige Schritte in Richtung Jazz und Psychedelic, während Chris Hillman mit seinen Kompositionen neue Wege in der Countrymusic ging.

Der Kreis wurde 1968 geschlossen, als die Band sich, dank der „Mission“ von Gram Parsons, überzeugen ließ, ein fast pures Country-Album mit Sweetheart of the Rodeo aufzunehmen. Die Byrds gelten seither als Begründer der Musikstile Folkrock und Countryrock. Die Elemente ihrer Musik (Folk-, Country-, Jazz- und Rockadaption mit anspruchsvollen Chorarrangements und der typischen Rickenbacker-Gitarre) sind bis heute Inspiration für viele Künstler. Besonders aber ihr Mut, musikalisch neue Wege zu gehen und sich nicht dem Programm von Plattenfirmen zu unterwerfen, begründet die hohe Bedeutung dieser Formation.

Diskografie

Alben und Kompilationen
* Mr. Tambourine Man (1965)
* Turn! Turn! Turn! (1965)
* Fifth Dimension (1966)
* Younger Than Yesterday (1967)
* Greatest Hits (1967)
* The Notorious Byrd Brothers (1968)
* Sweetheart of the Rodeo (1968)
* Dr. Byrds & Mr. Hyde (1969)
* Preflyte (Probeaufnahmen von 1964) (1969)
* Ballad of Easy Rider (1969)
* (Untitled) (1970)
* Byrdmaniax (1971)
* Farther Along (1971)
* Greatest Hits Vol. 2 (1972)
* Byrds (1973)
* The Original Singles 1965 – 1967 (1980)
* The Byrds Play Dylan (1980)
* The Original Singles 1967 – 1969 (1982)
* Never Before (1987)
* In The Beginning (1988)
* Draft Morning– Best (1990); 1965-1970, Zounds, alle Titel digital remastert
* The Byrds Boxed Set (1990); 1965–1990, 4 CDs in schwarzer Box, alle Titel digital remastered, u.a. Alternativ-Versionen und bisher unveröffentlichte Tracks
* Definitive Collection (Best of Best, 1995)
* Byrd Parts (1998)
* Live at the Fillmore – February 1969 (2000)
* The Byrds Play the Songs of Bob Dylan (2001)
* Byrd Parts 2 (2003)
* There Is A Season (2006); 1964–1990, 4 CDs + 1 DVD, mit einigen weiteren unveröffentlichten Tracks und Fernsehaufnahmen
* Live At Royal Albert Hall 1971 (2008)

Byrds – Extended & Remastered

1996 und 1997 wurden die Alben Mr. Tambourine Man, Turn! Turn! Turn!, Fifth Dimension, Younger Than Yesterday, The Notorious Byrd Brothers, Sweetheart Of The Rodeo, Dr. Byrds And Mr. Hyde sowie Ballad Of Easy Rider von Sony Music auf CD wiederveröffentlicht. 2000 folgten dann noch die Alben (Untitled)/(Unissued), Byrdmaniax und Farther Along. Dabei wurden alle Titel digital remastered und jedes Album erhielt mehrere Bonustracks (im Fall von (Untitled) sogar eine zweite CD (Unissued)), meist Alternativ-Versionen von Album-Titeln, vieles bisher unveröffentlicht. Die Alben Dr. Byrds & Mr. Hyde, Byrdmaniax und Farther Along sind mittlerweile aus dem Sony-Katalog gestrichen.

JOAN BAEZ

Joan Baez [dʒoʊn ˈbaɪəz] (* 9. Januar 1941 in Staten Island,New York/USA als Joan Chandos Báez) ist eine US-amerikanische Folk-Sängerin, die besonders für ihre starke, klare Sopran-Stimme und ihr politisches Engagement bekannt ist. Sie wird auch als „das Gewissen und die Stimme der 1960er“ bezeichnet.

Biografie

Joan Baez kam 1941 im US-Staat New York als zweite Tochter von Albert Vinicio Báez und Joan Bridge Báez zur Welt. Ihr Großvater väterlicherseits trat in Mexiko aus der katholischen Kirche aus, wurde methodistischer Pastor und zog 1914 nach New York City. Die Eltern von Joan Baez waren ursprünglich Methodisten, traten aber noch in der frühen Kindheit Joan Baez’ zum Quäkertum über.

Ihre Mutter war Schottin und in Edinburgh geboren. Ihr Vater, ein Physiker mexikanischer Abstammung, weigerte sich, für die lukrative Rüstungsindustrie zu arbeiten. Diese idealistische Einstellung des Vaters mag Einfluss auf Baez’ späteres politisches Engagement gegen den Vietnamkrieg und für die Bürgerrechte gehabt haben. Wegen ihrer dunkleren Hautfarbe wurde sie während ihrer Kindheit öfter als „Nigger“ bezeichnet, Nachbarskindern wurde untersagt mit ihr zu spielen.

Aus beruflichen Gründen des Vaters zog die Familie häufig um. Stationen waren u. a. Palo Alto, Boston, Paris, Rom und Bagdad. Besonders letztgenannter Ort prägte sie durch die Armut und menschenverachtende Behandlung der dortigen Bevölkerung, die sie damals als 10-Jährige erlebte. 1956 hörte sie zum ersten Mal eine Rede des jungen Martin Luther King und kaufte sich ihre erste Gitarre, wodurch der Grundstein für die beiden wichtigsten Aktivitäten ihres Lebens gelegt wurde.

Da ihr Vater eine Stelle als Dozent am Massachusetts Institute of Technology erhalten hatte, zog die ganze Familie im Spätsommer 1958 erneut um, diesmal nach Belmont, Massachusetts.

Musik

Joan schrieb sich zwar an der Boston University ein, konzentrierte sich aber bald nur noch auf ihre Gesangskarriere. Diese begann 1959 mit einigen Auftritten im Club 47, einem Folk-Club in Cambridge, der Hochburg des US-amerikanischen Folk-Revivals. Dort hatte sie bereits erste Fans und nahm an den Aufnahmen der LP Folksingers ’Round Harvard Square teil, die dann bei einem kleinen Plattenlabel aus Boston erschien. Ebenfalls 1959 erreichte sie auf dem renommierten Newport Folk Festival zum ersten Mal ein größeres Publikum. Gemeinsam mit Bob Gibson, der während seines Auftrittes Baez als unangemeldeten Überraschungsgast auf die Bühne geholt hat, sang sie zwei Duette (“Virgin Mary Had One Son”, “We Are Crossing The Jordan River”), was sie laut ihrer Autobiographie über Nacht zum gefeierten Folkstar gemacht hat.
Ihre erste Solo-LP erschien ein Jahr später unter dem Titel Joan Baez bei Vanguard Records. Das Nachfolgealbum Joan Baez Vol. 2 (1961) erhielt in den USA Goldstatus, genauso wie beide Teile von Joan Baez In Concert von 1962. 1961 ging sie außerdem auf eine USA-Tournee und lernte dabei Bob Dylan kennen, der im Vorprogramm von John Lee Hooker auftrat. Sie begann, seine Songs zu interpretieren und stellte ihn ihrem Publikum vor. Auch eine Liebesbeziehung der beiden ließ nicht lange auf sich warten.

In der ersten Hälfte der 1960er stand sie mit an der Spitze der Folkbewegung. Bereits zu dieser Zeit beeinflusste ihr Stil Künstlerinnen wie Joni Mitchell, Bonnie Raitt und Judy Collins. 1962, auf einer Tournee durch die Südstaaten, entschloss sich Joan Baez, nur noch dort aufzutreten, wo es keine Rassenschranken gab. Somit blieben ihr in den USA nur die schwarzen Universitäten. Am 28. August 1963 sang sie auf dem Civil Rights March das berühmte We Shall Overcome, das in den folgenden Jahren quasi zu ihrem sängerischen Markenzeichen wurde. Außerdem trat sie dort zusammen mit Bob Dylan auf.

Genau wie Dylan wurde auch sie von der British Invasion beeinflusst und begann ihre akustische Gitarre durch Bass und E-Gitarre zu verstärken, was bereits auf Farewell, Angelina (1965) zu hören ist. Kurz zuvor hatte Dylan begonnen, Folk mit Rockmusik zu verknüpfen, indem auch er seine Gitarre elektrisch verstärkte und mit einer Begleitband auftrat. Da Joan Baez sich von Dylan auf dessen Englandtour 1965 vernachlässigt fühlte, er sie auch kein einziges Mal bat, mit ihm aufzutreten (sie, die damals bereits erfolgreich war, hatte Jahre zuvor den noch unbekannten Dylan sehr gefördert), ging die Beziehung im folgenden Jahr in die Brüche.

Gegen Ende des Jahrzehnts experimentierte Baez mit Lyrik, was auf Baptism; A Journey Through Our Time von 1968 zu hören ist. Bei diesem Album handelt es sich um eine Sammlung von Gedichten, die entweder gesprochen oder mit orchestraler Begleitung vorgetragen wurden.

Im selben Jahr heiratete sie David Harris, einen bekannten Gegner des Vietnamkrieges. Als Fan von Country-Musik beeinflusste er ihre Musik in diese Richtung, was auf David’s Album aus dem Jahr 1969 hörbar ist. Dieses Album enthält unter anderem das Traditional Poor Wayfaring Stranger, bei dem sie von ihrer Schwester Mimi Fariña begleitet wird, und Will The Circle Be Unbroken mit Elvis Presleys ehemaligen Backgroundsängern The Jordanaires.

1969 trat sie auf dem Woodstock-Festival auf. Die schwangere Sängerin nutzte dieses große Forum, um die Missstände in der Welt anzuprangern, wie zum Beispiel auch die Inhaftierung ihres Ehemanns, der zu dieser Zeit eine dreijährige Freiheitsstrafe verbüßte und einen Hungerstreik unter den Mithäftlingen initiiert hatte, nachdem er aus einem Bezirksgefängnis in ein Bundesgefängnis verlegt worden war. Anschließend nahm sie ihre Gitarre herunter und sang a cappella den Gospel Swing Low, Sweet Chariot.


1971 coverte sie The Night They Drove Old Dixie Down von The Band, die damit einen Top-10-Hit in den USA gehabt hatten. Mit dem 1972er-Album Come From The Shadows wechselte sie zu A&M Records, wo sich ihre Musik ein wenig in Richtung Mainstream-Pop veränderte und sie begann, ihre eigenen Songs für das 1975er-Album Diamonds & Rust zu schreiben. Der Titelsong darauf befasst sich mit ihrer missglückten Liebesbeziehung zu Bob Dylan. Zumindest eine Zeile davon, „My poetry is lousy you’ve said.“ („Meine Lyrik sei miserabel, hast du mir gesagt.“), deutet auch auf die künstlerischen Differenzen der beiden hin.

1972 trat sie zusammen mit B. B. King und den Voices of East Harlem im berühmten Gefängnis „Sing Sing“ im Bundesstaat New York auf. Sie hatte sich zusammen mit ihm, anders als viele ihrer Kollegen, dazu entschieden, eine Filmprojektgruppe aus dem Gefängnis zu unterstützen und bei einem Abschlusskonzert mitzuwirken. Dort trat sie für Toleranz und Verständnis für Strafgefangene ein. Für den Film, der aus Interviews mit den Gefangenen und Gefängnispersonal, Aufnahmen von den Vorbereitungen für das Konzert und eben den Auftritten der Künstler selbst besteht, hat sie den Titelsong „Sing Sing Ossining“ eingespielt.

Sie ließ sich 1973 von Harris scheiden und hatte später eine Beziehung mit Steve Jobs. 1975/76 folgte mit der Rolling Thunder Revue ihre zweite Tournee mit Bob Dylan. Außerdem spielte sie 1978 in seinem Film Renaldo and Clara mit.

Sie wechselte kurz zu CBS Records, war aber für ihr Live Europe ’83 von 1984 ohne ein US-amerikanisches Label. Dafür eröffnete Joan Baez 1985 das Live-Aid-Konzert, nachdem sie im vorangegangenen Jahr erneut auf Europatournee mit Bob Dylan gewesen war. 1987 folgte das nächste Album in den USA, The Contemporary Ballad Book, auf dem Label Gold Castle Records.
1988 trat sie unter dem Namen 3 Voices auf einigen Konzerten gemeinsam mit Konstantin Wecker und Mercedes Sosa auf. Ihr 30-jähriges Bühnenjubiläum feierte sie 1989 mit dem Album Speaking of Dreams. Für das 1992er-Album Play Me Backwards wechselte sie erneut die Plattenfirma, diesmal ging sie zu Virgin Records.Kurz vor ihrem 50. Geburtstag 1991 begann ein neuer Schub an Professionalität ihr Leben zu verändern. Sie nahm sich zum ersten Mal einen professionellen Manager und obendrein Gesangstraining. Außerdem unterzog sie sich einer Psychotherapie. Seit dieser Zeit spielt sie bei Plattenaufnahmen nur noch sehr selten Instrumente, sondern konzentriert sich weit mehr auf ihren Gesang.

1995 wurde mit Ring Them Bells ein vielbeachtetes Baez-Live-Album veröffentlicht, auf dem sie gemeinsam mit einigen Freundinnen und Kolleginnen (Dar Williams, Indigo Girls, Tish Hinojosa, Janis Ian, Mary Black, Kate & Anna McGarrigle und Mary Chapin Carpenter) sowie ihrer Schwester Mimi Fariña zu hören ist.

2003 erschien ihr bisher letztes Album Dark Chords on a Big Guitar, gefolgt von einer US-Tournee 2004 und einer weiteren 2005. Im März und April 2006 tourte sie durch mehrere Städte Deutschlands. Zu ihren Interpretationen gehören klassische US-Traditionals und -Folksongs wie House Of The Rising Sun, Barbara Allen, Lieder von Pete Seeger, Woody Guthrie und Bob Dylan, aber auch zahlreiche Lieder auf Spanisch und vereinzelt in anderen Sprachen wie Italienisch, Französisch, Russisch und Deutsch („Kinder“ von Bettina Wegner). Sie trug auch dazu bei, das ursprünglich jiddische Lied Donna Donna weltweit bekannt zu machen.

Sie sang die Lieder des Soundtracks in dem Science-Fiction-Film Lautlos im Weltraum. Sie interpretierte auch vielfach (zum Beispiel in Woodstock) den berühmten Folksong über den in Schweden geborenen amerikanischen Arbeiterführer Joe Hill mit dem Titel I dreamed I saw Joe Hill last night.

Politik

Neben ihrer Musik engagierte sich Joan Baez politisch und setzte sich für sehr viele Minderheiten auf der ganzen Welt ein. Ihr politisches Engagement begann 1957, als sie sich aus zivilem Ungehorsam weigerte, das Klassenzimmer während einer Luftschutzübung zu verlassen und noch im selben Jahr Ira Sandperl traf. Dieser Schüler Mahatma Gandhis wurde zu ihrem aktivistischen Mentor. Er half ihr durch seine Lehren vom Pazifismus dabei, das schwierige Verhältnis zu ihrer Schwester Mimi zu verbessern. Joan Baez sollte sich, so Sandperl, immer vorstellen, dass es die letzte Stunde ihres Lebens sei, was ihr scheinbar tatsächlich im Umgang mit Mimi half. Außerdem gründete er mit ihr zusammen das kalifornische Institut zur Untersuchung von Gewaltlosigkeit, The Institute for the Study of Nonviolence, aus dem später das Resource Center for Nonviolence erwachsen sollte, das im Jahre 2005 über den Golfkrieg und seine Auswirkungen berichtete.
In den 1960er-Jahren zahlte sie einen Großteil ihrer Lohnsteuer auf ein Sperrkonto, um den Vietnamkrieg nicht mitzufinanzieren, unterstützte das Free Speech Movement – eine für Meinungsfreiheit und gegen den Krieg in Vietnam eintretende Studentenorganisation – und nahm an Ostermärschen in Deutschland teil. 1963 weigerte sie sich, in Shows von ABC aufzutreten, da der Sender den linken Musiker Pete Seeger boykottierte. Im selben Jahr sang sie auch zusammen mit Bob Dylan am Lincoln Memorial, als Martin Luther King nach Washington, D.C. marschierte. Nachdem sie während der Beteiligung an einer Blockade der Zufahrt zu einem Armeekomplex (am 16. Oktober 1967) zu einer Freiheitsstrafe von 10 Tagen verurteilt worden war, wurden alle ihre Platten aus den PX Stores in Europa entfernt. Weiterhin gründete sie die West-Coast-Abteilung von Amnesty International. 1967 verweigerte ihr die konservative Frauenvereinigung „Daughters of the American Revolution“ („Töchter der Amerikanischen Revolution“) einen Auftritt in der Constitution Hall, wie sie (die Frauenvereinigung) es 1939 bereits mit Marian Anderson (wegen deren Hautfarbe) getan hatte.

Als ihre Schwester Mimi 1972 die Organisation Bread & Roses gründete, half Joan Baez dabei massiv mit. Die Organisation veranstaltet seitdem Konzerte in Krankenhäusern und Gefängnissen. Im August 1975 erhielt sie bei den ersten Rock Music Awards eine Auszeichnung für ihren Dienst an der Öffentlichkeit und wurde außerdem mit einem Feiertag (Joan Baez Day, am 2. August 1975) in Atlanta geehrt. Nachdem sie 1972 in einem Interview gesagt hatte, dass sie 10 Jahre zuvor eine lesbische Beziehung unterhalten hatte und sich als bisexuell sieht, gab sie 1978 einige Benefizkonzerte um gegen die Proposition 6 (die sogenannte Briggs-Initiative) vorzugehen, die es vorsah, allen homosexuellen Lehrern den Unterricht an öffentlichen Schulen in Kalifornien zu verbieten. Im selben Jahr beteiligte sie sich an Gedenkmärschen für den bei einem Attentat zusammen mit George Moscone, dem Bürgermeister San Franciscos, getöteten Politiker Harvey Milk, der sich als Schwuler geoutet hatte.

In Madrid sang sie 1977 nach dem Ende der Diktatur Francisco Francos unter anderem den Song We Shall Not Be Moved (spanisch No nos Moverán), der 40 Jahre lang in Spanien verboten gewesen war. Sie sang gegen Diktaturen und Militärputsche in Südamerika und gründete 1979 die Menschenrechtsorganisation „Humanitas International Human Rights Committee“, die sich um die Boatpeople kümmerte. Sie war auch Leiterin dieser Organisation, bis diese 1992 ihre Dienste einstellte.

In den 1980er-Jahren unterstützte sie die Friedensbewegung. Sie spielte 1986 auf der von Amnesty International veranstalteten Tour Conspiracy of Hope, zusammen mit Sting, Peter Gabriel und anderen. Václav Havel bezeichnete sie als „entscheidenden Einfluss auf die samtene Revolution“ von 1989. 1993 war sie eine der ersten Künstlerinnen, die Bosnien-Herzegowina besuchten, bevor sie 1994 zusammen mit Janis Ian ein Benefizkonzert für die National Gay and Lesbian Task Force gab.

Im Jahre 2003 gab sie zusammen mit Steve Earle, Emmylou Harris und Billy Bragg Konzerte gegen den Einsatz von Landminen.

Auch gegen den Irakkrieg meldete sie sich am 20./21. August 2005 zu Wort, als sie Cindy Sheehan, die Mutter eines getöteten Soldaten, bei ihrem Camp an der Zufahrt zu George Bushs Ranch besuchte.

Außerdem ist sie bis heute eine Sponsorin des Zentralkomitees für Kriegsdienstverweigerer in den USA und ist bereits einige Male mit dem lesbischen Duo Indigo Girls aufgetreten.

Privates

Ihre ältere Schwester, Pauline (Tia), wurde zwei Jahre vor Joan Baez geboren. Die jüngere Schwester, Margarita Mimi, die spätere Frau von Richard Fariña, kam vier Jahre nach Joan zur Welt (* 30. April 1945). Mimi Fariña war ebenfalls Sängerin und spielte Gitarre – mit dem Swallow Song findet man ein Duett der beiden Schwestern auf der Baez-Live-CD Ring Them Bells von 1995. Mimi starb am 18. Juli 2001 an Lungenkrebs. Der mathematische Physiker John Baez ist Joans Cousin.

Joan Baez brachte 1969 ihren Sohn Gabriel Earl zur Welt.

Derzeit lebt sie in Woodside, Kalifornien.

Auszeichnungen

* Goldene Schallplatte (8x Album, 1x Single)
* Grammy Nominierungen (6x)
* John-Steinbeck-Award (2003)
* Move For Vietnam Peace Award, Chicago Business Executives (1971)
* Public Service Award (Rock Music Awards; 1975 oder 1977)
* Thomas Merton Award (1975);
* Bambi (1978, 1979, 1996)
* Earl Warren Civil Liberties Award (1979)
* Ehrendoktorwürde (2x, 1980)
* Jefferson Award, American Institute of Public Service (1980)
* Lennon Peace Tribute Award (1982)
* Americans For Democratic Action Award (1982)
* SANE Education Fund Peace Award (1983)
* Chevalier, frz. Legion d’Honneur (1983)
* Best Live Album, Academy Charles Cros (1983)
* Leadership Award, ACLU of Southern California (1989)
* Death Penalty Focus of California Award (1992)
* Award of Achievement, The Gleitsman Foundation (1994)
* Golden Achievement Award, WXPN-FM Radio, Philadelphia (1996)
* World Peace Music Award 2004
* Grammy für ihr Lebenswerk 2007

* Folksingers ‘Round Harvard Square (1959); Aufnahmen von Joan Baez, Bill Wood und Ted Alevizos
* Joan Baez (1960)
* Joan Baez, Vol. 2 (1961)
* Joan Baez in Concert, Pt. 1 [Vanguard 1963] (1963)
* Joan Baez in Concert, Pt. 2 [live] (1963)
* Five (1964)
* Farewell, Angelina (1965)
* Noël (1966)
* Joan (1967)
* Any Day Now (1968)
* Baptism: A Journey Through Our Time (1968)
* David’s Album (1969)
* Joan Baez in San Francisco [live] (1969)
* In Concert 2 [live] (1970)
* One Day at a Time (1970)
* Sacco and Vanzetti [Original Soundtrack] (1971)
* Blessed Are (1971)
* Carry It On (1971)
* Songs zum Film Lautlos im Weltraum (1972)
* Come from the Shadows (1972)
* Joan Baez Ballad Book (1972)
* Where Are You Now, My Son? (1973)
* Gracias a La Vida [Here's to Life] (1974)
* Live in Japan (1975)
* Diamonds & Rust (1975)
* The Lovesong Album (1975)
* Gulf Winds (1976)
* From Every Stage [live] (1976)
* Joan Baez in Concert [live] (1976)
* Blowin’ Away (1977)
* The Songbook (4 LP – Box) (1977)
* House of the Rising Sun (1978)
* The Joan Baez Country Music Album (1979)
* The Night They Drove Old Dixie Down (1979)
* Honest Lullaby (1979)
* Live in Concert: European Tour (1980)
* Live in Europe ‘83: Children of the Eighties (1983)
* The Contemporary Ballad Book (1987)
* Recently (1988)
* Speaking of Dreams (1989)
* Diamonds & Rust in the Bullring [live] (1989)
* Ballad Book, Vol. 2 (1990)
* Brothers in Arms (1991)
* Play Me Backwards (1992)
* Ring Them Bells [live] (1995)
* Live at Newport (1996)
* Gone from Danger (1997)
* Live in Europe ‘83: Children of the Eighties… (1999)
* Joan Baez [Expanded] (2001)
* Joan Baez, Vol. 2 [Expanded] (2001)
* Dark Chords on a Big Guitar (2003)
* Bowery Songs [LIVE] (2005)
* Ring them bells (live) (2007)
* Day After Tomorrow (2008)

Literatur

* Joan Baez:
o Tagesanbruch. Zweitausendeins, Frankfurt/M, 1978 (amerikanischer Originaltitel: Daybreak – An Intimate Journal. The Dial Press, New York, 1968)
o We Shall Overcome – Mein Leben. Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach, 1988 (amerikanischer Originaltitel: A Voice To sing With. Summit Books, 1987)
o Im Gefängnis war es wunderbar. Interview in: KulturSPIEGEL, November 2008, Heft 11, Seite 62

* Wolfgang Biederstädt: Joan Baez, Fischer Verlag, Frankfurt/Main, 1987, ISBN 3596229960
* David Hajdu: Positively 4th Street – The Lives And Times Of Joan Baez, Bob Dylan, Mimi Baez Fariña And Richard Fariña. Farrar, Straus & Giroux, New York, 2001 (Leseprobe

)
* Markus Jäger: Joan Baez and the Issue of Vietnam. Ibidem Verlag; 2003. 92 Seiten. ISBN 3898212971 (engl.)
* Carl-Ludwig Reichert: Folk. Von Joan Baez bis Adam Green. dtv. 2007. 280 Seiten. ISBN 3423245875
* Jutta Kamke: Schule der Gewaltlosigkeit. Das Modell Palo Alto. Mit einem Nachwort von Theodor Ebert. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1974, 186 Seiten. ISBN 3-455-09095-8

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Summer of Love

Der Ausdruck Summer of Love bezeichnet den Sommer 1967, als die sogenannte Hippiebewegung auf ihrem Höhepunkt angelangt war. Oft wird fälschlicherweise angenommen, der „Summer of Love“ bezeichne den Sommer des Jahres 1969, in dem das Woodstock-Festival stattfand.

Der Ausdruck versucht, das Lebensgefühl zu beschreiben, welches im Sommer 1967 im kalifornischen San Francisco herrschte. Als Beispiel dafür gilt der Song San Francisco, gesungen von Scott McKenzie, geschrieben von John Phillips, Sänger von „The Mamas and the Papas“:

„If you’re going to San Francisco,
be sure to wear some flowers in your hair.
If you come to San Francisco,
Summertime will be a love-in there.“

– Scott McKenzie: San Francisco,1967

Dieser „Sommer“ begann mit dem Human Be-In, ein Happening, das am 14. Januar im Golden Gate Park stattfand. Unter den Teilnehmern befanden sich Timothy Leary, Allen Ginsberg und Jefferson Airplane. Angezogen von der Philosophie und den Idealen der Hippiebewegung strömten dann Tausende von jungen Leuten der ganzen USA in den Stadtteil Haight-Ashbury in San Francisco, um daran teilzunehmen – unter anderem deshalb wird das Jahr 1967 als „Höhepunkt der Hippiebewegung“ angesehen. Aus vielen der viktorianischen Häuser des Haight-Ashbury-Viertels wurden offene Wohngemeinschaften, teilweise auch mit künstlerischer (Family Dog) oder musikalischer (Grateful Dead) Ausrichtung. Die Diggers, eine Aktionsgruppe, deren Ethik “Free. Free everything” lautete, verteilten in Free Stores Lebensmittel. Sie benannten sich nach den Diggers, einer englischen Dissidentengruppe des 17. Jahrhunderts und die Free Stores sind die Vorbilder für die heutigen Umsonstläden. Da sich viele Ärzte weigerten Hippies zu behandeln und diese oft auch nicht das Geld dazu hatten, wurde am 7. Juni 1967 die erste Free Clinic eröffnet. Free bedeutete nicht nur kostenlos, sondern auch unbürokratisch und vorurteilsfrei. Ursprünglich hatten die Betreiber noch mit finanzieller Unterstützung durch das Health Department von San Francisco gerechnet, doch diese blieb aus. Ein von Bill Graham organisiertes Benefizkonzert mit Grateful Dead, Janis Joplin, The Charlatans ua sorgte für das finanzielle Überleben.

Der kulturelle Höhepunkt des Summer of Love war das Monterey International Pop Festival vom 16.-18. Juni 1967.

Als Ende des Summer of love kann die Veranstaltung Death of a Hippie am 6. Oktober 1967 gesehen werden als ein Hippie symbolisch zu Grabe getragen wurde. Die Veranstalter protestierten dagegen, daß die Menschen – von den Medien verursacht – das Hippiesein nur noch imitierten und nicht mehr fühlten.

„Don’t do it because someone else is doing it. Do it because that’s how you feel about it. “

Genau ein Jahr zuvor wurde LSD für illegal erklärt.

Der englische Musiker Eric Burdon veröffentlichte 1967 San Franciscan Nights (auf der LP Winds of Change) seine Liebeserklärung an das San Francisco der späten 60er und ein Jahr später Monterey (auf der LP The Twain Shall Meet) eine Erinnerung an das Monterey Pop Festival.

Der Ausdruck Summer of Love – oder besser: „Second Summer of Love“ – bezeichnet (allerdings vorwiegend in Großbritannien) manchmal auch den Sommer 1988 und das Aufkommen des Musikstils Acid House sowie der Rave-Kultur.

Bands:
The Beatles, The Byrds, Joan Baez, Eric Burdon, Canned Heat, Carpenters, Joe Cocker, Country Joe, Donovan, The Doors, Bob Dylan, Fleetwood Mac, Grateful Dead, Norman Greenbaum, Arlo Guthrie, Tim Hardin, Jimi Hendrix, Iron Butterfly, Jefferson Airplane, Janis Joplin, Roger McGuinn, Scott McKenzie, Van Morrison, Quicksilver Messenger Service, Simon & Garfunkel, Sly & The Family Stone, Strawberry Alarm Clock, The Tremeloes, The Who

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KARAT

Karat ist eine 1975 gegründete Band, die zu den erfolgreichsten in der DDR gehörte und mit deutschsprachiger Rockmusik bis heute erfolgreich ist. Bekanntester Song der Band ist Über sieben Brücken musst du gehn. Für die Dauer eines Markenlöschungsverfahrens nannte sich die Gruppe vom 1. Januar 2006 bis zum 19. Juni 2007 ersatzweise
K…!

Gründung 1975
Genre Rock
Website www.karat-band.de

Gründungsmitglieder
Bassgitarre Henning Protzmann (bis 1986)
Gitarre Ulrich Pexa (bis 1976)
Gesang Hans-Joachim Neumann (bis 1977)
Schlagzeug Konrad Burkert (bis 1976)
Keyboard Ulrich „Ed“ Swillms
Gitarre, Gesang Herbert Dreilich (bis zu seinem Tod 2004)
Aktuelle Besetzung
Gesang Claudius Dreilich (seit 2005)
Gitarre Bernd Römer (seit 1976)
Bassgitarre Christian Liebig (seit 1986)
Schlagzeug Michael Schwandt (seit 1976)
Keyboard Ulrich „Ed“ Swillms
Keyboard Martin Becker (seit 1992)
Ehemalige Mitglieder
Keyboard Thomas Kurzhals (1984–1992)
Keyboard Thomas Natschinski (1981–1984)

Geschichte
Die Gründung

Nachdem das Jazzkonzept der Gruppe Panta Rhei Mitte der 1970er Jahre seine Popularität zunehmend verloren hatte, entschloss sich der Bassist Henning Protzmann, eine neue Band zu gründen. Das Ziel war die Produktion publikumswirksamerer, aber trotzdem anspruchsvoller Musik. Als Protzmann auf den vormals bei Frank Schöbel beschäftigten Gitarristen Ulrich Pexa traf, der auch den Namen „Karat“ für die Gruppe vorschlug und sich mit Hans Joachim „Neumi“ Neumann ein Sänger, mit Konrad Burkert ein Schlagzeuger und mit Christian Steyer ein Keyboarder fanden, konnten die ersten Proben mit der neuen Band im Herbst 1974 beginnen. Bereits nach drei Wochen stieg Steyer aus dem Projekt aus, um sich der Schauspielerei zu widmen. An seiner Stelle engagierte man Ulrich „Ed“ Swillms, den früheren Pianisten von Panta Rhei, der schon damals als Koryphäe in seinem Fach galt. Mit Ed Swillms kam auch der ehemalige Sänger und Gitarrist von Panta Rhei, Herbert Dreilich, in die Gruppe, womit die Gründungsbesetzung von Karat geboren war. Nachdem sie ihre ersten vier Aufnahmen beim Rundfunk erstellt hatten (Du und ich, Schwester, Leute, welch ein Tag und Ich lauf’ durch die Stadt, aufgenommen vom 24. bis 28. Januar 1975), gaben Karat am 22. Februar 1975 in Pirna ihr erstes Konzert.

1975 bis 1978

Bis Ende 1975 produzierte Karat insgesamt 13 Rundfunkaufnahmen, die die Gruppe schnell bekannt machten, obschon die Kritik bezüglich der ersten Songs durchaus geteilter Meinung war. Seit Juni 1976 ersetzten Bernd Römer (Gitarre) und Michael Schwandt (Schlagzeug), die beide von der Horst-Krüger-Band kamen, Ulrich Pexa und Konrad Burkert. 1977 trat Hans-Joachim „Neumi“ Neumann schließlich seinen Militärdienst an, wodurch Herbert Dreilich, vormals Gitarrist und Sänger zugleich, zum alleinigen Sänger wurde. Seine Stimme wurde schließlich zum Markenzeichen von Karat. In der Zwischenzeit hatten sich mit den lyrischen Titeln Märchenzeit und Abendstimmung die ersten größeren Erfolge eingestellt, die die Basis für die für Karat typische Stilistik bildeten. Auch der Gewinn einer Goldmedaille bei der Leistungsschau Anfang 1977 und die Auszeichnung mit dem Kunstpreis der FDJ für die von Karat veranstalteten Schülerkonzerte zur Geschichte der Rockmusik dokumentieren den Aufstieg der Gruppe zu einer der führenden Rockformationen der DDR. Durch den Gewinn des Grand Prix beim Internationalen Schlagerfestival 1978 mit den Titeln König der Welt und Über sieben Brücken musst du gehn gelang Karat der endgültige Durchbruch. Die Teilnahme der Rockband an einem Schlagerfestival kommentierte Herbert Dreilich später wie folgt: „Wir haben das gerne angenommen, denn wir waren und sind heute noch der Meinung, man sollte nicht in Schubladen denken. Schlager, Pop und Rock, da sind die Grenzen doch fließend. Weshalb sollten wir so ein internationales Podium nicht nutzen? Es konnte doch nur von Vorteil sein!“ Durch den mittlerweile schon länger anhaltenden Erfolg wurde auch das staatseigene Plattenlabel für Unterhaltungsmusik Amiga auf Karat aufmerksam. 1978 wurde Karats erste LP Karat veröffentlicht, auf der eine Auswahl der bis dahin entstandenen Rundfunkaufnahmen enthalten ist.

1979 bis 1982

Bereits 1979 wurde das zweite Album Über sieben Brücken bei Amiga herausgebracht. Im September 1979 durfte Karat erstmals in West-Berlin auftreten. Die Darbietung erregte die Aufmerksamkeit der Plattenfirma Teldec und nach wenigen Wochen wurde das zweite Album der Band unter dem Namen Albatros in der Bundesrepublik Deutschland veröffentlicht. Für Albatros erhielt Karat 1984 eine Goldene Schallplatte. Nach einer ausgedehnten Tourneesaison mit zahlreichen Gastspielen im Ausland erschien im Frühjahr 1980 das von lyrischen Stücken geprägte Album Schwanenkönig, dessen Texte hauptsächlich vom Journalisten Norbert Kaiser stammten. Kaiser arbeitete seitdem bis 1986 als Haupttexter von Karat. Schwanenkönig wurde in beiden Teilen des geteilten Deutschlands gleichzeitig veröffentlicht und setzte die Erfolgsgeschichte von Karat fort, sorgte jedoch auch für Kritik bezüglich des poetischen und musikalischen Werdegangs der Band. Zur gleichen Zeit interpretierte Peter Maffay den Titel Über sieben Brücken musst Du geh’n, der zu einem großen Erfolg für ihn wurde. 1981 übernahm Karat Thomas Natschinski als zweiten Keyboarder. In der Rolle eines Gastmusikers sollte er Swillms bei mehreren Auftritten vertreten, um ihm genügend Zeit für das Komponieren neuer Songs einzuräumen. Im September 1981 stellte Karat im Rahmen eines Live-Auftritts zum Weltfriedenstag auf dem August-Bebel-Platz in Ost-Berlin erstmals das Lied Der blaue Planet vor. Die wenig später erschienene Single wurde zum Verkaufsrenner und ließ die Erwartung des Publikums und der Medien auf das neue Album erheblich steigen. In der Tat gelang der Gruppe 1982 mit dem musikalisch wie inhaltlich geschlossenen Album Der blaue Planet der vermutlich größte Erfolg ihrer Geschichte. Die anschließende Tour fand ihren Höhepunkt in einem großen Konzert in der ausverkauften Waldbühne in West-Berlin. Außerdem hatte Karat im selben Jahr als erste und einzige DDR-Band einen Auftritt bei Wetten, dass..?.

1983 bis 1988

Im Frühjahr 1983 erhielt die Band in der Bundesrepublik Deutschland eine Goldene Schallplatte für den Blauen Planeten. Noch im selben Jahr produzierte Karat ihre nächste LP Die sieben Wunder der Welt, die Anfang 1984 veröffentlicht wurde. Die Platte lief erfolgreich, konnte an den Erfolg der Vorgängerplatten jedoch nicht anknüpfen. Die sieben Wunder der Welt wurde in der Bundesrepublik Deutschland neben dem damals obligatorischen LP-Format und der MC erstmals auch als CD angeboten. Im März 1984 wurde Thomas Natschinski, der sich wieder mehr mit der Verwirklichung eigener Projekte beschäftigen wollte, durch den ehemaligen Stern Combo Meißen-Keyboarder Thomas Kurzhals ersetzt. Die zweite Keyboarderposition galt nun als feste Institution in der Band und Kurzhals wurde sechstes dauerhaftes Karat-Mitglied. Am 7. Oktober 1984 wurden Karat und dem Texter Norbert Kaiser durch den Staats- und Parteichef Erich Honecker der Nationalpreis für Kunst und Kultur verliehen. Im gleichen Jahr wurde Karat auf Kuba von der dort größten Jugendzeitschrift zu einer der zehn international beliebtesten Rockgruppen gewählt. 1985 feierte Karat mit einer ausgedehnten Tour und der Veröffentlichung des Live-Albums Auf dem Weg zu euch und einer Single mit zwei neuen Songs das zehnjährige Bandjubiläum. Kaum ein Jahr später verließ Manager und Bassist Henning Protzmann aufgrund menschlicher und musikalischer Differenzen die Band. Als Bassist stieg nun Christian Liebig ein, der zuvor in der Bluesband Engerling gespielt hatte. Das Management übernahm Adele Walther, die zuvor in der Konzert- und Gastspieldirektion Gera arbeitete. 1986 wurde Karat außerdem mit der Goldenen Europa ausgezeichnet. Im darauffolgenden Jahr erschien das Album Fünfte Jahreszeit, dessen Verkaufsbilanz sich noch einmal als Erfolg werten ließ. 1986 und 1987 nahmen Bernd Römer, Ed Swillms und Herbert Dreilich an dem Projekt Gitarreros teil, eine Supergroup, die bekannte Titel der teilnehmenden Künstler sowie internationale Rockstandards spielte. Aufgrund der merklichen Veränderung des politischen Klimas sowie neuer Tendenzen auf dem Musikmarkt nahm das Interesse des Publikums an Karat und den meisten anderen Künstlern der DDR in der Folgezeit kontinuierlich ab. Die Touren 1987 und 1988 verliefen noch relativ günstig, doch die Auftrittsangebote ließen spürbar nach, der Kontakt zu Ulrich „Ed“ Swillms und Norbert Kaiser brach langsam ab, Karat schlitterte in die „Wendekrise“, die auch viele andere Künstler der DDR betraf.

1989 bis 1994

1989 begann Karat mit der Produktion des Albums … im nächsten Frieden. Als die Gruppe am 9. November im AMIGA-Studio an dem Duett Über sieben Brücken mußt Du geh’n von Herbert Dreilich und Peter Maffay arbeitete, öffnete sich in unmittelbarer Nähe des Tonstudios die Berliner Mauer. Das später von zahlreichen Radiosendern gespielte Duett wurde in Folge zur „Hymne des Jahres“ und zum „Lied der deutschen Wiedervereinigung“. Das Album selbst wurde jedoch wenig beachtet und verkaufte sich schlechter als seine Vorgängeralben. Dessen ungeachtet konnte Karat beim Open Air Festival auf dem Hockenheimring, das am 25. und 26. August 1990 stattfand, mit einem Konzert vor einer Kulisse von 120.000 Menschen noch einen Erfolg verbuchen. Dieses Konzert sollte einer der wenigen großen Auftritte der Band in der Wendezeit bleiben. 1991 folgte auf dem kleinen Label „Extra Records and Tapes“ mit Karat die nächste Veröffentlichung der Formation, die ebenso wie das Vorgängeralbum kaum Resonanz im Publikum fand. Auch musikalisch konnte das Album wenig überzeugen; so war die Band schließlich auch selbst mit der Qualität des Albums unzufrieden. Die Bandmitglieder befanden die Abmischung des Tonträgers im Nachhinein als „zu glatt“ und „schlagerhaft“. Die zu diesem Zeitpunkt noch ausbleibenden Konzerttermine und der geringe Erfolg des neuen Albums veranlassten Thomas Kurzhals 1992 dazu, sich von Karat zu trennen, um ein eigenes Tonstudio aufzubauen. An seine Stelle trat Martin Becker, der vorher unter anderem bei Frank Schöbel Keyboarder war. 1993 und 1994 kam es zu keinen weiteren Veröffentlichungen, da die Band sich bei dem aktuellen Label nicht selbst verwirklichen konnte, obwohl zumindest die sich verbessernde Konzertsituation andeutete, dass das Interesse des Publikums an Karat wieder zunahm.

1995 bis 1999

1995, zum 20-jährigen Bandjubiläum, lief der Vertrag mit „Extra Records and Tapes“ aus, und Karat veröffentlichten ihr zehntes Album Die geschenkte Stunde bei K&P Music, dem Label von Toni Krahl und Fritz Puppel von der Gruppe City. Der Erfolg des Albums konnte als gutes Zeichen gewertet werden, genauso wie der Erfolg der Tour und des großen Jubiläumskonzertes auf der Trabrennbahn in Berlin-Karlshorst. Im Mai 1996 trat Karat in der populären WDR-Sendung Rockpalast in der Berliner Waldbühne auf. Am 9. Oktober 1997 erlitt Herbert Dreilich bei einem Konzert in Magdeburg einen Schlaganfall, was die Zukunft der Band zunächst ungewiss erscheinen ließ. Doch schon 1998 kehrte er auf die Konzertbühne zurück. Sein Zustand erlaubte es ihm zunächst nicht, den größten Teil des Konzertes stehend zu absolvieren, weshalb er sich lange Zeit, später aber immer seltener, auf einen Lehnstuhl stützte. Die Single-Auskopplung Ozean der 1997 erschienenen CD Balance wurde zum Comeback-Hit für Karat.

2000 bis 2004

Zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 2000 brachte die Band ihre Jubiläums-CD Ich liebe jede Stunde heraus, ein Best-Of-Album mit einigen neuen Titeln. Außerdem veranstaltete man neben den Bandauftritten der Jubiläumstour fünf besondere Konzerte unter dem Motto „Karat meets Classic“ unter Begleitung des Filmorchesters Babelsberg, das auch schon auf dem Album Balance mitgewirkt hatte. Das offizielle Jubiläumskonzert feierte die Combo mit zahlreichen Gästen am 9. September vor knapp 20.000 Menschen in der Berliner Wuhlheide. Im Frühjahr 2001 erschien das Jubiläumskonzert als zweites Live-Album auf CD, VHS und später auch als DVD. Am 15. September 2002 trat Karat neben vielen anderen Bands und Künstlern bei dem von den Puhdys initiierten Benefizkonzert für die Opfer der Flutkatastrophe des August 2002 vor 30.000 Zuschauern auf dem Dresdner Theaterplatz auf. Im Jahr 2003 stellte Karat ihr neues, auf ZYX Music erschienenes Album Licht und Schatten vor. Am 23. August 2003 fand das letzte Konzert von Karat mit ihrem langjährigen Sänger Herbert Dreilich in Neustadt (Orla) statt; bei ihm wurden kurze Zeit später zunächst ein Magengeschwür und schließlich Leberkrebs diagnostiziert. Für 2004 wurden alle geplanten Konzerte und Vorhaben abgesagt. Herbert Dreilich verstarb am 12. Dezember 2004 im Alter von 62 Jahren an seinem Krebsleiden. Fünf Tage nach Herbert Dreilichs Tod versprachen die verbliebenen Bandmusiker in einem Statement ihren Fans ein Wiedersehen im Folgejahr.

2005 bis 2009

Am 10. Januar 2005 wurde von Seiten der Band offiziell bestätigt, dass Herbert Dreilichs Sohn Claudius Dreilich die Nachfolge als Sänger übernimmt. Die Ähnlichkeit seiner Stimme zu der seines Vaters wurde bereits beim Jubiläumskonzert in der Berliner Wuhlheide im Jahr 2000 während eines Beitrags der Kinder der Bandmitglieder bemerkt. Die erste Tour von Karat mit neuem Sänger verlief erfolgreich und zeigte die Sympathien der Zuhörer gegenüber dem neuen Bandmitglied. Im Sommer 2005 gelang es der Gruppe wieder Kontakt zu Ulrich „Ed“ Swillms aufzunehmen, der seitdem (erstmals seit dem Erscheinen der LP Fünfte Jahreszeit 1987) wieder für Karat arbeitet und hin und wieder auch mit auf der Bühne steht.

Knapp ein Jahr nach dem Tod Herbert Dreilichs versuchte dessen Witwe die Verwendung des Namens „Karat“ für die Formation mit Claudius Dreilich rechtlich einschränken zu lassen und für die Namensnutzung Gebühren zu verlangen. Hintergrund des Ganzen war die heimliche Eintragung des Markennamens „Karat“ durch Herbert Dreilich im Jahre 1998. Wegen der verhärteten Positionen der beteiligten Parteien (die Band fordert die Löschung des Markeneintrages bzw. einen Verzicht der Witwe auf dessen Nutzung, Witwe Dreilich dagegen erklärte, durch den Markeneintrag sollte die Marke „Karat“ permanent mit dem Namen Herbert Dreilich verknüpft sein) konnte keine einvernehmliche Lösung erzielt werden. Bis zu einer endgültigen gerichtlichen Klärung der möglichen Ansprüche auf die Marke bzw. den Markenlöschungsantrag der Bandmitglieder konnte die Band daher den Namen „Karat“ nicht verwenden. Ab dem 1. Januar 2006 musste die Band einen vorläufigen provisorischen Ersatznamen nutzen. Am 29. Dezember 2005 gab man in der ausverkauften Stadthalle Rostock das vorerst letzte Konzert unter dem Namen „Karat“ und gab dabei den Ersatznamen „K…!“ bekannt.

Im April 2006 veröffentlichte man eine Maxi-Single (Der letzte Countdown) und begann die erste Tour unter dem vorläufigen Bandnamen „K…!“. Die Publikumsfrequentierung der folgenden Konzerte war allerdings ob des unbekannten Namens deutlich geringer als sonst. Im Dezember des gleichen Jahres veranstaltete die Gruppe erstmals seit ihrer Gründung eine Weihnachtstournee, die unter dem Namen „Winterzeit“ lief. Als Spezialgäste luden sich „K…!“ die A-cappella-Pop-Band „mëdlz“ ein. Neben populären Karat-Klassikern wie Schwanenkönig, König der Welt, Der blaue Planet und Über sieben Brücken musst Du geh’n sowie einigen Songs des Debüt-Albums der „mëdlz“ bot man vor allen Dingen bekannte, klassisch interpretierte Weihnachtslieder dar. Am 17. April 2007, dem ersten Verhandlungtermin im Namensstreit, legte das Gericht den Beteiligten nochmals eine Einigung nahe, die jedoch nicht zustande kam. Am 19. Juni 2007 erging dann das Urteil, dass die Witwe Susanne Dreilich keinen Anspruch auf den Namen „Karat“ hat und die Gruppe den Namen wieder verwenden darf.

Im Sommer 2007 ging Karat mit dem Filmorchester Babelsberg sowie den Puhdys, Silly, Dirk Michaelis, Ute Freudenberg, Werther Lohse (Lift) und Veronika Fischer auf die Tour Ostrock in Klassik, bei der bekannte Titel der Interpreten durch Teilnahme des Sinfonieorchesters im klassischen Gewand präsentiert wurden. Anlässlich dieses Ereignisses erschienen ein gleichnamiges Album sowie eine Doppel-DVD, auf dem alle an der Tour teilhabenden Künstler mitwirkten. Für die DVD erhielten Karat sowie die anderen Künstler jeweils einen DVD Gold Award. Karat wirkte auch 2008 und 2009 bei dem Projekt und der zweiten erschienen CD mit. Am 18. August 2007 wurde die Band im Zuge des fünfjährigen Jahrestages des Elbehochwassers 2002 mit dem Frank-Köckritz-Preis für Fluthelfer als Ehrung für ihre Benefizkonzerte unmittelbar nach der Flut ausgezeichnet. Im Mai 2009 gab Karat einige Konzerte im Kosovo für die dortigen UN-Friedenstruppen der Bundeswehr.

Ab 2010

Im Jahr 2010 beging Karat sein 35 jähriges Bandjubiläum mit zwei Jubiläumskonzerten am 9. und 10. April 2010 in der Alten Oper Erfurt und anschließender Tournee. Für den schon 1992 erschienen Best-Of-Sampler Vierzehn Karat erhielt die Band eine Goldene Schallplatte. Zeitgleich wurde das neue Album Weitergeh’n herausgebracht, nachdem schon wenige Wochen zuvor ein biografisches Buch, geschrieben von Christine Dähn, erschienen war.

Auslandsgastspiele

Auslandsgastspiele hatte die Gruppe während ihres bisherigen Bestehens in Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Österreich, Schweiz, Ungarn, Sowjetunion, Jugoslawien, Tschechoslowakei, Bulgarien, Polen, Rumänien, Belgien, Kosovo und Kuba.

Auszeichnungen

Silbermedaille des 3. Interpretenwettbewerbs (1976), Goldmedaille bei der 5. Leistungsschau der Unterhaltungskunst (1977), Kunstpreis der FDJ (1978), Grand Prix beim Internationalen Schlagerfestival (1978), Preis der Presse (1978), Kunstpreis der DDR (1979), nl-Interpretenpreis (1979), (1980) und (1982), Goldene Schallplatte für Der blaue Planet in der Bundesrepublik Deutschland (1983), Goldene Schallplatte für Albatros in der Bundesrepublik Deutschland (1984), Nationalpreis der DDR für Kunst und Kultur (1984), Goldene Europa (1986), Media Control Preis (2003), Frank-Köckritz-Preis (2007), Goldene Schallplatte für die DVD Ostrock in Klassik (2010), Goldene Schallplatte für Vierzehn Karat (2010), mehrere silberne Bongs sowie einen Goldenen Bong (2010) und weitere Ehrungen.

Musik

Karat gelang es im Laufe ihrer Entwicklung schon relativ früh, einen eigenen Musikstil zu kreieren, der vor allem auf einer Mischung von Rockmusik mit klassischen Elementen beruht und am ehesten dem Prog-Rock zuzuordnen ist. Dafür ist in erster Linie der Hauptkomponist der Band, Ulrich „Ed“ Swillms, verantwortlich, der durch sein Musikstudium (Hauptfach Cello und Nebenfach Klavier, 1964–1968) intensiv mit klassischer Musik in Berührung kam und durch die Beschäftigung mit Partituren von Bach über Wagner bis hin zu Janáček viel über deren Harmonik und das Arrangieren lernte. Ein hervorhebenswertes Beispiel dafür ist der Titel Albatros (Album Über sieben Brücken), besonders dessen instrumentaler Mittelteil, der durch den spannungsgeladenen, schwelgenden Klang eines Sinfonieorchesters dominiert wird, das mit E-Gitarre, Bass und Schlagzeug zu harmonieren versucht und die Fusion von Rockmusik mit klassischen Elementen am deutlichsten darstellt.
Auszug aus den Noten des instrumentalen Mittelteils des Liedes Albatros

Die markantesten Passagen in Titeln von Karat werden zumeist vom Keyboard oder der E-Gitarre übernommen, die somit im Zentrum des Klangbilds der Band stehen (etwa bei König der Welt, Tiefsee, Schwanenkönig und Glocke Zweitausend). Dennoch nehmen oft auch der Verlauf der Bassspur (wie bei Auf den Meeren, Das Narrenschiff oder Der blaue Planet) und das Schlagzeug (etwa bei Falscher Glanz, Jede Stunde oder Der blaue Planet) zentrale Rollen in Songs ein, weshalb vielfältige und abwechslungsreiche Arrangements auf Karat-Alben zu finden sind.Zu einem besonderen Markenzeichen der Musik von Karat entwickelte sich die ausdrucksvolle Stimme von Herbert Dreilich. Sein Sohn Claudius brachte später ähnliche Stimmqualitäten mit in die Band.

Nach Swillms Ausstieg folgte mit den Alben … im nächsten Frieden und Karat 91 ein Stilbruch, in dem sich die Band musikalisch eher zwischen Pop und Schlager bewegte. Diese beiden weniger erfolgreichen und für Karat auch musikalisch weniger typischen Alben finden sich dennoch häufig miteinander vermischt als sogenannte Best-Of-Kompilationen in den Läden. Mit dem 1995 erschienenen Album Die geschenkte Stunde, dem 1997 erschienenen Album Balance und dem schon 1992 vollzogenen Besetzungswechsel an den Tasteninstrumenten kehrte die Band zu ihrem eigenen Stil zurück und verwandte wieder zunehmend progressive Elemente. Besonders in der Zeit, in der Herbert Dreilich als alleiniger Komponist in Erscheinung trat (von Ich liebe jede Stunde bis Licht und Schatten, bzw. 30 Jahre Karat – Die letzten Songs von Herbert Dreilich), fällt eine Hinwendung zum einfacher strukturierten liedhaften Pop-Rock auf.

Texte

Während das Repertoire der Gruppe in den frühen Jahren noch relativ abwechslungsreich durchmischt komödiantische Titel wie beispielsweise Erna (1975) und Das Monster (1976), typisch auf Teenager bezogene Titel (durchaus auch mit gefälliger, etwas oberflächlicher und der Jugendsprache naher Lyrik) wie etwa Schwester, Ich lauf’ durch die Stadt (beide 1975), So ‘ne Kleine (1976), Reggae Rita Star (1977) oder Dieser Sommer (1978) und tiefgründigere lyrische Titel wie Abendstimmung (1976), Märchenzeit (1977) oder König der Welt (1978) umfasste, folgte ab 1978/79 eine deutliche Hinwendung zu lyrischen, ernsteren Texten. Diese Entwicklung hing mit dem Hinzukommen des späteren Haupttexters Norbert Kaiser zusammen, der ab 1979 bis 1987 fast im Alleingang für Karat textete (vorher arbeitete die Gruppe indes mit vielen verschiedenen Textern zusammen; neben Herbert Dreilich selbst schrieben unter anderem Jens Gerlach, Georg Friedrich, Burkhard Lasch und Kurt Demmler für Karat).

Kaisers nicht selten von Sehnsüchten bestimmte Texte luden den Hörer zum Träumen ein (Albatros, 1979) und waren stark verinnerlicht und metaphorisch verschlüsselt (Magisches Licht, Tiefsee, Le Doyen II, alle 1980). So geriet die 1980 erschienene und von eben dieser Lyrik überwogene LP Schwanenkönig ins Kreuzfeuer der Kritik. Kaiser warf man eine Neigung zum Schwulst und zum Kitsch vor. Mit Erscheinen des Albums Der blaue Planet 1982 wandte sich die Gruppe nicht nur von der leicht mystischen Lyrik von Schwanenkönig ab, die Texte wurden auch politischer.

Seit Mitte der 1980er Jahre textete Sänger Herbert Dreilich selbst wieder verstärkt für Karat. Seine poetischen bis surrealen Texte(Kalter Rauch, 1983; Hab den Mond mit der Hand berührt, 1985) wurden vom Publikum der späteren 80er Jahre eher angenommen als Kaisers zum Teil immer noch stark verschlüsselte Lyrik, da sie verständlicher waren. Seitdem Kaiser 1987 aus der DDR ausreiste und die Zusammenarbeit mit Karat beendete, war Dreilich bis zu seinem Tod im Jahr 2004 bis auf einige Ausnahmen alleiniger Texter. Seither texten in der Regel Dreilichs Sohn und Nachfolger Claudius, sowie Keyboarder Martin Becker zu ihren eigenen Kompositionen, wobei sie versuchen, die lyrische Grundstimmung, die für Karat immer typisch war, weiterzuführen.

Angemerkt sei, dass Karat, entgegen den Vorwürfen einiger Kritiker, staatsnah und konform zu sein, immer wieder auch kritische politische Statements in ihren Titeln verpackten, zum Beispiel: Albatros (1979), Das Narrenschiff (1980), Marionetten (1982), Der blaue Planet (1982), Der Doppelgänger (1987), Glocke Zweitausend (1987), Lucifer (1995) und Der achte Tag (1995).

Diskografie
Alben

* Karat (1978)
* Über sieben Brücken (1979)
* Albatros (1979)
* Schwanenkönig (1980)
* Der blaue Planet (1982)
* Die sieben Wunder der Welt (1984)
* 10 Jahre Karat – Auf dem Weg zu Euch – Live (1985)
* Fünfte Jahreszeit (1987)
* … im nächsten Frieden (1990)
* Karat (1991)
* Vierzehn Karat (1992) (Offizielles Best-Of-Album)
* Die geschenkte Stunde (1995)
* Balance (1997) (mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg)
* Sechzehn Karat (1998) (Offizielles Best-Of-Album)
* Ich liebe jede Stunde (2000)
* 25 Jahre – Das Konzert (2001) (mit dem Deutschen Filmorchester Babelsberg)
* Licht und Schatten (2003)
* 30 Jahre Karat (2005)
* Weitergeh’n (2010)

Singles

* Du und ich / Leute welch ein Tag (1975)
* Das Monster / Abendstimmung (1976)
* Auf den Meeren / Wenn das Schweigen bricht (1978)
* König der Welt / Reggae Rita Star (1978)
* Über sieben Brücken / Rockvogel (1979)
* Über sieben Brücken / Blues (1979, 1981)
* Magisches Licht / Großstadt (1980)
* Schwanenkönig / Le Doyen II (1980)
* Über sieben Brücken / Gewitterregen / König der Welt / Der Boxer (1981)
* Der blaue Planet / Blumen aus Eis (1981)
* Jede Stunde / Falscher Glanz (1982)
* Kalter Rauch / Flipper (1983)
* Und ich liebe Dich/Abendstimmung / Märchenzeit / He, Manuela (1983)
* Kalter Rauch / Unterwegs nach Haus (1984)
* Hab’ den Mond mit der Hand berührt / Halleluja Welt (1985)
* Die fünfte Jahreszeit / Der Liebe Fluch (1986)
* In deiner Galerie / Der Fahrradverkäufer (1987)
* Immer so / Hör nicht auf (1989)
* Atemlos / Magie der Nacht (1990)
* Über sieben Brücken (Duett) / … im nächsten Frieden (1990)
* Wunder / Die Schatten werden länger (1991)
* Schwerelos/Visionen? (1991)
* Kind / Regen und Eis (1992)
* Ganz oben / Die geschenkte Stunde / Ganz oben (Long-Version) (1994)
* Unter dem Wind / Jedermann / Der achte Tag (1995)
* Vielleicht (Radio-Edit) / Vielleicht (1997)
* Der Ozean / Lebenszeichen / Niemandsland (1998)
* Das kann niemand so wie Du (1998) (Promo)
* Ich liebe jede Stunde (Remake) / Jede Stunde (Original) (2000)
* Ich liebe jede Stunde (Remake) / Kleine Dinge / Das kann niemand so wie Du (2000) (Promo)
* Dann kann ich fliegen / In deiner Galerie / Blumen aus Eis (2001)
* Soweit der Wind (2003) (Promo)
* Herbert-Dreilich-Gedenk-CD (2005)
* Melancholie (2005) (Promo)
* Der letzte Countdown / Melancholie / Der letzte Countdown (Akustik-Version) (2006)
* Winterzeit (2006) (Promo)
* … nie zu weit (2007) (Promo)
* Weitergeh’n (2010) (Promo)

Sonstige

* It’s Only Rock’n'Roll – Die Gitarreros live im Konzert (1986), Teilnahme von Herbert Dreilich, Ed Swillms, Bernd Römer
* Ostrock in Klassik (2007), Beisteuerung der Titel Der blaue Planet und Albatros
* A Tribute To Die Fantastischen Vier (2009), Interpretation von Sommerregen
* Ostrock in Klassik Vol. 2 (2009), Beisteuerung der Titel Über sieben Brücken und König der Welt

Filme (Auswahl)

* Charlie – (1976, Diskofilm)
* Abendstimmung – (1976, Diskofilm)
* Albatros – (1979, Diskofilm)
* Im Konzert: KARAT (u.a.) – (1979, DDR-Fernsehen)
* Im Konzert: KARAT – (1981, DDR-Fernsehen)
* Metronom Live (Karat u.a.) – (1981, DDR-Fernsehen)
* Im Konzert: KARAT – (1982, DDR-Fernsehen)
* Rockpalast Deutschrockfestival (Karat u. a.) – (1996, WDR/MDR)
* 25 Jahre Karat – Das Konzert – (2000, 2005; VHS, DVD)
* Fernsehdokumentation 25 Jahre Karat – Ich liebe jede Stunde – (2000, MDR)
* Ostrock in Klassik (Karat u. a.) – (2007, DVD)
* und weitere Musikvideos, Dokumentationen und Fernseh-Aufzeichnungen

Monografien

* J. Balitzki: Rock aus erster Hand. Berlin 1985, S.48-57.
* C. Gerlach: Karat. Pop Nonstop. Berlin 1985
* W. Schumann: Karat. Über sieben Brücken. Berlin 1995
* M. Rauhut: Rock in der DDR. 1964 bis 1989. Bonn 2002
* J. Fritzsche: Meine Jahre mit Karat. Radeberg, Castrop-Rauxel 2005
* B. Lindner: DDR. Rock und Pop. Köln 2008
* C. Dähn: Karat. Über sieben Brücken musst du gehn. Berlin 2010

Artikel (Auswahl)

* B. Siegmund: 5 Karat Musik, in: Freie Welt 4 (1979)
* B. Bibratsch: Allein ist man nicht. Porträt der Gruppe Karat, in: Sonntag 47 (1979)
* B. Bibratsch: Karat-Journal, in: Neues Leben 5 (1980)
* R. Baumert: Erlebnis Studio, in: Melodie und Rhythmus 5 (1980)
* B. Bibratsch: Karat, in: Melodie und Rhythmus 4 (1981)
* L. Protzmann: Fünfkarätiges unter der Lupe, in: Tribüne (v. 3. September 1982)
* G. Junggebauer: Karat. Porträt in vier Folgen, in: Neue Berliner Illustrierte 19-22 (1983)
* I. Dittmann: Sechs Karat Rockmusik. Leser-Interview, in: Neues Leben 8 (1983)

Notenmaterial

* G. Friedrich (Hrsg.): Karat. Amiga-Produktionen. Klavier-Sonderausgabe, Leipzig 1980
* G. Friedrich (Hrsg.): Karat. Amiga-Produktionen. Particell-Ausgabe, Leipzig 1981
* G. Friedrich (Hrsg.): Karat. Über sieben Brücken, Leipzig 1985

Jahreshitparade (DDR)

Titel

Schwester
DDR: 27 – 1975
Suche ein Zimmer
DDR: 3 – 1976
Abendstimmung
DDR: 5 – 1976
So ’ne kleine
DDR: 8 – 1976
Charly
DDR: 26 – 1976
Märchenzeit
DDR: 5 – 1977
Das Monster
DDR: 6 – 1977
Und ich liebe Dich
DDR: 11 – 1977
Die Burg
DDR: 14 – 1977
So ’ne kleine
DDR: 32 – 1977
Rock-’n’-Roll-Fan
DDR: 33 – 1977
König der Welt
DDR: 1 – 1978
Über sieben Brücken mußt Du geh’n
DDR: 2 – 1978
Rock-’n’-Roll-Fan
DDR: 9 – 1978
Ay, ay, que verano
DDR: 26 – 1978
Ballade von den sieben Geistern
DDR: 47 – 1978
Wenn das Schweigen bricht
DDR: 3 – 1979
Gewitterregen
DDR: 6 – 1979
Albatros
DDR: 13 – 1979
Auf den Meeren
DDR: 25 – 1979
Schwanenkönig
DDR: 4 – 1980
Magisches Licht
DDR: 7 – 1980
Das Narrenschiff
DDR: 12 – 1980
Albatros
DDR: 19 – 1980
Der blaue Planet
DDR: 2 – 1981
Tiefsee
DDR: 9 – 1981
Tanz mit der Sphinx
DDR: 39 – 1981
Schwanenkönig
DDR: 40 – 1981
Marionetten
DDR: 2 – 1982
Jede Stunde
DDR: 7 – 1982
Blumen aus Eis
DDR: 31 – 1982
Falscher Glanz
DDR: 9 – 1983
Wie weit fliegt die Taube
DDR: 11 – 1983
Und der Mond schien rot
DDR: 7 – 1984
Die sieben Wunder der Welt
DDR: 20 – 1984

Mich zwingt keiner auf die Knie
DDR: 33 – 1984
Hab’ den Mond mit der Hand berührt
DDR: 6 – 1985
Don Alfredo
DDR: 29 – 1985
Fünfte Jahreszeit
DDR: 32 – 1986
Glocke Zweitausend
DDR: 9 – 1987
In deiner Galerie
DDR: 42 – 1987
Immer so
DDR: 19 – 1990

Beleg: Rocklexikon der DDR

Chartplatzierungen in der Bundesrepublik Deutschland

Singles

Über sieben Brücken mußt Du geh’n
D: 15 – 09.01.1981–13 Wo.
Der blaue Planet
D: 14 – 13.11.1981–31 Wo.
Jede Stunde
D: 9 – 30.07.1982–29 Wo.

Alben

Schwanenkönig
D: 26 – 29.09.1980 – 24 Wo.
Albatros
D: 40 – 16.02.1981 – 7 Wo.
Der blaue Planet
D: 8 – 19.04.1982 – 48 Wo.
Die sieben Wunder der Welt
D: 54 – 09.01.1984 – 3 Wo.
Ostrock in Klassik (Karat, Silly, Puhdys und andere)
D: 39 – 13.07.2007–11 Wo.
Weitergeh’n
D: 81 – 23.04.2010– 1 Wo.

Dieser Artikel basiert auf dem Karat
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